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Sterbebegleitung

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  • Sterbebegleitung

    Hallo liebe Foris!

    Im Zuge der schweren Erkrankung von Nori muss ich mich auf das Thema "TOD" vorbereiten.
    Mein innerer Schmerz ist unermeßlich und irgendwann in den letzten Wochen habe ich gemerkt, dass ich meinem Hund mit diesem Schmerz und meinem Klammern einfach nicht gut tun kann.

    Meine beste Freundin hat mir dann zwei sehr gute Bücher übergeben, mit denen ich mich in der vergangenen Zeit stark beschäftigt habe.

    Meine Sichtweise hat sich nun völlig verändert und ich kann mit Nori diese Zeit erleben, verleben und auch genießen.

    Ich versuche, es hier mal kurz in Worte zu fassen, denn wo wäre ein besserer Platz dafür, als hier im Punkt "Senioren".

    Wir leiden extrem, wenn unser geliebter Hund uns verläßt. Wir denken aber auch extrem menschlich. Der Mensch hat vor dem Tod als etwas Unbekanntem grenzenlose Angst. Mit der Todesangst verbunden, sind für uns Menschen oft Ängste vor dem Verlust von geliebten Mitmenschen, unserem Besitz oder Status. Wir haben verlernt zu begreifen, dass Geburt und Sterben ein ewiger Kreislauf sind.
    Krankheit bedeutet für uns Menschen die Sorge vor Schmerzen und auch das sich-hineinfallen-lassen in den Schmerz.

    Unsere Hunde erleben den Tod als etwas normales und mit dem Leben verbundenes. Sie klammern nicht, auch wenn sie durchaus enge Bindungen zu uns kennen. Ein Hund fühlt zwar sehr deutlich, wenn er krank ist. Und: Er macht sich auf den Weg ins Licht. Aber: Hunde nehmen Schmerzen als etwas normales und natürliches an. Es gehört zum Rhythmus ihres Lebens dazu.

    Schwer wird es für unsere Tiere erst dann loszulassen, wenn wir Menschen klammern.

    Besser ist daher der Weg der aktiven Sterbebegleitung.
    Ich versuche Nori den Weg einfach und natürlich zu gestalten. Beispiel: Sie mag nicht mehr laufen und blockt, weil sie zu Atem kommen muss. Ich rede ruhig mit ihr und vermittele ihr, dass ich ihr Päusschen verstehen kann. Ich gehe inzwischen nicht mehr panisch mit Schwächeanfällen um, sondern gelassen. Ich nehme es einfach an, wie es ist.

    Ich beobachte meinen Hund sehr intensiv, um die eintretenden Sterbephasen besser erkennen zu können. Und was sehe ich momentan: Sie hat sich auf den Weg gemacht, aber es wird noch dauern! Sie ordnet gerade ihre Dinge, wie wir Menschen sagen würden. Will heißen: Sie hat den Rudelvorstand abgegeben. Ihre Resourcen verteilt sie. Sie zieht sich jetzt häufig in abgelegene Räume zurück, um Kraft zu schöpfen. Sie separiert sich von den anderen Hunden. Sie sucht mehr Kontakt zu mir, als ohnehin schon immer. Wir kommunizieren viel. Man kann es lernen, glaubt es mir.

    Inzwischen nehme ich es als gegeben hin, dass sie mich verlassen wird. Ihre Schwäche macht mir keine angst mehr. Vielmehr ist es ein natürlicher Vorgang, dass Noris Körper ganz langsam "abschaltet". Ich habe keine Panik mehr, wenn ihre Atmung nicht okay ist.
    Eingreifen werde ich erst dann, wenn ich merke, dass sie Wasser in den Lungen hat.

    Aus unserer eigenen Urangst zu sterben, neigen wir Menschen dazu, oft leider einfach zu früh einzuschläfern. Wir nehmen unseren Hunden die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wann der Lebensweg beendet ist und damit nehmen wir ihnen die Möglichkeit eines würdiges Todes und des damit verbundenen Sterbevorgangs.

    Man kann es durchaus merken, wie weit das Tier noch vom Tode entfernt ist.
    Nori wird daheim sterben. Und: Sie wird eine schöne und entspannte Umgebung vorfinden. Ich habe Rosenöl im Haus für eine Duftlampe. Sie wird ruhige Musik bekommen und ich werde ihr aus dem "kleinen Prinzen" vorlesen, wenn der Tag gekommen ist. Das Vorlesen dient der Entspannung sowohl des Menschen (für den das eine sehr schwere Situation ist) als auch der des Hundes. Nähe schaffen und Vertrautheit, die es dem Tier einfacher ermöglichen zu gehen.

    Ich werde ihr alles fernhalten, was von Hysterie zeugt. Sie soll ihren Weg in Ruhe gehen. Einschläfern lasse ich sie erst dann, wenn sie mir das Signal gibt, dass der Punkt gekommen ist, an dem sie gehen will und kann. Und eingeschläfert wird im Zweifel auch nur bei uns daheim in einer schönen, angemessenen und ruhigen Umgebung. Es wird eine kleine Abschiedszeremonie geben und wir werden bei ihr sein und zwar egal, wann, um wieviel Uhr und an welchem Tag es ist. Wir räumen unserem Hund absolute Priorität ein.

    Interesant ist hierbei: Warum sterben Hunde oft nachts und allein? Sie spüren instinktiv den Kummer ihres Menschen und wissen, dass es sowohl für sie selbst, als auch für die Menschen einfacher sein wird, wenn sie allein "loslassen" können und aus dem Leben gehen.

    Übrigens bin ich felsenfest überzeugt, dass in dem Kreislauf Geburt und Sterben der Raum vorhanden ist, dass mein Tier in eine bessere Welt übergeht. Es ist einfach nur, als würde man ein Zimmer verlassen, um einen neuen Raum zu betreten.
    Der Gedanke gibt mir Trost und Halt, vermittelt er mir doch, dass ich meinen geliebten Hund irgendwann wiedersehen werde. Dort hinter dem Regenbogen, wo es keinen Schmerz und kein Leid mehr gibt.

    Wenn ihr mehr über Sterbebegleitung erfahren wollt, oder die Buchtitel meiner inzwischen umfassenden Sammlung zum Thema möchtet, laßt es mich bitte wissen.

    Herzliche Grüße von einer momentan (noch) ganz tapferen

    Daniela mit Kara, Nori und Abby

  • #2
    Ich bin sehr bewegt und würde gerne mehr erfahren.
    Und auch gerne deine Buchtipps aufnehmen.
    Drücke deine Maus von mir.
    Unterwegs mit den borderline Dogs
    UO ist harte Arbeit und keine Erziehung

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    • #3
      Seufz, ich erinnere mich bei deinen Worten an den Abschied von Erata und Bakunin, beide durften hier in unseren Armen einschlafen, beide haben uns gezeigt, wann sie nicht mehr wollten, man kann es nicht übersehen.

      Ich denke an euch
      Zuletzt geändert von kepri; 21.04.2010, 18:39.
      Mit dem rumpligsten Urrumpel, der Tüpfelhyäne und Kepri ganz tief im Herzen
      ------------------------------------------------------------------------------------

      Führung sollte aus dem Verständnis der Bedürfnisse derjenigen entstehen, die davon betroffen sind.

      Marian Anderson


      http://kepri.jimdo.com/

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      • #4
        Mit Tränen in den Augen habe ich deinen Beitrag gelesen.

        Ich muss dabei so sehr an meine Alte denken...und ich trage mich ja auch oft mit dem Gedanken: "Was, wenn sie geht? Wann wird sie gehen? Ist es jetzt so weit?"
        Sie ist ja immerhin auch schon 14 (oder so)...

        Danke dir für deinen schönen und bewegenden Beitrag. Ich wünsche dir, dass du stark bleiben kannst- für sich und deine Maus.

        Alles Gute für euch!
        "Liebe mich ein bisschen weniger aber dafür länger."
        [Jiddisch]

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        • #5
          Hallo Ihr Lieben!

          Für alle, die sich mit dem Thema befassen möchten (auch in Vorbereitung) hier mal eine kleine Liste der besten Bücher zum Thema.

          Am hilfreichsten waren die beiden ersten genannten Titel auf der Liste. Übrigens sind es Bücher, die auch einem Menschen durchaus hilfreich sein können in den eigenen Gedanken.

          Hier die Autoren und Bücher:

          Penelope Smith
          " Tiere erzählen vom Tod"

          Sabine Arndt & Petra Kringel
          " Wenn Tiere ihren Körper verlassen"

          S. Apuzzo / m. D´Ambrosio
          " Auch Tiere haben eine Seele"

          Gertraud Radtke
          "Unsere Tiere - Botschafter der Liebe"

          Vickie Monroe
          " Ich höre,, was die Seelen sprechen"

          J. Allen Boone
          " Die große Gemeinschaft der Schöpfung - Gespräche zwischen Mensch und Tier"

          Liebe Grüße und Wünsche

          Daniela mit Kara, Nori und Abby

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          • #6
            Danke Daniela für Deinen einfühlsamen Bericht.
            Aus jahrzehntelanger Erfahrung kann ich Dir nur zustimmen.
            Bis auf wenige Ausnahmen starben unsere Hunde hier bei uns - umgeben von ihren Menschen und ihren Hundekameraden.

            Danke auch für die Bücher-Tips.

            Metaxa

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            • #7
              "schnieef" es ist so traurig. Ich sitze hier, es ist auch Besuch da, lese den Beitrag und fang einfach an zu heulen. Aber es hat keiner gemerkt!

              Ich finde es toll das Du Dich mit diesem sehr ernstzunehmenden Thema so eingehend beschäftigst!
              Ich wünsche euch ganz viel Kraft für die Zukunft!
              Danke für die Buchtipps. Meine Kleine ist zwar noch ganz jung, aber man macht sich seine Gedanken!

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              • #8
                Daniela, ich wünsche Dir viel Kraft für diesen Weg, den Du gemeinsam mit Deiner Maus gehen willst! Es ist richtig, sich damit zu arrangieren, dass unsere Hunde uns eines Tages verlassen werden, denn wir können es auch durch Klammern nicht aufhalten - wir verhindern damit einfach nur das bewusste Genießen der letzen Tage, Wochen, Monate.

                Aber es ist eben doch menschlich und es ist nicht leicht, immer den Verstand über das Gefühl stellen, denn es gibt Zeiten, an denen das Gefühl sich einen Weg nach Außen bahnt. Es klingt bei Dir so, als hättest Du einen sehr guten Weg gefunden, es Deiner Maus leicht zu machen, ihren Weg zu ihrer Zeit zu gehen. Du wirst ganz sicher den richtigen Zeitpunkt erkennen und es Deiner Hündin leicht machen, fortzugehen. Ich wünsche Dir und allen Deinen Lieben, dass ihr noch eine schöne Zeit mit Nori verleben könnt. Nori wünsche ich, dass sie ihrem Weg in ihrem Tempo in Ruhe und Entspannung mit Euch zusammen zu Ende gehen kann.
                LG Steffi mit Henry und Inspektor Gipsy

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                • #9
                  Danke

                  Danke Daniela
                  LG
                  Heike


                  Omihunde-Netzwerk

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                  • #10
                    Wie schön, daß du zu so einer Haltung gefunden hast! Meinen Respekt!

                    Auch mein alter Hund ist über einen längeren Zeitraum hinweg gestorben, umsorgt von seiner Familie, ohne die er keinen Tag im Leben war.
                    Ich habe ihn sehr genau beobachtet und irgendwann war es klar: dies sind die letzten gemeinsamen Tage.Er hatte das Fressen sein gelassen, zwei Tage später das Trinken, dann das Aufstehen.
                    Ich habe so geweint - und er ? Er hat mir sein Spielgesicht gezeigt und seine Pfote auf meinen Arm gelegt.Irgendwann waren die Tränen ausgeweint und zwei Tage später starb er zuhause. Ganz zum Schluß lag er in Agonie ( einem bewußtlosen Zustand in dem Reflexe den Körper beuteln können), da gabs dann eine Spritze.
                    Aber ich gebe dir recht, die Angst vor dem Tod ist groß und nur meine Vertrautheit mit dem Hund hat mir den Mut gegeben, ihn so sterben zu lassen wie es eben passierte, langsam und selbst..."bestimmt" klingt da seltsam, mir fällt nichts besseres ein.
                    Es war das Ende seines Lebens, und auch der Beginn des Leben ist ja kein Zuckerschlecken.
                    Ich wünsche Dir weiter viel Kraft und Mut und laß die Tränen ruhig laufen, auch das gehört dazu.
                    Ohne meinen Hund wäre ich wie taub und blind - er zeigt mir Dinge, die sich meiner Wahrnehmung verbergen.

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                    • #11
                      Das Einstellen der Nahrungsaufnahme und der Aufnahme von Wasser zeigt eigentlich schon sehr deutlich an, dass der Hund seinen allerletzten Weg beschritten hat.

                      Intuitiv weiß der Körper, dass er nun Nahrung und Trinken nicht mehr benötigt. Agonie bedeutet das "Atmen nach innen". Für uns Menschen ein erschreckender Gedanke, aber im Grunde vollkommen okay.

                      Der Körper (das Seelenhaus) stellt seine Funktionen ein, denn sie werden nicht mehr benötigt. Die Seele benötigt jetzt keine Nahrung mehr, keinen Atem und kein Trinken. In diesem Zustand braucht die Seele unseres Hundes Ruhe, Frieden, Vertrautheit und "gehen lassen können". Loslassen.

                      Ich bin weder mutig noch tapfer, oder so. Ich versuche nur, meiner Nori den Weg zu ebnen. Psychisch ist es für mich ein kaum zu ertragender Kraftakt.

                      Wenns mal so gar nicht mehr gehen will, gehe ich raus an einen ruhigen Platz und versuche, mich zu sammeln. Ich versuche dann, mir die Schönheit der Natur zu verinnerlichen, durch die wir oft so gedankenlos marschieren, ohne sie zu bemerken. Ich bin dann in Gedanken ganz tief bei Nori, die als Hund jeden Tag genießt und i m m e r ganz deutlich die Schönheit und Ruhe draußen wahrnimmt. Ihr Instinkt mag einfach sein, aber s i e lebt jeden Tag so, als wäre es ihr letzter, während wir Menschen immer nur rennen und hetzen und streben.

                      Wenn ich dann wieder daheim bin, fühle ich mich meistens besser.

                      Was ich aber jetzt immer tue ist, mich von ihr liebevoll verabschieden und sei es nur, dass ich Einkaufen fahre. Ich spreche mit ihr und versichere ihr, dass meine Gedanken immer bei ihr sein werden.

                      Und: Ich bemühe mich ganz, ganz stark, dass meine beiden anderen Hunde mich gelassen und liebevoll erleben. Sie haben es schließlich auch verdient.

                      Manchmal ist es ein fast nicht zu schaffender innerer Balanceakt, aber ich werde es schaffen. Ich werde es für jeden meiner Hunde schaffen. Sie sind und bleiben immer in meinem Herzen. Jede auf ihre Weise und jede so, wie ich sie geliebt habe.

                      Liebe Grüße und danke Euch allen für die vielen lieben Worte. Es tut unendlich gut...

                      Daniela mit Kara, Nori und Abby

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                      • #12
                        Hallo Daniela,

                        ich habe mich in Deinen Worten wieder gefunden. Ich habe fünf Hunde im Laufe der Jahre gehen lassen müssen und mit jedem Hund lernte ich dazu und ich lernte die Zeichen zu erkennen und habe ihnen zugehört.
                        Lieben Gruß
                        Carmen

                        www.das-leid-der-vermehrerhunde.de
                        info@das-leid-der-vermehrerhunde.de

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                        • #13
                          Zitat von Labbifreundin Beitrag anzeigen
                          Der Körper (das Seelenhaus) stellt seine Funktionen ein, denn sie werden nicht mehr benötigt. Die Seele benötigt jetzt keine Nahrung mehr, keinen Atem und kein Trinken. In diesem Zustand braucht die Seele unseres Hundes Ruhe, Frieden, Vertrautheit und "gehen lassen können". Loslassen.
                          Ich frage mich seit geraumer Zeit im Zusammenhang mit diesem Gedanken, nein, mit dieser Gewissheit, ob wir nicht mit dem so in 'Mode' gekommenen "erlösen", also dem vorzeitigen, bewussten Töten von sterbenden Tieren, diese um die Erfahrung des natürlichen Verlassens ihrs Körpers berauben.
                          Gruß aus Hamburg
                          Ralf


                          Deutscher Viceeuropaweltmeister
                          im Synchronleinenverdüddeln

                          (Dreiergespannklasse, zertifiziert,
                          Härtegrad Prädikatsterrier,
                          gezerrt, nicht geführt)

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                          • #14
                            Zitat von Nett-Man Beitrag anzeigen
                            Ich frage mich seit geraumer Zeit im Zusammenhang mit diesem Gedanken, nein, mit dieser Gewissheit, ob wir nicht mit dem so in 'Mode' gekommenen "erlösen", also dem vorzeitigen, bewussten Töten von sterbenden Tieren, diese um die Erfahrung des natürlichen Verlassens ihrs Körpers berauben.
                            Das ist eine schwierige Frage, Ralf.

                            Ich stand im letzten Jahr vor dieser Frage. Und ich hätte mir auch nichts mehr gewünscht, als daß mein Schäfchen von allein hätte gehen können, daß sie ihren Körper auf natürlichem Weg hätte verlassen können.

                            Aber sie war schon seit einigen Monaten sehr dement. Sie hat gefressen, getrunken bis zum Schluss. Sie hatte keine Schmerzen und ist noch mit mir spazieren gegangen. Keine großen Runden mehr, aber ihre kleinen, feinen hat sie gemacht. Sie hat draussen geschnuppert, ihre Umgebung wahrgenommen, war nicht apathisch nur sehr verwirrt und oft ein wenig orientierungslos.

                            Unruhig war sie schon länger. Sie hatte auch Schwierigkeiten sich hinzulegen. Aber mit meiner Hilfe kam sie immer zur Ruhe.

                            Aber dann kam der Tag, an dem etwas passiert ist. Ich weiß nicht was. Ein Gehirnschlag vielleicht, ich weiß es nicht genau. Von da an kam sie nicht mehr zur Ruhe. Sie legte sich nicht mehr, ließ sich von mir auch kaum noch hinlegen. Sie stand immer sofort wieder auf und lief umher........... ein fast 16 Jahre alter Hund, der nicht mehr schlafen konnte, nicht mehr ruhen konnte. Sie lief, Stunde um Stunde oft im Kreis und ich schaffte es immer nur für kurze Zeit (mal 30 Minuten, mal 3 Stunden) sie zum Schlafen zu bekommen. Ich denke, ohne mich wäre sie umhergelaufen, bis sie vor Erschöpfung umgefallen wäre.

                            Ich konnte ihr diesen Zustand nicht zumuten und habe dann die Entscheidung getroffen, ihr hinüber zu helfen. Sie bekam die Spritze zu Hause, in ihrem Körbchen, in meinen Armen.

                            In ihrem Fall bin ich fest überzeugt, daß ich die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt getroffen habe.............. für sie.
                            Zuletzt geändert von Mydog; 11.05.2010, 22:10.
                            Viele Grüße
                            Petra mit Mogli und dem Schäfchen im Herzen

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                            • #15
                              Liebe Daniela- ich wünsche dir von ganzem Herzen die Kraft, Deinen Weg zu gehen und finde es toll, wie intensiv Du Dich mit dem Thema Sterben auseinander setzt.
                              Wohl jeder wünscht sich, dass der geliebte Hund friedlich und entspannt in der gewohnten Umgebung gehen darf. Nur, können wir das gewährleisten? Können wir ermessen, wie sehr ein Hund leidet? Haben wir nicht Zeit seines Lebens eingegriffen in seine Lebenszeit? Ist es nicht ein Unterschied, ob die Lebenszeit durch den Alterungsprozess abgelaufen ist oder ob eine schwere Krankheit das Leben zu beenden droht? Wann haben wir die Pflicht, Leiden zu beenden? Können wir wirklich erkennen, wann ein Hund unter seiner Schwäche leidet? Das sind alles Fragen, die für mich sehr schwer zu beantworten sind. Ich habe für meinen Hund entschieden, ihn damals mit über 15 Jahren einschläfern zu lassen, weil ich an dem Tag begriffen hatte, wie würdelos das Leben (in meinen Augen) für ihn war: er war inkontinent, konnte nur noch in den Garten um sich zu lösen, seine Bewegungseinschränkung waren massiv- obwohl er noch gefressen und getrunken hat. Ohne das gesunde , nahrhafte Futter, wäre er schon viel früher gestorben- und deshalb stellt sich eben für mich die Frage, ob es richtig ist, auf ein natürliches Sterben zu warten, wenn wir auf der anderen Seite alles tun, um diesen natürlichen Prozess aufzuhalten.
                              Ich möchte das jetzt nicht als Kritik verstanden wissen, sondern habe meine Gedanken zu dem Thema aufgeschrieben.
                              LG Ingrid
                              www.hilfe-fuer-hundehalter.de

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