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Praxistipps Hunde im Alter: Ernährung

Kate Kitchenham, Jesko Wilke 11.10.2010

Die Verdauung älterer Tiere ist anfälliger gegen Störungen: Ungewohntes Futter und geänderte Fresszeiten können Beschwerden bereiten. DOGS erklärt, was ältere Hunde brauchen, um fit zu bleiben.

Kalorien raus

Mit der Zeit passt sich der Stoffwechsel der geringeren Bewegung im Alter an. Fatal, denn dann wird aufgenommenes Futter nicht mehr in Muskulatur, sondern in Fett umgewandelt. Die Folge: Die Hunde neigen dann zu Übergewicht. Ein Seniorenmenü sollte deshalb weniger Kalorien enthalten. „Wenig sinnvoll ist es, einfach nur kleinere Portionen zu geben, denn dabei bleiben nicht nur Kalorien, sondern auch wertvolle Nährstoffe auf der Strecke“, sagt Tierärztin Thekla Vennebusch.

Ernährung: Hunde im Alter
Wenn die Verdauung im Alter nachlässt, ist für Bello Schonkost angesagt © iStockphoto

Ausnahmen bestätigen die Regel

Manche alten Herrschaften leiden unter dem gegenteiligen Problem: Sie werden im Alter dünner oder leiden unter Appetitmangel, weil Geruch und Geschmack nicht mehr funktionieren oder ihre Zähne schmerzen. Außerdem arbeitet der Darm nicht mehr so effektiv, viele ältere Hunde können weniger Nährstoffe aus dem Verdauungstrakt aufnehmen. Bei schlechten Fressern sollte man aus diesem Grund auf eine Reduktion der Kalorien verzichten.

Muskelfleisch statt Schlachtabfälle

Qualitativ hochwertiges Eiweiß schmeckt nicht nur besser, es lässt sich vom Organismus auch optimal verwerten. Je älter der Hund, desto mehr sollte er zum Gourmet werden. Muskelfleisch, Herz, Ei, auch Quark oder Hüttenkäse sind leicht verdaulich. Hochwertiges Eiweiß wird schon im Zwölffingerdarm von den Verdauungsenzymen in Bestandteile zerlegt, mit denen der Körper arbeiten kann.

Schwerverdauliche Eiweiße sind zum Beispiel in Ackerbohnen oder in stark sehnen- und knorpelhaltigem Fleisch vorhanden. Dieses Futter ist schwer verdaulich und gelangt nahezu unverdaut in den Dickdarm. Anstelle der Verdauungssäfte spalten hier Bakterien den Nahrungsbrei auf. Problem: Als Endprodukte entstehen zum Teil giftige Stoffe wie Ammoniak, das durch die Dickdarmschleimhaut in den Körper gelangt und Leber und Nieren belastet. Die Folge: Es entstehen Blähungen, riechende Gase, häufig auch Durchfall.

Auf Phosphor achten

Wenn bei alten Hunden die Nierenfunktion nachlässt, wird auch Phosphor vermindert über die Nieren ausgeschieden, sodass es zu einem Phosphorüberschuss im Blut kommen kann. Die Mineralstoffe Phosphor und Kalzium sind aufs Engste miteinander verknüpft. Der Körper ist immer bemüht, diese Mineralstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis zu belassen. Auf einen erhöhten Phosphorgehalt im Blut reagiert er deshalb mit dem Ausbau von Kalzium aus dem Skelett, die Knochen werden entmineralisiert und instabil.

Gleichzeitig lagert der Hundekörper Verbindungen aus Kalzium und Phosphor in Weichteilgewebe und Blutgefäßen ein, weil das Blut damit übersättigt ist. Arterienverkalkung, Durchblutungsstörungen und Nierenverkalkung sind die Folge, was die Nierenfunktion weiter verschlechtert. Mit hochwertigem Seniorenfutter wird dies berücksichtigt, es enthält moderate Mengen an Phosphor. Leidet der Hund bereits unter einer Schwäche der Nieren, sollte der Phosphor weiter reduziert werden. Es empfiehlt sich eine therapeutische Nierendiät. Sprechen Sie Ihren Tierarzt an.

Anti-Aging-Programm

Hochwertige Futter für ältere Hunde enthalten fast alle L-Carnitin und Antioxidantien wie die Vitamine C und E. Diese Stoffe stärken die Immunabwehr und fangen die aggressiven freien Radikale ab, die von Alternsforschern als eine Ursache für den Alterungsprozess ausgemacht werden. Vitamin E kommt in Maiskeimöl oder Sonnenblumenöl vor. Auch mit anderen wasserlöslichen Vitaminen wie den B-Vitaminen sollte im Seniorenfutter nicht gespart werden. Da bei geriatrischen Hunden die Nieren oft durchlässiger für wasserlösliche Vitamine werden, sollten sie in doppelter Erwachsenendosis gegeben werden.

Vorsicht bei dem fettlöslichen Vitamin A: Hunde, die Leber lieben oder übermäßig Vitaminpaste oder Lebertran schlabbern, können sogar überversorgt werden. Vitamin A reichert sich im Lauf der Zeit im Fettgewebe an und kann auf lange Sicht die Leber belasten. Leidet der Senior unter trockenem Fell, Haarausfall, Juckreiz und vermehrten Hautinfektionen, kann die Zufuhr von essenziellen Fettsäuren, vor allem den Omega-3-Fettsäuren helfen. Diese sind in Leinöl und Fischöl enthalten.

„Großen Erfolg sehen wir beim Einsatz von Tiernahrung mit hohem Gehalt an Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl, besonders EPA, der Eicosapentaensäure, zur Unterstützung der Gelenke“, sagt Dr. Britta Kiefer, auf Ernährung spezialisierte Tierärztin bei Hill’s Pet Nutrition. Sie beeindrucken „die Aussagen von Hundebesitzern wie auch Ergebnisse von klinischen Untersuchungen, bei denen eine Reduktion der Schmerzmedikamente erreicht werden konnte.“ Neben diesem Ansatz werden schon lange Chondroitinsulfat und Glucosamin zum Beispiel aus Grünlippmuschelextrakten zur Gelenkunterstützung eingesetzt. Ist Ihr Hund wegen Arthrose in Behandlung, sprechen Sie mögliche Maßnahmen mit dem Tierarzt ab.

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