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Nordische Leichtigkeit Dänisches Inselglück

Sabine Wesemann 02.11.2016

Auf der Ostseeinsel Ærø leben Bente Andersen und Lutz Reimers mit zwei Silken Windsprites ihren Traum und beweisen, dass skandinavischer Wohnstil und ein unkompliziertes Leben mit Hunden bestens vereinbar sind

Lebenstraum mit Selma & Socke

„Ærø ist das Paradies“, meint Bente. Für Mensch und Hund, wie es scheint, denn die Designerin hat sich vom Leben in ­Hamburg fast verabschiedet und auf der Ostseeinsel den Traum vom Landleben ­verwirklicht: einen alten Bauernhof liebevoll restauriert, die Felder in einen großzügigen Landschaftsgarten verwandelt und eine Zucht von Silken Windsprites gegründet, die höchste Auszeichnungen erreicht hat. Ihre Einrichtung ist stylish und trotzdem ­unkompliziert. Die Hunde dürfen sich überall frei bewegen, Tabubereiche gibt es nicht. Das gilt auch für Gasthund Asta.

Schöner wohnen gefällt auch den Hund

Die Designerin liebt den klaren Look ­skandinavischer Designmöbel aus den Sixties. Auf Ærø setzt sie betont ländliche Akzente dazu. Freigelegte Holzbalken und ein gusseiserner Kaminofen passen gut in das Bauernhaus. Die alten Dielen wurden mattglänzend weiß lackiert und geben ­enorme Helligkeit. Zugleich sind sie pflegeleicht. Spuren von nassen Hundepfoten ­werden einfach weggewischt. Deshalb hat sie auch auf Teppiche weitgehend verzichtet. Die schwarzen Sofas werden mit waschbaren Quilts geschützt – „die waren vor den Hunden da.“

Windsprites
Bente liebt das rohe Holz des Esstischs als Kontrast zu den Teakstühlen. Die Hocker aus Olivenholz hat sie auf Mallorca ­entdeckt, wo sie mit ebenso leichter Hand ein Ferienhaus eingerichtet hat, das sie vermiete (rechts). Sogar der Futterplatz in der ehemaligen Waschküche ist appetitlich gestylt (links). © Janne Peters

Kollegen unter sich Maler und Modell

Im Atelier unter dem Dach herrscht Stille. Wenn Bente hoch konzentriert an ihrer Kunst arbeitet, verhalten sich die Hunde ruhig. Dabei stehen sie auch hier im ­Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, denn es sind zauberhaft eingefangene Porträts von Hunden, die die Dänin als Radierungen anfertigt. Das verlangt viel technisches Können, aber vor allem den Blick tief in die Seele des Modells. Bente liebt die Tiere, sie kann deren Charaktereigenschaften sublim beschreiben und in Grafiken umsetzen. Es war ja nicht zuletzt die Ästhetik dieser Hunde, die für sie und ihren Mann, den deutschen Architekten Lutz Reimers, ein starkes Auswahlkriterium darstellte. Aber als Künstlerin reizen sie auch andere Charaktere. Den kleinen Mops porträtiert Bente genauso treffend wie die
Deutsche Dogge. Eine echte Hundeversteherin eben.

Selbstredend haben Selma und Sokke im Atelier ein eigenes Plätzchen. Bente macht ihnen das Angebot, käme aber nie auf die Idee, die Hunde stets an ihre Seite zu holen. „Selma ist sehr privat, sie zieht sich gern zurück. Sokke will immer mittendrin sein.“ Die Beziehungen im Haus auf der Insel sind eindeutig auf gegenseitigen Respekt gegründet.

Süße Träume Spielraum ist überall

Die Hunde gehorchen aufs Wort, manchmal schnippt Bente nur mit den Fingern, schon steht Sokke ­aufmerksam vor ihr. „Man kann sie nicht mit Drill erziehen“, sagt Bente, „dann verweigern sie sich.“ Für die Spaziergänge in Feld und Wald hat sie eine Flöte. Es gibt Regeln, klar gesetzt und klar befolgt. Kein Hund im Bett ist eine davon. Weil die beiden aber ansonsten überall dabei sein dürfen, scheint das auch gar nicht ihr Verlangen zu sein. Die Schlafzimmertür ist offen und es klappt trotzdem. Der Hirtenteppich vor dem Bett ist allerdings ein begehrtes Plätzchen, da kann man schon mal auf ein Hundespielzeug treten. Davon gibt es reichlich, die Windsprites lieben ihre kleinen Trophäen. Bente kauft ihnen echte Plüschtiere, die sie selbst hübsch findet, weil sie den Anblick sonst nicht ­ertragen könnte. Wenn sie zerfleddert sind, werden sie ersetzt. Ein teurer Spaß? Es gibt doch Flohmärkte und Secondhandläden für Kindersachen! Die Dänen sind praktisch, wenn es um Wohnästhetik geht.

Janne Peters
Das Hundespielzeug liegt aufgeräumt in Körben, Hundekissen und -decken passen ins Farbschema des Hauses © Janne Peters

Am Horizont ist immer das Meer

Für Ærø haben die Reimers sich entschieden,weil sie beide gern in der Natur leben und ihr geschäftiges Berufsleben hinter sich lassen wollten. Spaziergänge durch die Felder oder am Meer gehören zu ihrem täglichen Rhythmus. Schon beim Aufwachen am Morgen reicht der Blick bis zum Horizont. Weite wirkt auf die Menschen entschleunigend, die Hunde drehen umso lieber ordentlich auf. Wo viel Platz zur Verfügung steht, sind auch Gäste willkommen. Gerade ist Verwandtschaft zu Besuch, die zarte Asta stammt aus dem ersten Wurf von Selma (3) und Sokke (4). Ihre Menschen sind gerade im Urlaub und haben bei Bente ein offenes Herz gefunden. Sie hegt den Verdacht, dass Menschen sich immer einen zweiten Hund anschaffen, wenn sie sich einmal in Silken Windsprites verliebt haben. Das angenehme Wesen und die stabile Psyche dieser Hunde machen sie zu idealen Teams, mit denen sich gut leben lässt.

„Auf Ærø haben praktisch alle Bauernhäuser Meerblick“, sagt Lutz Reimers amüsiert. Gekauft haben sie eines der wenigen ohne. Der historische Dreikanthof liegt so bezaubernd außerhalb des Dorfs, dass sie sich angekommen fühlten. Kontakt zu Bente und Lutz: www.soulmate-silkenwind.com.

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