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ZUM FEST AN DIE ANDEREN DENKEN Was wurde aus Lucy und Loki

Sophie Prüfert 30.11.2017

In Heft 6/2017 berichtete DOGS über das schwere Schicksal der Hunde Lucy und Loki, die mit anderen Tieren aus einem Zoo der syrischen Stadt Aleppo gerettet wurden. Zu Weihnachten wartet nun ein neues Zuhause auf die Hunde und es gibt noch mehr Überraschungen.

Lucy Loki Tierschutz

Nachdem die beiden Hunde von ihren Besitzern im Kriegsgebiet von Syrien zurückgelassen wurden, nahm ein Wärter des „Magic World“-Vergnügungsparks in Aleppo die beiden Tiere auf. In einem Käfig überstanden sie Bombenangriffe, Krankheiten und Hunger, bis die Tierschutzorganisation Vier Pfoten sie zusammen mit Bären, Tigern und anderen Tieren befreite. In einer aufwendig geplanten Rettungsaktion wurden die Tiere von Syrien in ein Wilschutzzentrum in der Türkei gebracht. Von da ging es weiter nach Jordanien, auf der Suche nach einem neuen Zuhause. DOGS berichtete über die Aktion in Heft 6/2017 ›Heft bestellen

Die Geschichte von Lucy und Loki geht weiter. Zusammen mit der Tierschutzorganisation TEAM Dog Rescue aus Toronto wurden die Hunde nach Kanada geflogen. Zum ersten Mal haben die Huskys nun ein eigenes Hundebett und gehen auf lange Waldspaziergänge. Loki liebt es zu spielen, vor allem Tauziehen, und hält ständig Ausschau nach einem Spielgefährten. Die Mitarbeiter der Organisation berichten, dass beide sich außerordentlich freundlich und sehr sozial gegenüber anderen Hunden und Menschen verhalten, was angesichts ihrer Vergangenheit bemerkenswert ist.

Doch die größte Neuigkeit bringt Hundedame Lucy. Völlig unbemerkt in den Strapazen der Rettungsaktion brachte die Hündin am 19. November sechs gesunde Welpen zur Welt. Die Tierschützer haben damit nicht nur zwei, sondern gleich acht Hunde aus Aleppo gerettet. Über ihre Facebookseite stellt die Organisation nun den Nachwuchs vor. Wenn Lucy und Loki sich eingewöhnt haben und die Welpen alt genug sind, beginnt die Suche nach einem endgültigen Heim. Ein Happy End hoch acht.

Seit kurzem gibt es auch für die Tiere, die in Aleppo zurückgelassen wurden, eine tiermedizinische Grundversorgung. DOGS sprach mit Dr. Mohammad Youssef, dem einzigen Tierarzt der Stadt, dessen Arbeit aus deutschen Spendengeldern finanziert wird.

Tierarzt mit Hund

Interview mit Aleppos einzigem Tierarzt

Nach Kenntnis der Welttierschutzgesellschaft e.V. ist Dr. Mohammad Youssef derzeit der einzige in Aleppo und Umgebung tätige Tierarzt. Er stellt sich der Aufgabe, eine tiermedizinische Grundversorgung in dem Krisengebiet herzustellen. Finanziert durch die Welttierschutzgesellschaft und unterstützt durch Räumlichkeiten der Partnerorganisation „Il Gattaro d’Aleppo“, hat er seitdem bereits 130 kranke und verletzte Tiere versorgt.

DOGS: Dr. Youssef, wie gelingt diese Arbeit im Kriegsgebiet?

Dr. Mohammad Youssef: Der Krieg ist in unserer Region dauerhaft präsent. Wir bemühen uns daher, die zu behandelnden Tiere so schnell wie möglich in unserem provisorischen Tierschutzzentrum medizinisch zu versorgen.

DOGS: Was können Sie über die Behandlung von Hunden sagen?

Dr. Mohammad Youssef: Die Behandlung von Hunden ist wunderbar und macht Spaß, weil ein Hund ein Haustier und seinem Besitzer treu ist.

DOGS: Welchen Tieren helfen Sie in erster Linie?

Dr. Mohammad Youssef: Katzen, dann Hunden, dann Pferden, Kühen, Schafen und Vögeln.

DOGS: Was konkret behandeln Sie am häufigsten?

Dr. Mohammad Youssef: Wir versuchen, den grundlegenden Gesundheitszustand durch Impfungen, sofern sie uns zur Verfügung stehen, Vitamine und Entwurmung zu verbessern.

DOGS: Woher erhalten Sie die Medikamente?

Dr. Mohammad Youssef: Einige Medikamente sind auf dem lokalen Markt erhältlich, aber die meisten sind nicht verfügbar, vor allem Impfstoffe und Anästhetika.

DOGS: Wer zahlt? Können Tiere auch kostenlos behandelt werden?

Dr. Mohammad Youssef: Die Tiere werden kostenlos behandelt, weil den Menschen vor Ort aufgrund der harten Bedingungen des Krieges keine Bezahlung der tierärztlichen Leistungen möglich ist

DOGS: Wo finden die Behandlungen statt?

Dr. Mohammad Youssef: Die Behandlungen finden in einer kleinen provisorischen Tierarztpraxis in dem provisorischen Tierschutzzentrum statt, aber für andere Tiere wird die Behandlung auf den Farmen der Besitzer durchgeführt.

DOGS: Wie reagiert die Bevölkerung auf Ihre Arbeit?

Dr. Mohammad Youssef: Jegliche Hilfe wird von den Menschen gut aufgenommen. Sie sind beeindruckt und schätzen meine Arbeit und die der restlichen Teammitglieder.

DOGS: Gibt es Hindernisse und Einschränkungen?

Dr. Mohammad Youssef: Hindernisse sind der permanente Krieg und Bombenangriffe. An Einschränkungen gibt es die Nichtverfügbarkeit von geeigneten Medikamenten und Impfstoffen für die Behandlung von Haustieren wie Katzen und Hunde.

DOGS: Sie gehen bei Ihrer Arbeit ein hohes Risiko ein?

Dr. Mohammad Youssef: Die Risiken sind unter Luftbeschuss zur Arbeit zu gehen und die Gefährdung des provisorischen Tierschutzzentrums durch Luftangriffe.

DOGS: Wie gehen Sie mit traumatisierten, verletzten Tieren um?

Dr. Mohammad Youssef: Mit größtmöglicher Freundlichkeit und Liebe werden sie medizinisch versorgt und gefüttert, um ihr Leben zu retten.

DOGS: Wer kümmert sich nach der Behandlung um die Tiere?

Dr. Mohammad Youssef: Im provisorischen Tierschutzzentrum erhalten die Tiere eine dauerhafte Bleibe und können dort medizinisch versorgt werden und sie erhalten Futter. Außerhalb des Zentrums sind die Besitzer nach der Behandlung zuständig, wir statten aber auch Kontrollbesuche ab.

DOGS: Gibt es trotz der schwierigen Situation schöne, erfüllende Momente?

Dr. Mohammad Youssef: Im August dieses Jahres konnte ich in Zusammenarbeit mit dem Gattaro-Team vierzehn wilde Tiere aus schlechter Haltung in Aleppo retten und sie aus dem Kriegsgebiet bringen. Es war der glücklichste Moment in meinem Leben, da die Tiere zuvor an Hunger und Krankheiten oder durch Bombenangriffe starben.

Unterstützen Sie die Arbeit der Tierschützer in Syrien durch Ihre Spende!

Der gemeinnützige Berliner Verein Welttierschutzgesellschaft e.V. finanziert die Arbeit von Dr. Mohammad Youssef in Aleppo. Mit einer Spende können Leserinnen und Leser von DOGS die medizinische Versorgung der Tiere durch Dr. Youssef unterstützen. Weiterhin ermöglichen Sie mit ihrer Spende dem Tierarzt den Kauf von Medikamenten. Weitere Informationen und die Spendenmöglichkeit finden Sie auf www.welttierschutz.org

Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE38370205000008042300
BIC: BFSWDE33XXX

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