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Ostfriesische Inseln Ablegen. Loslassen. Entschleunigen

Cornelia Gerlach 20.04.2016

Nirgends ist das Leben geruhsamer als auf den Ostfriesischen Inseln. Auch Hunde blühen spürbar auf.

Wangerooge

Da vorn der Hafen. Das Auto ist geparkt. Ab hier geht es ohne weiter. Wir laufen zur Fähre, in der einen Hand den Rollkoffer, in der anderen die Hundeleine. „Man tau“, grüßt der Seemann mit Pudelmütze und goldenem Ohrring, „beeilt euch, wir wollen los.“ Shorty, mein kleiner Strandhundmix, tänzelt über die Gangway an Bord. Möwen kreischen, es riecht nach Schlick. Tuuuut. Die Fähre schiebt sich am Molenkopf vorbei. Wir sind unterwegs nach Wangerooge.

Im Strandkorb wird entspannt
Wo entspannt wird © Fotolia

Ablegen. Loslassen. Inselurlaub fängt mit der Überfahrt an, der Alltag bleibt zurück am Festland. Als wir das offene Wasser erreichen, sind die Menschen an Bord schon wie ausgewechselt: aufgekratzt und übermütig die Kinder, die Eltern erinnern sich an Kindheitssommer und planen die Strandburg. Shorty liegt auf ihrer Decke und träumt. Ahnt sie die langen Spaziergänge am Strand?

Wangerooge ist die zweitkleinste der Ostfriesischen Inseln. Hier ist alles überschaubar. Die Wege sind kurz, die Gemeinde leistet sich den Luxus, Autos so gut wie ganz zu verbieten. Entschleunigen heißt die Devise, auch der Hund ist schnell entspannt. Das Gepäck karrt man im Bollerwagen zur Pension. Der Plan für die nächsten Tage: ausschlafen, Frühstück und dann ab an die frische Luft.

Das Quartier haben wir in einer der kleinen Pensionen gebucht, die es hier noch gibt, mit einer Wirtin, die ihre Gäste persönlich betreut.­ Der Zeitgeist tendiert zwar zu Ferienwohnungen. Aber für mich ist es Luxus, wenn jemand morgens den Tisch deckt und ein paar freundliche Worte findet. Am Nachbartisch sitzt eine ältere Dame, ihr zu Füßen thront ein Dackel. Wir kommen ins Gespräch. Dies ist ihr zwanzigster Sommer auf der Insel, erzählt sie. Sie komme jedes Jahr her und bucht schon im September, dann kann ich mich neun Monate lang freuen“, sagt sie. Ihr Plan für heute: sich ihren­ angestammten Platz am Strand zu sichern.

Ein bisschen wie Bullerbü, nur in Deutschland

Hundekörbe, das sind auf Wangerooge die Strandkörbe, die am Hundestrand stehen. In einem Badekarren hat der Strandwärter sein Büro. Günther Manott kennt seine Kundschaft. Die Frau vom Nachbartisch wird wie eine alte Bekannte begrüßt. „Ist mein Platz vorn am Spülsaum wieder frei?“ „Natürlich!“ Manott zieht die Karteikarte für den passenden Korb aus seinem Kasten. Rund siebzig Hundekörbe vermietet Manott, von 1400 Strandkörben auf der Insel. Mehr als die Hälfte seiner Kunden kommt, typisch für die Inseln, jedes Jahr wieder. An schönen Tagen sind rund siebzig Hunde auf diesem Flecken Strand. „Das geht ganz 
entspannt“, sagt Manott. Jeder hat sein Plätzchen, was die anderen respektieren. Dackel und Frauchen sind zufrieden, so soll es sein. Auch das macht Inselferien so besonders: das Gefühl, dass alles so ist wie immer. Ein bisschen wie Bullerbü, nur in Deutschland. Voll schöner Erinnerungen. Und jedes Mal anders. Wer, wie wir, zum ersten Mal da ist, wird angesteckt von diesem Zuhausegefühl.

Fazit: Wer im Hochsommer auf einer der Inseln Urlaub machen möchte, sollte rechtzeitig buchen. Besonders an den Hundestränden sind dann oft alle Strandkörbe belegt. Die Touristeninformationen sind bei der Suche nach hundefreundlichen Vermietern behilflich, egal ob Pension, Ferienwohnung oder Hotel.

SCHLAFEN

Im Hotel Villa im Park logiert man im ruhigen Kurpark und  hat es dennoch nicht weit bis zum Strand. DZ ab 129,50 Euro,  Hund 15 Euro, Dorfplatz 16, www.vip-wangerooge.de

Einheimische Vermieter bieten  klassische Pensionszimmer online an. Bei vielen Pensionen sind Haustiere gern gesehene Gäste, www.wir-wangerooger.de

SCHLEMMEN

Die Strandlust auf Wangerooge bietet Frozen Joghurt auch für Hunde an. „Cold & Dog“ heißt das Hundeeis aus natürlichen Zutaten, zum Beispiel Wildlachs oder Rind mit Karotte. Obere Strandpromenade 27, www.strandlust-wangerooge.de

HINGEHEN

Dicht an die Dünen gekauert ist das Café der Surfschule Wangerooge, einer der coolsten Spots der Insel. Hier können Hund und Besitzer nach einem langen Spaziergang am Weststrand ausruhen und den Surfern zuschauen, für die  Wangerooge an Westwindtagen das Hawaii des Nordens ist. Am Wattenmeer 2, www.windsurfing-wangerooge.de

HundeFreund

2016.06.06 um 18:34 Uhr

Gar keine Ostfriesenwitze hier! Haha!

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