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Runter vom Sofa Beschäftigung bei schlechtem Wetter

Kirsten Wolf 14.04.2016

Ungemütliches Schmuddelwetter lädt nicht unbedingt zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Verlegen Sie kleine Trainingseinheiten und das Spielprogramm daher doch einfach ins Haus. Wie wäre es zum Beispiel, wenn Sie Ihrem Hund beibringen, sein Spielzeug selbst aufzuräumen? Oder Sie frischen erlernte Kommandos auf, bieten Ihrem Liebling eine wohltuende Massage an oder fordern ihn mit Stuben-Agility.

Hörprogramm gegen Angst

Schreck oder gar Panik vor Geräuschen ist ein weitverbreitetes Phänomen bei Hunden. Nutzen Sie die Stunden drinnen für ein Desensibilisierungsprogramm mit Hör-CD. Die gibt es im Fachhandel mit (fast) allen nur denkbaren Alltagsgeräuschen.

Erst ganz leise, allmählich etwas lauter: Gezielt an unbekannte Geräusche gewöhnen.
Erst ganz leise, allmählich etwas lauter: Gezielt an unbekannte Geräusche gewöhnen. © Illustration: Uli Knörzer

Spielen Sie die CD zunächst sehr leise, der Hund darf keine Angstreaktion zeigen (sonst leiser stellen). Sie selbst benehmen sich ganz normal und gehen nicht auf die Geräusche ein. Bleibt Ihr Hund ruhig, können Sie die Lautstärke allmählich steigern. Während die Geräusch-CD im Hintergrund läuft (und Ihr Hund entspannt ist), spielen Sie mit ihm, bieten ihm eine Leckerei an oder stellen ihm eine spannende Aufgabe. Endet ein Geräusch, hören auch Sie mit dem Spaßprogramm auf. So verknüpft Ihr Hund die Botschaft: Geräusche sind super, ich brauche keine Angst zu haben.

Bei Regen lassen sich gut die grauen Zellen mobilisieren.
Bei Regen lassen sich gut die grauen Zellen mobilisieren. © Illustration: Uli Knörzer

Becherspiel für schlaue Hunde

Immer mal wieder ein kleiner Denksport, das ist genau das Richtige für einen Regentag, zum Beispiel das Becherspiel. So geht’s: Sie brauchen maximal drei Becher und einige Leckerlis. Beginnen Sie mit einem Becher: Ihr Hund sitzt vor Ihnen, Sie legen unter den Becher – für den Hund gut sichtbar – eine Leckerei. Dann fordern Sie den Hund auf, sich das Futter zu holen. Vielleicht schnuppert er am Becher oder stupst ihn um, beides ist erlaubt und wird damit belohnt, dass er das Leckerli verspeisen darf. Loben Sie ihn außerdem kräftig.

Wenn Sie sicher sind, dass Ihr Hund sicher kombiniert hat – Leckerli unter Becher -, nehmen Sie einen zweiten Becher hinzu. Ihr Hund sitzt wieder vor Ihnen. Stellen Sie beide Becher mit etwas Abstand nebeneinander. Für den Hund gut sichtbar verstecken Sie nur unter einem Becher eine kleine Köstlichkeit. Eventuell heben Sie beide Becher noch einmal an, um dem Hund zu zeigen: Unter diesem liegt etwas, unter jenem nicht. Machen Sie alles ruhig und gelassen, ohne viel Reden, damit der Hund sich gut auf die Aufgabe konzentrieren kann. Nun fordern Sie ihn auf, sich das Leckerli zu holen. Erwischt er auf Anhieb den richtigen Becher, loben Sie ihn überschwänglich und überlassen ihm die Belohnung. Geht er zum falschen Becher, reagieren Sie gar nicht, sondern warten ab, bis er sich dem richtigen Becher zuwendet – dafür gibt es ein dickes Lob und das Leckerli.

Erst wenn der Hund jedes Mal sicher auf den richtigen Becher zugeht, können Sie die nächste Konzentrationsstufe anpeilen, beispielsweise die beiden Becher – einer gefüllt, der andere nicht – für den Hund gut sichtbar gegeneinander verschieben. Das ist eine schwierige Aufgabe für Ihren Vierbeiner! Eine weitere Steigerung sind drei Becher – zunächst einfach nebeneinander, einer gefüllt. Für Fortgeschrittene kann man auch in der Dreierreihe verschieben. Vorsicht: Überfordern Sie Ihren Hund nicht, das beschert nur Frust. Spielen Sie pro Durchgang nicht mehr als zwei, drei Aufstellungen. Für die große Pause bietet sich ein kleines Tobespiel oder eine Kuscheleinheit an, um die Anspannung zu lösen.

Geht auch drinnen: Stuben-Agility statt Stubenhocken
Geht auch drinnen: Stuben-Agility statt Stubenhocken © Illustration: Uli Knörzer

Agility für Stubenhocker

Runter vom Sofa: Aus Möbeln, Kisten, Hula-Hoop-Reifen, Spieltunneln lässt sich ein wunderbarer Indoor-Sportparcours für unseren gelangweilten Vierbeiner aufbauen. Wenn Sie und Ihr Hund bereits erfahrene Agilitysportler sind, wissen Sie ohnehin, was Sie ihm zumuten können und worauf es ankommt. Für Anfänger gilt: Je einfacher, desto mehr Erfolgserlebnisse – das fördert die Spiellaune. Wichtigste Regel: Safety first, Sicherheit steht an erster Stelle.

Lassen Sie Ihren Hund nicht auf wackelige Konstruktionen springen, sondern nur auf solides Material. Achten Sie immer darauf, dass der Hund nicht überfordert wird: Zeigt er Unbehagen oder Angst, schrauben Sie die Anforderungen zurück und üben die jeweilige Sportaufgabe Schritt für Schritt. 

Vorschläge für einen Indoor-Parcours: Eine Stange (zum Beispiel Besenstiel) auf zwei (kleine) Bücherstapel gelegt, dient zum Darüberspringen.

Sie können auch mehrere Hindernisse auf diese Weise hintereinander aufbauen. Legen Sie eine Decke über zwei Stuhllehnen und machen daraus ein Hindernis zum Unterdurchlaufen. Ein flacher Tisch mit einer rutschfesten Unterlage bedeckt (zum Beispiel Gummimatte), wird zum Springturm – darauf muss Ihr Hund Sitz machen, auf drei darf er wieder herunterspringen. 

Ist der Kriechtunnel der Kinder groß genug, sodass Ihr Hund hindurchpasst? Dann bieten Sie ihm die Passage an. Noch Puste? Drei flache Gegenstände, zum Beispiel Brett, Schirm, Besenstiel, hintereinander auf den Boden gelegt, fertig ist der Weitsprung. Trainieren Sie ohne Zwang: kein Zerren, kein Schieben. Erklären Sie das auch Ihren Kindern. Tadeln ist tabu! Locken Sie mit Worten und Leckerlis, damit sich Ihr Hund auf weitere tolle Spiele freut!

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