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Von A bis Z Das große DOGS Futter-ABC

Kate Kitchenham 24.11.2011

Die meisten unserer Hunde sind wohlgenährt. Aber bekommen sie damit auch das, was sie gesund und fit hält? Das große DOGS Futter-ABC erklärt, was Tierärzte, Ernährungsfachleute und Hundetrainer heute raten.

Durchfall

Weil Hunde mit großer Begeisterung unappetitliche Dinge fressen, erkranken sie häufig an Durchfall. Tierarzt Dr. Volker Wienrich aus Berlin weiß, was Abhilfe schafft.

Woran liegt’s? Flüssiger Kot kann durch Mengen schwer verdaulicher Eiweiße aus verdorbenen Nahrungsmitteln, Milchzucker oder durch Parasiten wie den Wurm Giardia oder Salmonellen entstehen.

Was hilft? Der Hund wird sofort auf Nulldiät gesetzt, bei akutem Durchfall sogar zwei Tage lang. Um Elektrolytverluste auszugleichen, sollten 2 bis 3 Gramm Kochsalz in den Wassernapf gegeben werden. Auch gut: schwarzen Tee mit 2 bis 3 Prozent Traubenzucker anbieten oder „Royal Canin Rehydration Instant“ (15 mal 29 g, um 13,50 Euro).

Schonkost: Auf Fasten folgt leicht Verdauliches, mageres Hühnerfleisch und gekochter, weißer Reis. Bei anhaltenden Beschwerden kann ein Zusatz von B-Vitaminen ins Futter gegeben werden, die mit Ausnahme des Vitamins B12 vom Körper nicht synthetisiert werden können. Tipp: Fleisch, Milchprodukte, Bananen enthalten viele B-Vitamine.

Produktbeispiele: Hunden mit sensibler Verdauung kann ein Spezialfutter helfen, das den Darm schonend passiert und Elektrolytverluste ausgleichen soll: „Hill’s Prescription Diet Canine i/d“ (370-g-Dose, 3 Euro, 5-kg-Sack, 38,50 Euro), „Eukanuba intestinal“ (5 kg, 32 Euro).

Etiketten

Die Aufschriften auf Dose oder Futtersack sollen verraten, was darin steckt. So manche Deklaration braucht eine Übersetzung.

Alleinfuttermittel: Im Futter muss alles enthalten sein, was der Hund an Mineralstoffen, Spurenelementen und Proteinen benötigt. Es muss also keinerlei Ergänzungsfutter gegeben werden.

Deklarationspflichtig sind die Vitamine A, D und E, das Spurenelement Kupfer, Antioxidantien, Konservierungsstoffe und Farbstoffe. Weitere Zusatzstoffe können freiwillig aufgelistet werden.

Ergänzungsfuttermittel sollen ein selbst bereitetes Futter durch bestimmte Mineralstoff- oder Vitaminmischungen ergänzen, um Mängeln vorzubeugen. Wird das Nährstoff-Gleichgewicht gestört, kann es zu Gesundheitsschäden kommen, warnt der Tierarzt.

Feuchtigkeit: Ab 14 Prozent Feuchtigkeitsgehalt in Fertigfutter muss dieser Wert auf der Packung angegeben werden. Dosenfutter enthält bis zu 90 Prozent Wasser, Trockenfutter bis zu 10 Prozent.

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse: Fleisch steht für Schlachtabfälle aus der Produktion. Ab 4 Prozent Bestandteil einer Fleischsorte darf der Hersteller das Fleisch in die Produktbezeichnung mit aufnehmen, etwa „mit Huhn“. Tierische Nebenerzeugnisse bezeichnen Tiermehle aus Federn, Fell, Knochen oder Hufen.

Inhaltsstoffe: Hier werden die im Labor ermittelten Nährwerte des Futters angegeben. Berechnungsgrundlage ist der jeweilige prozentuale Anteil eines Nährstoffs an der Futtertrockensubstanz.

Rohasche: In 4 bis 6 Prozent dieses Inhaltsstoffs versammeln sich alle Mineralstoffe und Spurenelemente des Futters. Da die Zusammensetzung ausgewogen sein muss, geben viele Hersteller die Quelle und die Menge der einzelnen Stoffe genau an.

Rohfaser: 2,5 Prozent des Futters besteht aus Pflanzenfasern, die unverdaulich sind, die Darmbewegung anregen und Darmbakterien eine Grundlage zur Synthese von Vitamin K oder Biotin bieten sollen.

Rohfett: Ideal ist ein Wert von 12 bis 18 Prozent. Die Qualität der verwendeten Fette ist hier wichtig für eine gute Ernährung. So werden hochwertige Omega-3- oder Omega-4-Fettsäuren etwa in Form von Fisch- oder Nachtkerzenöl im Verhältnis 1 : 5 beigemischt.

Rohprotein: Ideal ist ein Wert von 25 bis 28 Prozent. Ob das Protein aus hochwertigem Muskelfleisch oder weniger wertvollem Bindegewebe gewonnen wurde, geht aus der Angabe jedoch nicht hervor.

Zusammensetzung: Hier werden die Inhaltsstoffe entweder in der Abfolge ihrer relativen Gewichtsmenge einzeln genannt oder nach Futtermittelgruppen (wie „tierische Nebenerzeugnisse“) aufgeteilt.

Zusatzstoffe sollen das Futter mit Spurenelementen oder Vitaminen anreichern oder dem Futter bestimmte Eigenschaften geben. Laut EU-Lebensmittelverordnung (EG 1831/2003) dürfen für Tiernahrung nur Zusatzstoffe verwendet werden, die auch für die Lebensmittelproduktion zugelassen wurden.

Futtermittelhersteller

Selbst in wirtschaftlichen Krisenzeiten wird viel Geld für Bellos Essen ausgegeben. Kein Wunder, dass der Markt boomt.

Trotz Boom liefern nicht alle Futterhersteller Qualität. „Jeder kann in seiner Garage ein Futter selbst herstellen und verkaufen“, weiß Dr. Natalie Dillitzer. „Die Futtermittelbehörde gibt zwar vor, dass ein Produzent für sein Futter haftet. Er muss also über ausreichend Sachkenntnis verfügen, um ein vollwertiges Alleinfutter herzustellen. Allerdings mangelt es an Kontrollen, ob dieses Ziel auch von jedem erreicht wird.“

Wer sichergehen möchte, dass Bellos Futter wirklich alle Ernährungsbedürfnisse erfüllt, sollte sich die kompletten Analysedaten vorlegen lassen. Kann ein Hersteller damit nicht dienen, rät Dillitzer zu Vorsicht: „Wer die Kosten von rund 1.000 Euro für die Analysedaten seines Futters scheut, dem würde ich nicht die Gesundheit meines Hundes anvertrauen.“ Übrigens: In der EG-Verordnung EG 767/2009 ist unter anderem festgelegt, dass auf den Produktpackungen von Hundefuttermitteln eine Telefonnummer, Homepage oder Emailadresse angegeben werden muss, unter der die Verbraucher detaillierte Auskünfte über die Zusammensetzung des Futters erhalten können.

Giftig

Hunde können eine Menge vertragen. Nur tut ihnen nicht alles gut. Rosinen und Weintrauben gelten beispielsweise als verboten. Ihre toxische Wirkung bei Hunden ist bekannt, nicht aber die genaue Dosis.

Schokolade: Kakaobohnen-Inhaltsstoffe wie Koffein und Theobromin können vom Hundeorganismus nicht abgebaut werden, da ihm hierfür ein bestimmtes Enzym fehlt. Je nach gefressener Menge, dem Anteil von Kakao in der Schokolade und der Größe der Hundes kann es zu unterschiedlich starken Vergiftungserscheinungen kommen.

Rohes Schweinefleisch: Auch wenn das Aujeszky-Virus selten geworden ist, sollten besonders Futterköche vorsichtig sein und Schweinefleisch nur gut durchgegart (bei 60 Grad) verfüttern. Es gibt keine Therapie, nach Ansteckung führt das Virus binnen Tagen zum Tod.

Bohnen, Auberginen, Kartoffeln: Ungekochte Nachtschattengewächse enthalten Solanin, das je nach aufgenommener Menge beim Hund Vergiftungserscheinungen auslösen kann. Durch Hitze wird der Giftstoff allerdings unschädlich gemacht, danach können zum Beispiel Kartoffeln als Kohlenhydratquelle unbedenklich verfüttert werden. Vorsicht: Im Kochwasser sind die giftigen Stoffe weiter enthalten, dieses sollte daher besser weggegossen und nicht mit verfüttert werden.

Schneckenkorn: Das enthaltene Metaldehyd kann nicht nur Schnecken, sondern auch Hunde vergiften. Das Problem: Hunde mögen Schneckenkorn wegen des süßlichen Geschmacks. Mittlerweile gibt es aber haustierfreundliche Präparate, die bitter schmecken und somit Hunde auf Abstand halten, zum Beispiel „Ferramol Schneckenkorn“ von Neudorff.

Zwiebeln und Knoblauch: Ab einer bestimmten Menge kann das Allylpropyldisulfid die Membran der roten Blutkörperchen beim Hund angreifen. Seine Blutzellen zerfallen, es droht Blutarmut. Erhitzen hilft nicht, da die zerstörerische Wirkung erhalten bleibt. Besser gar nicht geben.

Kirschen, Pflaumen, Pfirsiche: Gefährlich ist das in den Fruchtsteinen enthaltene Glykosid, ein blausäureähnliches Gift. Die Gefahr besteht in schweren Vergiftungen und Organschädigungen. Verschluckte Steine oder gärende Früchte können Darmverschluss verursachen.

 

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