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WISSEN Endlich Sommer?

Meike Winnemuth 31.07.2017

Wenn der Hund die Jahreszeiten auf den Kopf stellt: Meike Winnemuth freut sich jetzt schon wieder auf den Herbst

Endlich Sommer? Wenn der Hund die Jahreszeiten auf den Kopf stellt: Meike Winnemuth freut sich jetzt schon wieder auf den Herbst
© Getty Images

Dass sich mit einem Hund vieles, eigentlich sogar alles ändert, ahnt man schon am ersten Tag. Doch wer hätte gedacht, dass gleich Jahreszeiten auf den Kopf gestellt werden, dass man zum Beispiel plötzlich den Sommer verflucht und einen kalten Herbst herbeisehnt?

Sommer prä Hund, das war: Sonne, Strand, Picknick im Park auf großen Decken, laue Abende im Straßencafé, unverantwortlich viel eisgekühlter Rosé. Sommer mit Hund, das ist: die verdammte Sonne (viel zu heiß für den Kleinen, Autotransport unmöglich bis tierschutzrechtlich relevant, Abkühlung im See unmöglich wegen a: Brutsaison oder b: stinkender Blaualgenplage), das Hundestrandgetto mit verhaltensauffälligen Kläffern als Nachbarn und tonnenweise Hundegepäck von Sonnenzelt bis Wasserstation, Parkspaziergänge nur an der Leine wegen der Picknicker auf großen Decken und Grillern mit Wurstpaketen, Straßencaféabende höchstens in eher unbeliebten Straßencafés, weil in den beliebteren Läden schon andere Hunde unter Nachbartischen liegen, die ihr Kurzzeitrevier verteidigen, und zu guter Letzt maximal zwei Glas vom eisgekühlten Rosé, sonst kommt man morgen früh wieder nicht rechtzeitig zur ersten Gassirunde raus. Mit anderen Worten: Der Sommer ist eine Zumutung für Hund und Halter.

Möge er kurz sein, möge er kalt sein, möge er bitte endlich vorbei sein, das sind die Stoßgebete des Hundebesitzers, das sind zumindest meine. Vorbei die Zeiten, als der Sommer für mich Erdbeerkuchen und Bauernrosen und heruntergekurbelte Autofenster bedeutete und nicht Zeckenplage und heißer Asphalt unter zarten Pfoten. Gott, ich vermisse den Sommer. Den alten Sommer.

Gottlob nähern wir uns allmählich dem Herbst mit all seinen hundefreundlichen Eigenschaften. Mit frischer Luft, mit leeren Stränden und leeren Parks. Endlich ist es wieder kühl genug, um die praktische Jacke mit den vielen Taschen anzuziehen, in denen man alles Nötige von Gassibeutel über Ball bis Trainingsleckerli unterbringen kann – keine Chance, all das in dünnen Sommerfähnchen zu verstauen. Und kühl genug für Schuhe, in denen man richtig gehen kann – die Spaziergänge in Flipflops und Ballerinas waren doch merklich kürzer geworden, gottlob parallel zur Lust des Köters, sich überhaupt von der Stelle zu bewegen.

Wenn man es recht bedenkt, gibt es nur ein verdammt kleines Zeitfenster, das man als veritables Hundewetter bezeichnen kann, als ideal für Mensch und Tier: circa vierzehn bis siebzehn Grad, sonnig (besser noch leicht bedeckt = weniger hundelose Herbstspaziergänger), trocken (und zwar seit zwei Tagen trocken = weniger Matschpfützen) und idealerweise nicht bereits um sechzehn Uhr stockdunkel. Wie viele Tage dieser Art gibt es im Jahr? Vier? Fünf? Es sind die wahren Feiertage im Leben von Hund und Herr.

Denn kurz darauf wird es wieder fies. Angesichts des nassen Herbstlaubs und der frühen Dunkelheit lassen viele den Gassibeutel stecken und kicken die Hinterlassenschaften ihres Hundes bestenfalls unbemerkt unter Laubhaufen. Nicht schön, wenn der eigene Hund gern in Laubhaufen springt. Und dann der Regen: schwierig, wenn man es mit einem ausgesprochenen Regenschisser zu tun hat wie ich. Beim kleinsten Nieseln drückt sich Fiete an Hauswänden entlang und ist plötzlich einem Stadtspaziergang nicht abgeneigt, weil es da viele schützende Markisen gibt, zwischen denen man Sprints einlegen kann. Unter Bäumen hingegen bleibt er unangebracht lange stehen. Nassgeregnete Bäume lassen sich nun mal schwerer lesen, die Peemail der fünf Vorgänger ist verwässert, also dauert das. Und dauert. Und es tropft von oben. Und tropft.

Gerade das miese Wetter allerdings sorgt dafür, dass wir Hundehalter endlich wieder in den uns gebührenden Rang von Heroen erhoben werden, viel bewundert für den übermenschlichen Stoizismus, mit dem wir durch Platzregen und Hagelschauer und Schneestürme schreiten, alles nur im Dienst der lieben Kleinen. Ah, süßer Ruhm! Endlich wieder Herbst! Endlich wieder Held!

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