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Von A bis Z Das große DOGS Futter-ABC

Kate Kitchenham 24.11.2011

Die meisten unserer Hunde sind wohlgenährt. Aber bekommen sie damit auch das, was sie gesund und fit hält? Das große DOGS Futter-ABC erklärt, was Tierärzte, Ernährungsfachleute und Hundetrainer heute raten.

Abwechslung

Täglich das Gleiche zu füttern, ist praktisch und versorgt den Hund mit wichtigen Nährstoffen. Aber ist das für Bello nicht irgendwann langweilig?

„Fressen muss Spaß machen“, findet Hundetrainer Michael Grewe. Für ihn und die Ernährungsexpertin Natalie Dillitzer hat die Mahlzeit im Napf auch einen sinnlichen Aspekt: „Wenn Hunde gern fressen, macht sie das mit Sicherheit glücklich. Und Lebensfreude trägt zur Gesundheit bei“, so Grewe. Er selbst macht seinen Hunden ein vielfältiges, abwechslungsreiches Nahrungsangebot: Mal bekommen sie nur Fleisch, mal Fertigfutter, einen Knochen oder Reste vom Tisch.

Futterexpertin Dr. Dillitzer gibt aber zu bedenken: „Nur zehn Prozent aller Halter wollen oder können selbst kochen, die Mehrheit möchte das Füttern schnell und praktisch erledigen und kauft Fertigfutter.“ Allerdings sollte beim Kauf genau auf die Etiketten geschaut werden: „Manchmal suggerieren Hersteller Abwechslung durch verschiedene Bezeichnungen wie „mit Huhn“ oder „mit Ente“. Schaut man genau hin, enthalten alle Sorten sowohl Huhn als auch Ente.“ Michael Grewe rät zum Stück Fleisch: „Wozu haben Hunde Zähne? Sie lieben es, Fleisch vom Knochen abzuziehen, das beschäftigt sie, ist Arbeit, Auseinandersetzung mit dem Essen, macht satt und zufrieden.“ Tipp: Hersteller, die nur eine Fleischsorte verwenden, schreiben das meist deutlich auf die Packung, zum Beispiel Bubeck (www.bubeck-petfood.de).

Das DOGS Futter-ABC
Eine ausgewogene Ernährung ist Grundlage für die Gesundheit des Hundes. Die Wahl des Futters ist daher ein zentrales Thema unter Hundehaltern © plainpicture/Stephen Shepherd

Bio

Natürliche, unverfälschte Ernährung liegt bei Hundehaltern im Trend – und damit auch im Futterregal. DOGS erklärt, was man beim Kauf von Produkten aus ökologischer Erzeugung bedenken sollte.

Sicherheit: Die Bezeichnung „Bio“ ist nach EG-Verordnung 889/2008 über die Produktion, Kennzeichnung und Kontrolle von Erzeugnissen pflanzlichen oder tierischen Ursprungs auch für Heimtierfutter geschützt. Sie darf nur verwendet werden, wenn 95 Prozent der Zutaten aus ökologischem Anbau stammen – wenn bio draufsteht, darf auch nur bio drin sein.

Vielfalt: Es gibt diverse Ökosiegel, an denen man die Zertifizierung des Produkts nachvollziehen kann. Eine Übersicht bietet die Verbraucherzentrale Bayerns: www.allesoeko.net.

Qualität: Wie bei allen Futtersorten gibt es auch bei den Produkten ökologischer Hundenahrung Qualitätsunterschiede, was den Anteil an hochwertigen Proteinen, an Getreide und Nährstoffen oder das Herstellungsverfahren betrifft. Sie lassen sich einzig an einem Siegel nicht erkennen. Ein Vergleich der Zusammensetzung und der Nährstoffangaben lohnt sich.

Ethik: Unter Umwelt- und Tierschutzaspekten sind alle Nahrungsprodukte mit Biosiegel die bessere Wahl, da sie ohne Pestizide und Fleisch aus Massentierhaltung hergestellt werden.

Chemie im Futter

Geliermittel, Lockstoffe, Konservierungen und Geschmacksverstärker: Nahrungszusätze haben keinen guten Ruf. Zu Recht?

Die Ernährungsberaterin Dr. Natalie Dillitzer gibt nur teilweise Entwarnung: „Lockstoffe sind nicht als Zusatzstoffe definiert. Vielleicht werden hin und wieder Geschmacksverstärker eingesetzt, aber Hundehalter können sich sicher sein: Alle Zusatzstoffe sind gesundheitlich unbedenklich für den Hund.“ Der Grund: „Es gibt aufwendige Zulassungsverfahren, bevor ein Zusatzstoff ins Futtermittel darf.“

Übrigens: Pflegt ein Vierbeiner eine ausgeprägte Vorliebe dafür, seine eigenen Hinterlassenschaften wieder zu fressen, so tut er das nicht, weil Lockstoffe des Futters die Passage durch seinen Körper überstanden haben, wie vielfach angenommen wird. Dieses unappetitliche Fressverhalten hat meist andere Gründe.

Generell müssen bei Heimtierfutter vier Gruppen von Zusatzstoffen unterschieden werden: Gruppe 1 und 2 sind die sensorischen und technologischen Zusatzstoffe, auf die Hunde wahrscheinlich verzichten könnten. Sie sorgen dafür, dass Futter appetitlich aussieht oder die Feuchtigkeit gebunden wird, „damit dem Käufer beim Öffnen der Dose nicht alles um die Ohren spritzt“, so Dillitzer. Die dritte Gruppe der ernährungsphysiologischen Zusatzstoffe ist „zum Teil nur sehr schwer aus natürlichen Zusätzen zu gewinnen. Es handelt sich zum Beispiel um Spurenelemente, die für den Hund lebenswichtig sind. Für Vitamine und Mineralstoffe gibt es die natürliche Variante.“ Das Schlusslicht bildet die Gruppe der mikrobiologischen Stoffe: „Sie werden oft noch für eine intakte Darmflora beigefügt.“

Frei von Konservierungsstoffen kann man mittlerweile auf fast allen Verpackungen lesen. Die Fachärztin für Tierernährung und Diätetik erklärt: „Keine Dose braucht einen Konservierungsstoff. Allein durch die Sterilisation, durch den Druck und die Hitze wird das Produkt in der Dose haltbar gemacht. Trockenfutter wird durch die Trocknung konserviert, nur halbfeuchtes Futter, zum Beispiel weiche Kaustangen oder Leckerlis, haben einen Feuchtigkeitsgehalt von über vierzehn Prozent und müssen deshalb künstlich haltbar gemacht werden. Aber auch hier ist die verwendete Menge nicht gesundheitsschädlich“, erklärt die Ernährungsberaterin. Produktbeispiel: Frei von Farbstoffen und Geschmacksverstärkern ist die Hundenahrung „GesundFutter“ der Firma Dr. Schaette (www.schaette.de).

 

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