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Ungesund Knoblauch – gut oder giftig?

02.09.2008

Was für viele Menschen eine schmackhafte und gesunde Zutat für ein leckeres Essen ist, sollte eher nicht auf dem Speiseplan des Hundes stehen.

Knoblauch - gut oder giftig?
Ist Knoblauch ein gutes Mittel gegen Flöhe und Würmer ? © Fotolia

Viele Hundehalter mischen regelmäßig Knoblauch unters Futter und erhoffen sich von dem stark riechenden Knollengewächs, dass es Parasiten wie Flöhe und Würmer vergrault. Dieser Effekt ist aus der Schädlingsbekämpfung von Pflanzen bekannt. „Doch Zwiebeln und Knoblauch enthalten eine Substanz, die das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen zerstört“, erklärt Professor Dr. Ingo Nolte von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Die Folge: Die zerfallenen Blutzellen verstopfen die feinen Nierenkanäle, es kann zu Blutarmut (Anämie) und Vergiftungserscheinungen kommen.

Die Giftigkeit ist abhängig von der Dosis

„Als toxische Dosis beim gesunden Hund wird bei frischem Knoblauch und auch Zwiebeln eine Menge von mehr als 5 g je Kilogramm Körpergewicht bzw. mehr als 0,5 % des Körpergewichts angegeben“, so Professor Nolte. Bei Knoblauchextrakt gilt 1,25 ml pro Kilogramm Körpergewicht als giftig. Das heißt: Für einen 20 kg schweren Hund könnten Knoblauchmengen ab 100 g (ca. zwei Knollen) gefährlich werden. Wichtig: Die Art der Darreichungsform (frisch, getrocknet, pulverisiert oder auch vorgekocht) ist nicht entscheidend, die schädliche Wirkung bleibt nahezu unverändert erhalten.

Individuelle Unterschiede

Die absolute Giftigkeit kann von Hund zu Hund schwanken: Manche Tiere reagieren empfindlicher, bestimmte Rassen sollten sogar ganz von Knoblauch fern gehalten werden, erklärt der Tierarzt: „Bestimmte Hunderassen wie der Akita und Shiba Inu weisen eine angeborene Abnormalität der roten Blutkörperchen auf, so dass sie als besonders sensibel gelten.“ Generell gilt: Zweimal in der Woche ein Knoblauchzehe ist eher unbedenklich. Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, sollte den Hundenapf zur knoblauchfreien Zone erklären.

Vergiftungssymptome sind zum Beispiel Durchfall, Erbrechen, Schwäche, erhöhte Atem- und Herzfrequenz, blasse, ggf. gelbliche Schleimhäute (als Hinweis auf eine Blutarmut). Schwierig für die richtige Diagnose: Die Symptome können nach wenigen Stunden oder auch erst nach einigen Tagen auftreten – in jedem Fall sollte der Hund schnellstmöglich einem Tierarzt vorgestellt werden.

Was ist mit Menschen? „Hunde reagieren viel empfindlicher auf die Verbindungen in Knoblauch als Menschen“, so Professor Nolte. Fazit: Menschen dürfen, Hunde eher nicht.

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