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LEBEN mit GALGO, GREYHOUND und PODENCO

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  • LEBEN mit GALGO, GREYHOUND und PODENCO

    Hallo zusammen,
    möchte heute noch einmal auf ein Seminar aufmerksam machen das sicher viele unsere User beschäftigt.

    Leben mit Galgo, Greyhound und Podenco

    Vom historischen Jäger zum " pflegeleichten "
    Familienhund !
    Probleme verstehen, und lösen.
    STARKER JAGDTRIEB*FEHLENDE BINDUNG ZUM MENSCHEN*PROBLEME MIT ARTGENOSSEN*ANGST ALLEINE ZU BLEIBEN*ANGST VOR AUTOFAHRTEN UND ANDEREN UMWELTREIZEN*

    TERMIN:
    17. Februar 2008
    Gelsenkirchen
    10.00 Uhr - 15.00 Uhr

    Informationen:
    www.waldtraining.de
    Inga Böhm
    Mit freundlichen Grüßen
    Windhundliebe


    Wenn du einen verhungernden Hund aufliest und machst ihn satt, dann wird er dich nicht beissen. Das ist der Unterschied zwischen Hund und Mensch.
    Mark Twain

  • #2
    WOW!!!
    Guten morgen Windhundliebe,
    ich habe gerade meinen Terminplaner befragt, dieser sagte mir ein eindeutiges " Fahr hin!"
    Sehen wir uns dort?
    LG
    Anja
    Mit dem rumpligsten Urrumpel, der Tüpfelhyäne und Kepri ganz tief im Herzen
    ------------------------------------------------------------------------------------

    Führung sollte aus dem Verständnis der Bedürfnisse derjenigen entstehen, die davon betroffen sind.

    Marian Anderson


    http://kepri.jimdo.com/

    Kommentar


    • #3
      Zitat von kepri Beitrag anzeigen
      WOW!!!
      Guten morgen Windhundliebe,
      ich habe gerade meinen Terminplaner befragt, dieser sagte mir ein eindeutiges " Fahr hin!"
      Sehen wir uns dort?
      LG
      Anja
      Hallo Anja,
      May be?
      Mit freundlichen Grüßen
      Windhundliebe


      Wenn du einen verhungernden Hund aufliest und machst ihn satt, dann wird er dich nicht beissen. Das ist der Unterschied zwischen Hund und Mensch.
      Mark Twain

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      • #4
        Hallo Windhundliebe,

        weißt du, ob man Hunde zum Seminar mitnehmen kann. Habe gerade schon versucht dort anzurufen, aber die Dame ist erst ab 1. Februar zu erreichen. Anmeldschein liegt vor mir.

        Liebe Grüße,

        Birgit
        [SIZE="3"]Birgit, Sunshine, Starlet & Filliz

        Gott wünscht, daß wir den Tieren beistehen, wenn sie der Hilfe bedürfen. Ein jedes Wesen in Bedrängnis hat gleiches Recht auf Schutz.
        Franz von Assisi (1182-1226)

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        • #5
          Leben mit Galgo , Greyhound und Podenco LIVE

          Hallo zusammen,
          gestern war es so weit.
          Ich war beim Seminar.
          Input genug.
          Natürlich wußte man auch schon einige Dinge,
          oder die meisten.
          Jedoch sind einige Dinge ganz graviererend angesprochen worden.
          Ein Hund muß nicht immer bespaßt werden,er muß nicht immer gebauchpinselt werden ( das heißt Streicheleinheiten ohne Ende )es kristallisierte sich heraus,daß immer das was Ihr Eurem Hund vorlebt ,er immer einfordern wird,lebenslang.Es war ein sehr lehrreiches Seminar, indem auch der Umgang mit jagenden Hunden besprochen wurde,das ja insbesondere auch die Windhundhalter angeht.Ein Training OHNE Starkzwangmittel auch beim jagenden Hund erfordert intensives Bemühen.Einfühlungsvermögen, ein geschultes Auge und Geduld....und immer wieder wurde darauf hingewiesen, dass man in allem was man mit seinem Hund tut eine Basisruhe einflechten sollte.
          Dies sind nur eine paar kleine Sätze zu einem monumentalen Thema.
          Hoffe Anja oder Mina, welche ich dort treffen und kennen lernen durfte können noch mit ein paar guten Sätzen diesen Dingen Ausruck verleihen.
          Mit freundlichen Grüßen
          Windhundliebe


          Wenn du einen verhungernden Hund aufliest und machst ihn satt, dann wird er dich nicht beissen. Das ist der Unterschied zwischen Hund und Mensch.
          Mark Twain

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          • #6
            Danke Windhundliebe! So konnte ich mich etwas kürzer fassen ( liegt mir näher).
            Es war ein rundum gelungener wissensreicher Tag mit Euch!
            Nun aber:


            Persönliches Fazit des Seminars

            “ Podenco, Galgo und Grey “ am 17.02.2008 in Gelsenkirchen

            von I. Böhm, www.waldtraining.de

            Der Podenco in Spanien

            Ein jagdlicher Allrounder , altes Kulturgut, in verschiedenen Varietäten zu verschiedenen immer jagdlichen Einsätzen selektiert.

            Weniger nach dem von uns erstrebten FCI-Standards, mehr nach den Aspekten der jagdlichen Eignung.

            Die Aufgabe eines Podenco bei der Jagd besteht im:

            - selbständigen weitreichenden Durchstöbern der Umgebung
            - dem Stellen und Greifen der Beute
            - dem Apportieren und Tauschen der Beute beim Jäger

            Bereits mit 4-6 Monaten erfolgt die jagdliche Selektion der Junghunde, indem man ein Kaninchen vor oder in das Gehege der Hunde verbringt- nur wer hier seine Raubschärfe beweist ist in den Augen der Spanier wertvoll ( mit Glück gelangen die Übrigen in eine Vermittlung )

            Die Ausbildung ist des Podenco ist sehr basisbezogen- ein reiner Gebrauchshund, so werden die Jungtiere auf die Pfeife konditioniert, das Tauschen der Beute- ein wesentlicher Bestandteil bei der Jagd, der Rest ist reines Lernen durch Nachahmung ( bei den Alttieren).

            Je nach zu bejagender Beute und Geländeform werden gern Mischrudel aus Treiber ( Podenco, Galgo) und Packer ( molosserartige Hunde) eingesetzt.

            Oft endet diese Karriere mit 3 Jahren, der Hund hat dann ein zu grosses Potential.

            Ein Jagdrudel besteht überwiegend aus Hündinnen, da diese eine bessere Teamfähigkeit aufweisen.

            Die Unterbringung erfolgt günstigstenfalls in Gehegen, üblicher aber angekettet an Tonnen, in Verwahrstationen mit wenig Tageslicht ( auch an der Kette, wegen der Verletzungsgefahr ), in Verschlägen, zur Jagd kommt der Podenco nur 1-2x im Monat, das aber auch nicht rund um das Jahr.

            In Spanien ist der Kontakt zum Hund nicht erwünscht!

            Die Fütterung eines spanischen Hundes besteht meist aus Brot, mit verschiedenen Gemüsekomponenten.

            Das Ende einer Jagdkarriere

            Oft werden ganze Rudel Podencos in den Perreras abgeliefert, die Hunde in abgelegenen Gebieten sich selbst überlassen - andere Wege sich seiner Hunde zu entledigen sind uns weitestgehend bekannt, deshalb hier keine Erwähnung .

            Die Perreras halten die Hunde in Gemischtrudeln ( neue Ansätze entstehen langsam ), wo es nach dem Prinzip der Stärkeren zugeht. So sind die ehemaligen Treiber keine echte Futterkonkurrenz zu den ehemaligen Packern oder gar den Wachhunden. Die Folgen begegnen uns täglich im Internet.

            Für viele dieser Tiere kommt die Hilfe zu spät.

            Das Leben mit einem Podenco vom Tierschutz

            Worauf wir uns einstellen müssen:
            wir bekommen oft futterneidische, futterdiebische Podis, welche gewohnt sind selbständig Entscheidungen zu treffen

            die Hunde zeigen Angst vor Umweltreizen

            in der Regel können die ehemaligen Rudeltiere nicht allein bleiben

            sie sind nicht leinenführig

            sie haben eine unkontrollierte Jagdleidenschaft

            sie zeigen eine mangelnde Bindung und Kommunikation

            Wie können wir uns die Vorgeschichte zu Nutzen machen:

            die Podis sind Teamwork gewohnt

            sie haben das Abgeben von Beute ( Tauschen ) gelernt

            sie sind Interaktionen mit dem Menschen gewohnt

            sie haben Freude am Apportieren und der Verlorensuche

            Die Grundbedürfnisse eines Hundes:

            bestehen aus: Fressen, Schlafen, Trinken, Schutz, Gesellschaft und sich Lösen.

            Der Trainingsaufbau:

            zunächst betrifft dieser Punkt nur uns Menschen- wir müssen Einfühlungsvermögen zeigen, wir geben dem Hund
            Zeit, Ruhe, Rituale und wir lassen den Hund Hund sein

            wir müssen unsere Sichtweise ändern,
            die Hunde benötigen eine ruhige klare Führung, positive Motivation- das stärkt das Selbstbewusstsein des Podenco
            Ritualisierung ( kurze Spaziergänge auf gleichen Wegen )
            Aufbau von Geräuschen
            Einsatz von Sichtzeichen
            das Stresslevel niedrig halten
            ruhige Spaziergänge
            gemeinsam rumhängen


            Grundsätzlich gilt: die Belohnung muss dem Hund schmecken!

            Formulierung des Trainingsziels (was erwarte ich von meinem Hund?), Suche nach einem geeigneten Trainer/In.

            Such Dir aus, was Dir gefällt und nimm es Dir!

            Der Podenco bringt viele gute Voraussetzungen mit!
            Beobachte, was Dir gefällt und lobe!
            Beste Erfolge erzielt man durch Motivation und Ritualisierung!
            Verwende Körpersprache und Sichtzeichen!
            Bring Deinem Podenco bei auf den Wegen zubleiben, vermeide Felder!
            Zeige Deinem Hund Ersatzhandlungen wie Apportieren, Verlorensuche!

            Zu viel des Guten!

            Vermeide Dauerbeschmusen und Dauerbespielen, zuviel Aufmerksamkeit,
            dies puscht Deinen Podenco!
            Gönn Deinem Podenco Ruhe!

            Die Stressphysiologie:

            Wird der Podenco durch Spiel oder Interaktion gepuscht, schüttet er ( nicht nur der Podenco) Adrenalin aus- auch noch 10- 15 min. nach dem Ereignis.

            Der Körper reagiert auf das Adrenalin mit dem Gegenspieler Cortisol, die Produktion der Magensäure steigt, ebenso die Sexualhormone ,diese sind wichtig für die Abwehr, zeigen im Stressfall eine Überreaktion.

            Der Abbau auf Normallevel dauert 2-6 Tage, solange dauert der Abbau der Hormone im Körper.

            Je höher das Stresslevel durch Spiele mit dem Ball, der Reizangel, dem Quitschie und anderen Spieldingen, desto besser wird unser Podenco für die Jagd geschult sein!


            Gern kann meine einseitige Sichtweise ( eben Podi ;-)) noch um die Galgos und Greys erweitert werden!!!
            Zuletzt geändert von kepri; 18.02.2008, 18:46.
            Mit dem rumpligsten Urrumpel, der Tüpfelhyäne und Kepri ganz tief im Herzen
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            Führung sollte aus dem Verständnis der Bedürfnisse derjenigen entstehen, die davon betroffen sind.

            Marian Anderson


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            • #7
              Kompliment!
              Beste Ausführung!

              Zum Greyhound :

              Unterschied zum Galgo Espanol und Podenco
              der Greyhound aus dem Tierschutz wächst in den allermeisten Fällen unsozialisiert auf.

              Er kennt keine oder nur kaum körperliche Nähe zu seinem Besitzer.

              Eine Integration in ein normales Leben findet oft unter einem Kulturschock für den Hund statt. Da er eigentlich nichts anderes kennt als die Rennbahn und seinen Zwingerplatz.

              Viele Greyhounds werden nur zum Rennen eingesetz, also in der übrigen Zeit verweilen sie in Ihrem Rennstall.
              Der Hund wird,da er ein Kurzstreckensprinter ist ( also auf kurze Strecken eine enorme Geschwindigkeit entwickelt ) auch nur auf kurze Distanzen eingesetzt.
              Eine Kondition für längere Spaziergänge muss diesem Hund erst antrainiert werden.

              Dies klingt unglaubwürdig stimmt aber , Mein Hund war nach den ersten Spaziergängen nach einer viertel Stunde fertig und konnte nicht mehr.
              Langsam muß man diese Zeiträume aufbauen.
              Er ist nicht für Agility, lange Strecken am Fahrrad geeignet.

              Der Unterschied zum Galgo und Podenco ist insbesondere seine angezüchtete Schärfe.
              Ein Galgo wägt Situationen im Jagdverhalten ab. Ein Greyhound hetzt und tötet.
              Hunde die dieses Verhalten nicht oder zu wenig zeigen werden auch oft schon in jüngsten Jahren ausgemustert.
              Dies hört sich grausam an wird aber beim Rennen und in der Zucht gewünscht.

              Der Unterschied im Jagdverhalten zum Galgo Espanol ( Galgo kann im Team jagen ) ist, daß ein Greyhound seinen Gegner als Konkurrenten sieht. Deshalb ist auch etwas mehr Vorsicht geboten bei der Begegnung mit anderen Spielkameraden.
              Dies ist auch der Grund für Maulkorb tragende Hunde beim Profirennen.


              Deshalb ist es immer angebracht insbesondere bei einer Zusammentreffen mit kleinen Hunden besondere Vorsicht walten zu lassen.
              Greyhounds aus dem Tierschutz insbesondere von den Rennbahnen in Spanien - Andalusien - Australien sind ausgemusterte Rennhunde aus England und Irland und oft schon mit Verletzungen dort hin verkauft worden.
              Es sind meistens die Tiere welche zu alt sind ( in der Regel gilt eine Renngrey mit 2,5 - 4 Jahren als zu alt für den Profisport) oder nicht mehr dem Anpruch des Renngeschehens entsprechen.Viele Greyhounds werden unter Drogen und mit körperlichen Schäden ins Rennen geschickt.Dies heißt aber nicht, daß dieser Hund nicht eine Chance verdient ein neues Leben zu beginnen.
              Nur sollte sich jeder darüber klar sein, daß er nicht nur einen ruhigen Haushund hat sondern auch einen professionellen Jäger,der draußen seine wahren Fähigkeiten ebenso unter Beweis stellen kann wie seine Quallitäten als Haushund.
              Jeder Greyhound der im Profirennen gelaufen ist,lässt sich durch seine Ohrtätowierungen in einer Datenbank überprüfen.
              Leider wird die Identität oft verwischt indem den Tieren die Ohren verstümmelt werden und der Chip ( wenn denn einer vorhanden ist ) entfernt.

              Link:
              http://www.greyhound-data.com/

              Fazit:
              Auch ein Rescue Greyhound kann ein neues Leben beginnen, wie viele Beispiele zeigen. Jedoch ist eine gute Information und intensive Betreuung der vermittelnden Organisation Voraussetzung.
              Wenn der Mensch den Hund und seine Anlagen in die richtigen Bahnen leitet und versteht mit Ihnen zu leben, mit viel Geduld, Konsequenz, Durchhaltevermögen, und einem sachkundigen Trainer, kann man auch diesem Hunden ein neues zu Hause geben. Mein Beweis ist mein eigener Hund.
              Zuletzt geändert von Windhundliebe; 19.02.2008, 14:52.
              Mit freundlichen Grüßen
              Windhundliebe


              Wenn du einen verhungernden Hund aufliest und machst ihn satt, dann wird er dich nicht beissen. Das ist der Unterschied zwischen Hund und Mensch.
              Mark Twain

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              • #8
                Hallo Kepri,
                koenntest Du folgendes nochmal etwas genauer ausfuehren/begruenden:

                sie haben eine unkontrollierte Jagdeigenschaft

                sie zeigen eine mangelnde Bindung und Kommunikation
                Wie zeigt sich eine "unkontrollierte JagdEIGENSCHAFT"???

                Wie definierst Du (nach dem Seminar) mangelnde Bindung und Kommunikation?

                und:

                Der Trainingsaufbau:

                Ritualisierung ( kurze Spaziergänge auf gleichen Wegen )
                Aufbau von Geräuschen
                Einsatz von Sichtzeichen
                Warum muss ich die gleichen Wege laufen?
                Was heisst 'Aufbau von Geraeuschen'?
                und
                Warum und welche Sichtzeichen werden wie eingesetzt?

                Danke schon im voraus!
                RussianCosmic
                Mensch mit Hund

                Kommentar


                • #9
                  Hey Russian Cosmic,
                  Deine erste Anfrage zur Jagdeigenschaft wurde geändert, selbstverständlich ist die Jagdleidenschaft gemeint.

                  Zur fehlenden Bindung und Kommunikation:
                  der spanische Jäger hat keine Bindung zu seinen Jagdhelfern, diese werden nur auf das Apportieren der Beute und den Tausch der Selben ( gegen Wasser) konditioniert.Nähe und Kommunikation finden i.d.R. nicht statt.
                  Der Hund bleibt Hund.
                  Auch Kepri zeigt noch heute eine starke Ressourcenbindung.

                  Gleiche Wege suggerieren Sicherheit, bringen dem Hund das zitierte niedrige Stresslevel durch gleichbleibende Umweltreize.
                  Dies bezieht sich auf besagten Trainingsaufbau!

                  Der Aufbau von Geräuschen steht für die langsame Heranführung des Tieres an Umweltreize ( in den span. Verschlägen wachsen die Hunde sehr reizarm auf)

                  Ein Podenco gehört zu den Sichtjägern, sie besitzen eine ausgeprägte Fähigkeit nur kleinste Sequenzen wahrzunehmen. So bietet sich der Gebrauch von Sichtzeichen ( wie wir fast alle verwenden) an:
                  Sitz- erhobener Zeigefinger
                  Platz- nach unten gestreckte Hand
                  Bleib- gestreckter Arm mit senkrechter Hand
                  Distanzsitz- erhobener Arm
                  Lauf- Arm wie zum Wurf nach vorn bewegen
                  eben wie immer.

                  LG
                  Anja
                  Zuletzt geändert von kepri; 18.02.2008, 19:02.
                  Mit dem rumpligsten Urrumpel, der Tüpfelhyäne und Kepri ganz tief im Herzen
                  ------------------------------------------------------------------------------------

                  Führung sollte aus dem Verständnis der Bedürfnisse derjenigen entstehen, die davon betroffen sind.

                  Marian Anderson


                  http://kepri.jimdo.com/

                  Kommentar


                  • #10
                    Hallo Anja,
                    danke fuer die Ausfuehrungen und doch muss ich nochmal 'nachhaken'.

                    Auch Kepri zeigt noch heute eine starke Ressourcenbindung.
                    Was meinst Du damit?

                    Gleiche Wege suggerieren Sicherheit, bringen dem Hund das zitierte niedrige Stresslevel durch gleichbleibende Umweltreize.
                    Bringt auch grosse Langeweile fuer die Menschen, oder? Immer der gleiche Weg, die gleichen Rituale. Und wann wuerdest Du eine Stufe hoeher gehen? Oder bleibt man da bis zum Ende aller Tage??

                    Der Aufbau von Geräuschen steht für die langsame Heranführung des Tieres an Umweltreize
                    Wie wird das gemacht? Was tun die Menschen mit diesen Hunden in Ballungsgebieten mit vielen Umweltreizen direkt vor der Haustuer?

                    Lauf- Arm wie zum Wurf nach vorn bewegen
                    Tja, das wird wohl das am wenigsten gebrauchte Sichtzeichen sein (10 Meter Leine geben nicht wirklich viel her) ...

                    RussianCosmic
                    Mensch mit Hund

                    Kommentar


                    • #11
                      Hallo Russian Cosmic

                      Zitat:
                      Auch Kepri zeigt noch heute eine starke Ressourcenbindung.

                      Was meinst Du damit?


                      Heute kann ich Kepri zwar nicht mehr wie in Spanien üblich mit Wasser motivieren, leider allerdings auch nicht ganz ohne Anreize, so ist es nur sehr begrenzt möglich ohne Futter zu trainieren, sie lässt in ihrer Aufmerksamkeit deutlich nach, sobald sie erkannt hat- kein materieller Lohn für erbrachte Leistung. Körperkontakt im Freien- ein Graus, sie windet sich ähnlich einem Fisch an Land. Auch das verbale Lob vermag nicht immer durchzudringen.

                      Zitat:
                      Gleiche Wege suggerieren Sicherheit, bringen dem Hund das zitierte niedrige Stresslevel durch gleichbleibende Umweltreize.

                      Bringt auch grosse Langeweile fuer die Menschen, oder? Immer der gleiche Weg, die gleichen Rituale. Und wann wuerdest Du eine Stufe hoeher gehen? Oder bleibt man da bis zum Ende aller Tage??


                      Deshalb hatte ich hinzugefügt:
                      in der Anfangsphase des Trainigsaufbaus, ich gehe heute wo immer es uns gefällt, sonst kämen weder Kepri noch ich weiter, wir haben vom ersten Tag an mit einem erfahrenen Trainer gearbeitet, so zog mit Kepri auch der Klicker ein.Beklickten wir zunächst die Kontaktaufnahme zu uns, so folgte nach kurzer Zeit - Kepri war bereits gut 1 Jahr auf einer Pflegestelle in Deutschland, so kannte sie bereits die Geräusche der Strasse und viele andere Dinge, wir fingen nicht bei Null an, ein vorsichtiges Outdoortraining, wir gingen nur kleine Runden in ruhigen Nebenstrassen, klickerten wie die Wilden jede Sichtung von vermeintlichen Störfaktoren. Dank ihrer Verfressenheit holte sie der Klicker sehr gut aus Stress Situationen heraus und suggerierte ihr- Auto lecker, Zug lecker. Sie kam nicht in die Verlegenheit zu reagieren. Bei genauer Beobachtung der Körperhaltung konnten wie Reize rechtzeitig erkennen und vor der Reaktion auf diese eine positive Lärm= Lecker Verknüpfung aufbauen. So fing Kepri schnell an sich an uns zu orientieren ( na eher an unseren Leckerchen!), geriet sie in Unsicherheit- suchte sie unsere Nähe auf und fragte nach, gingen wir weiter war der Reiz schnell vergessen, wir verzögerten den Klick nach und nach, selbst heute ist sie noch für ihre damals geprägte Nachfrage bekannt- sie kommt und stupst an der Hand.
                      Bei genauer Beobachtung des Hundes erkennt man den Zeitpunkt, an dem man eine Stufe höher gehen kann, saß Kepri früher in gut 30 m Entfernung an der Bahnschranke, so kann sie heute in gut 2 m entspannt bleiben- sobald sich der Hund sichtlich entspannt, kann man einen Schritt vorwärts wagen, wenn der Hund freiwillig folgt.

                      Zitat:
                      Der Aufbau von Geräuschen steht für die langsame Heranführung des Tieres an Umweltreize

                      Wie wird das gemacht? Was tun die Menschen mit diesen Hunden in Ballungsgebieten mit vielen Umweltreizen direkt vor der Haustuer?


                      In dieser Beziehung habe ich keinerlei praktische Erfahrung, wir wohnen relativ ländlich, bei einer Nachkontrolle fand ich allerdings so ein Häufchen Elend- mitten in Dortmund, das Tier hatte zu diesem Zeitpunkt gute 2 Wochen auf dem Sofa verbracht, selbst Futter und Wasser wurden auf dem Sofa gereicht, das Lösen erfolgte nur Nachts- in der Wohnung vor dem Sofa. Es war den Leuten unmöglich die kleine ( sehr hübsche) Hündin vom Sofa loszueisen. Als wir eintrafen war sie schon so massiv unter Stress geraten, dass sie auf bloße Annährung an das Sofa knurrte. Wir rieten den Haltern zunächst das Futter und den Wassernapf an den von ihnen vorgesehenen Platz in der Küche zu verbringen, was nach kurzer Zeit den Erfolg brachte- der Hund verlies das Sofa. Die Halter nahmen sich nach unserem Besuch einen Trainer, trainierten hart und können heute ( gut 1,5 Jahre später ) mit ihr in den Park spazieren gehen.

                      Zitat:
                      Lauf- Arm wie zum Wurf nach vorn bewegen

                      Tja, das wird wohl das am wenigsten gebrauchte Sichtzeichen sein (10 Meter Leine geben nicht wirklich viel her) ...


                      Das Erlernen des Zeichens hat auch an der 10 m Leine einen Sinn- wie löst Du Fuss oder Bleib auf? Eine 10 m Leine ist kein lebenslanger Zustand, es handelt sich um ein Trainingsmittel. Kepri verfügt über einen weit grösseren Radius- nach langem noch fortwährendem Training. Wir sind heute bei einer Abrufbarkeit von gut 80 %.

                      LG
                      Anja
                      Zuletzt geändert von kepri; 19.02.2008, 20:45.
                      Mit dem rumpligsten Urrumpel, der Tüpfelhyäne und Kepri ganz tief im Herzen
                      ------------------------------------------------------------------------------------

                      Führung sollte aus dem Verständnis der Bedürfnisse derjenigen entstehen, die davon betroffen sind.

                      Marian Anderson


                      http://kepri.jimdo.com/

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                      • #12
                        Hallo Windhundliebe und Kerpi!

                        Ersteinmal einen herzlichen Dank für Euere Mühe. Gerne wäre ich auch zum Vortrag gegangen. Aber Frank wollte mit. Nee, das ging gar nicht. Ich hoffe doch noch auf eine Galga! Und wenn da alle Nachteile aufgeführt werden, macht er nachher noch einen Rückzieher
                        Meiner Meinung nach, sollte jedem der einen Windhund in Erwägung zieht auch eines ganz besonders bewusst sein: Windhunde sind keine Sitz-Platz-Bleib Hunde. Mit meinem Labbi Mix und meiner Windhund Mix Hündin weiß ich genau wovon ich rede! Sie könnten nicht unterschiedlicher sein!
                        Gibt es was schöneres, als einen Kuss von einer kalten, nassen Hundeschnauze?

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                        • #13
                          Zitat von EssenerRudel Beitrag anzeigen
                          Hallo Windhundliebe und Kerpi!

                          Ersteinmal einen herzlichen Dank für Euere Mühe. Gerne wäre ich auch zum Vortrag gegangen. Aber Frank wollte mit. Nee, das ging gar nicht. Ich hoffe doch noch auf eine Galga! Und wenn da alle Nachteile aufgeführt werden, macht er nachher noch einen Rückzieher
                          Meiner Meinung nach, sollte jedem der einen Windhund in Erwägung zieht auch eines ganz besonders bewusst sein: Windhunde sind keine Sitz-Platz-Bleib Hunde. Mit meinem Labbi Mix und meiner Windhund Mix Hündin weiß ich genau wovon ich rede! Sie könnten nicht unterschiedlicher sein!
                          Hallo Essener Rudel,
                          danke für Deine schönen Worte.
                          Ja vieleicht klappt es ja doch irgendwann mit Deinem Ganzwindhund ( )
                          Einen Vorgeschmack hast Du ja jetzt schon.
                          Schön auch Deine Bemerkung über die Sitz- Platz -Bleib Hunde.
                          ...... manchmal lernen Sie es ja doch, wenn die Beziehung zum Halter stimmt.
                          Die Nachteile eines Hundes zu kennen heißt für mich die Vorzüge zu schätzen. Auch ist jeder Hund verschieden so auch sein Charakter. Ich habe jedenfalls nie bereut einen Greyhound adoptiert zu haben.
                          Mit freundlichen Grüßen
                          Windhundliebe


                          Wenn du einen verhungernden Hund aufliest und machst ihn satt, dann wird er dich nicht beissen. Das ist der Unterschied zwischen Hund und Mensch.
                          Mark Twain

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                          • #14
                            Hallo!
                            Ja, wenn sich unsere Wohnsituation ändert, und wir nicht mehr in der 2. Etage wohnen dann freue ich mich sehr auf eine Galga als Rudelzuwachs!
                            Ich habe das mit den Sitz-Platz-Bleib Hunden nicht negativ gemeint! Mich fasziniert die Eigenständigkeit der Windis. Nur sollten sich zukünftige Besitzer darüber im klaren sein. Wer einen absolut leichtführigen Hund möchte, sollte sich, auch im Interesse der Tiere, lieber für eine andere Rasse entscheiden.
                            Gibt es was schöneres, als einen Kuss von einer kalten, nassen Hundeschnauze?

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                            • #15
                              Zitat von EssenerRudel Beitrag anzeigen
                              Hallo!
                              Ja, wenn sich unsere Wohnsituation ändert, und wir nicht mehr in der 2. Etage wohnen dann freue ich mich sehr auf eine Galga als Rudelzuwachs!
                              Ich habe das mit den Sitz-Platz-Bleib Hunden nicht negativ gemeint! Mich fasziniert die Eigenständigkeit der Windis. Nur sollten sich zukünftige Besitzer darüber im klaren sein. Wer einen absolut leichtführigen Hund möchte, sollte sich, auch im Interesse der Tiere, lieber für eine andere Rasse entscheiden.
                              Hallo Essener Rudel,
                              ja 2. Etage ist nicht sooo gut....aber du denkst ja es ist Land in Sicht. ...Dann klappts auch mit dem Windhund.
                              Habe das auch nicht negativ aufgefaßt im Gegenteil.
                              Ich finde es schön,daß sich jemand mit dem Gedanken trägt eine Galga oder Galgo zu adoptieren.
                              Leichtführig ja. ...aber immer auf Grund des Einfühlungsvermögens des Besitzers.
                              Das muß zusammen wachsen.
                              Dein letzter Satz hat mir sehr aus dem Herzen gesprochen.Eigenständig denkend,ja das sind sie, denn im Feld auf der Jagd sind sie auf sich alleine gestellt. Dies sollte man immer zu Grunde legen.
                              Zuletzt geändert von Windhundliebe; 20.02.2008, 18:07.
                              Mit freundlichen Grüßen
                              Windhundliebe


                              Wenn du einen verhungernden Hund aufliest und machst ihn satt, dann wird er dich nicht beissen. Das ist der Unterschied zwischen Hund und Mensch.
                              Mark Twain

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