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Von A bis Z Das große DOGS Futter-ABC

Kate Kitchenham 24.11.2011

Die meisten unserer Hunde sind wohlgenährt. Aber bekommen sie damit auch das, was sie gesund und fit hält? Das große DOGS Futter-ABC erklärt, was Tierärzte, Ernährungsfachleute und Hundetrainer heute raten.

Haut und Fell

Wenn es juckt oder der Hund seine Haare büschelweise verliert, können Parasiten, Stress oder der Hormonhaushalt die Ursache sein. Am häufigsten liegt’s aber am Futter, weiß Tierarzt Dr. Volker Wienrich. Ein Tipp: Zink

Die Haut schützt vor Austrocknung oder dem Angriff von Pilzen und Bakterien. Sie dient dem Körper als Lager für Vitamine, Wasser und Fette. Nerven leiten Signale wie Schmerz, Hitze oder Kälte in Sekundenschnelle ans Gehirn weiter. Damit alles reibungslos funktioniert, muss der talghaltige Schutzfilm der Haut intakt bleiben. Kratzt und juckt es oder leckt sich der Hund ständig, könnte dies ein Zeichen dafür sein, dass Nährstoffe fehlen. „In jedem Futter müssen alle Nährstoffe in ausreichender Menge und richtigen Relationen zur Verfügung stehen. Eine besonders wichtige Rolle für schönes Fell und gesunde Haut spielen hochwertige Proteine, die Fettsäure Omega 3, die Vitamine A, E, alle B-Vitamine, Biotin und bei den Spurenelementen besonders das Zink“, erklärt Dr. Wienrich. Manche Hunde haben einen höheren Nährstoffbedarf. Probleme mit Haut und Fell sind an stumpfem Haar und geröteter Haut zu erkennen.

Hilfreich bei juckender, wunder Haut sowie stumpfem Fell kann häufig schon eine Futterumstellung auf eine Nahrung sein, die den Hundeorganismus über spezielle Wirkstoffe dabei unterstützen kann, den Schutzmantel der Haut wiederherzustellen und zu stärken, zum Beispiel das Futter „Royal Canin Dermacomfort“.

Behält der Hund trotz gezielter Ernährung weiterhin ein stumpfes Fell oder schlechte Haut, könnte das ein Hinweis auf eine Erkrankung sein. Dr. Volker Wienrich: „Leidet der Hund unter so starkem Juckreiz, dass er sich bei seinem ständigen Lecken verletzt, muss unbedingt der Tierarzt aufgesucht werden.“ Die Juckerei kann neben besonderen Nährstoffbedürfnissen auch durch Parasiten wie Flöhe oder Milben ausgelöst werden, hormonell bedingt oder ein Hinweis auf eine Allergie sein – die genaue Diagnose stellt der Tierarzt.

Das DOGS Futter-ABC
Ran an den Knochen! Doch nicht jeder Hund verträgt so einen großer Happen © plainpicture/Stephen Shepher

Igitt!

Wenn Hunde widerliches Zeug fressen, hat unsere Begeisterung für den süßen Vierbeiner ein jähes Ende. Warum machen sie das nur?

Koprophagie nennen Wissenschaftler die Eigenart, den eigenen Kot oder die Ausscheidungen anderer Lebewesen aufzunehmen. Als Ursache gelten Langeweile, ein Mangel an Vitamin B1 oder frühkindliche Prägung: „Wächst ein Hund in einer reizarmen Umgebung auf, dann beschäftigt er sich mit dem, was da ist. Das kann im traurigsten Fall sein eigener Kot oder der seiner Geschwister sein“, so Hundeexperte Michael Grewe. „Kommen diese Hunde irgendwann in ein besseres Zuhause, können sie dieses Verhalten nur schwer ablegen.“ Doch es gibt Individuen, die trotz rosiger Kindheit gern Kot fressen. „Früher wurden Hunde gehalten, um das Steinzeitlager von Abfall und Exkrementen sauber zu halten. Leider halten manche Hunde das auch im 21. Jahrhundert noch für ihre Aufgabe.“

Für Ernährungsspezialisten ist Kot nicht gleich Kot, denn Pferde- und Kuhmist bedienen andere Nährstoffbedürfnisse als die Ausscheidungen von Artgenossen, Menschen oder verwesende Tiere. Zum Vorbeugen hilft es, den Verzicht zu belohnen, soll heißen: Sie müssten die eklige Substanz zeitgleich oder früher als Ihr Hund entdecken und diese mit einem „Nein!“ betiteln, um kurz danach den Dungverzicht mit einem Leckerli zu belohnen.

Jetzt oder nie

Wer eine Futterumstellung plant, etwa um bei einer Erkrankung zu helfen oder Nahrung selbst zu kochen, sollte zwei Regeln beachten.

1. Informieren Sie sich

Egal, ob Sie Ihrem Hund ein neues Fertigfutter geben oder sein Futter künftig selbst zubereiten möchten: Informieren Sie sich gründlich. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, dem Züchter oder mit einem Ernährungsberater. Lassen Sie sich vom Hersteller eine Liste der Inhaltsstoffe und Zusammensetzung geben, lesen Sie gegebenenfalls in Büchern nach. Je mehr Sie über Futter wissen, desto sicherer werden Sie in Ihrer Entscheidung sein – zum Wohl des Hundes.

2. Stellen Sie langsam um

Besonders wenn der Hund bislang nur eine Form von Futter, zum Beispiel Trockenfutter, kennengelernt hat, sollte der Verdauungstrakt langsam an neue Nahrung gewöhnt werden. Die Darmflora stellt sich auf Futter ein und muss sich an die Verwertung einer neuen Futterkonsistenz anpassen. Mischen Sie nach und nach größere Teile des neuen Futters unter das alte. 2. Stellen Sie langsam umBesonders wenn der Hund bislang nur eine Form von Futter, zum Beispiel Trockenfutter, kennengelernt hat, sollte der Verdauungstrakt langsam an neue Nahrung gewöhnt werden. Die Darmflora stellt sich auf Futter ein und muss sich an die Verwertung einer neuen Futterkonsistenz anpassen. Mischen Sie nach und nach größere Teile des neuen Futters unter das alte.

Körnerfresser?

Hunde sind keine Vögel, sagen die einen. Weizen & Co. ist ein günstiger Energieträger, meinen andere. Fakt ist: Getreide im Futter ist umstritten – und doch ein häufiger Bestandteil.

„Hunde brauchen kein Getreide“, meint Futterberaterin Natalie Dillitzer. „Mit bedarfsgerechter Rohfleischfütterung könnte man sie auch vollwertig ernähren. Aber es gibt im Hundedarm Enzyme, die Getreide aufschließen können.“ Ein Problem sehen Halter in der Menge an Getreidezusatz: In manchem Futter befindet sich ein Anteil von über 50 Prozent. Ist diese Menge noch zu verarbeiten? „Unschädlich“, meint Tierarzt Dr. Wienrich. Wichtiger sei die Qualität der Proteinquelle, ob es sich beim Fleischanteil um Bindegewebsreste handelt oder um hochwertiges Muskelfleisch. „Ist sie gut, ist Getreide als Energieträger in Ordnung.“

Lebensmittelqualität

Kaninchen mit feinen Kräutern, lecker zubereitet und verpackt: Vieles in der Dose erinnert an menschliche Kost, aber …

„Hundefutter darf rechtlich nicht als Lebensmittel bezeichnet werden“, weiß Futterexpertin Dr. Natalie Dillitzer, selbst wenn manche Sorten sicher unbedenklich aus der Dose gelöffelt werden könnten, wie einige Hersteller werben. Die Frage ist: Brauchen Hunde wirklich Nahrung, die wir essen könnten? Nach der Schlachtung eines Nutztiers gehen 45 Prozent in den Verkauf an die Theke der Metzgerei, der Rest bleibt übrig und kann zu Futter verarbeitet werden. „Im Sinne des Tier-, Ressourcen-, Umwelt- und Verbraucherschutzes halte ich die Verwertung von Schlachtresten für sinnvoll – und gut für den Hund“, so Dillitzer. „Wichtig ist, dass die Reste zu Futter verarbeitet werden, das Bellos Bedarf an Mineralstoffen, Spurenelementen und hochwertigen Proteinen zu einem bezahlbaren Preis deckt.“

Medizinisches Futter

Happen, die Leiden heilen, gibt es nicht. Wohl aber Diätfuttermittel, die eine veterinärmedizinische Therapie ergänzen.

Diäfuttermittel werden unter anderem empfohlen bei Adipositas (Übergewicht), Diabetes, Herz-, Nieren-, Magen-Darm-Erkrankungen und Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenproblemen). Sie sollen die Ernährungsbedürfnisse kranker Hunde abdecken. Es werden Wirkstoffe zugesetzt oder es wird auf eine besondere Rezeptur geachtet. Laut Deklarationspflicht muss auf der Verpackung die Krankheit deutlich hervorgehoben werden, zu deren Behandlung das Futter angeboten wird. Ebenso müssen die Wirkstoffe, die aktiv werden sollen, etwa Natrium bei einer Herz- oder Phosphor bei einer Nierendiät, angegeben werden.

Bei der Heilung sollen Diätfuttermittel helfen. „Man muss zwischen Produkten unterscheiden, bei denen die Futtermittel die Heilung unterstützen, und anderen, bei denen sie hauptsächliches Therapiemittel sind“, so Tierarzt Wienrich. Therapeutisches Futter, das zusätzlich unterstützt, sollte nur in Absprache mit dem Tierarzt gegeben werden. Produktbeispiele: Über den Tierarzt können Spezialdiäten bezogen werden wie die Futterserien „Hill¿s Prescription Diet Canine“ oder „Royal Canin Veterinary Diet“. Im Handel: „Reddy“ von Finnern oder „Integra Protect“ von Animonda.

Nervensäge

Sobald die Tür klappt, der Wecker klingelt, sind sie da und schielen zum leeren Napf. Trainer raten, das Futter nicht immer nach Plan zu servieren.

Sehbehinderte mit Blindenhund oder Polizisten mit Diensthund sind auf den regelmäßigen Stuhlgang ihrer Partner angewiesen, damit sie ihren Alltag planen können. Deshalb sollten ihre Tiere regelmäßig gefüttert werden. Auch jene mit einem stark durchstrukturierten Alltag geben dem Hund sein Fressen gern aus diesem Grund zur selben Zeit. Das ist in Ordnung, hat aber zur Folge, dass sich der Hund an feste Futterzeiten gewöhnt. Trainer Michael Grewe: „Ich füttere ab dem Nachmittag, aber nicht zu einer festgelegten Zeit. Auf diese Weise trainiere ich ganz nebenbei die Frustrationstoleranz meiner Hunde: Wer hier lernt sich zu beherrschen, kann sich auch in anderen Situationen besser kontrollieren. Mal läuft etwas gut, mal eben nicht, damit sollten Hunde lernen klarzukommen – auch beim Futter.“

Orientierung

Bunte Dosen, pralle Säcke und alle rufen „Kauf mich!“ Keine Sorge. Es gibt Fachleute, die bei der Wahl helfen.

Individuelle Ernährungsberatung

DOGS-Expertin Dr. Natalie Dillitzer
Tel. 0 81 41-34 78 44
www.futtermedicus.de

Fachbereich Tierernährung & Diätetik an der Ludwig-Maximilians-Universität München

Tel. 0 89-2 18 07 87 80
www.ernaehrung.vetmed.uni-muenchen.de

Institut für Tierernährung
Tierärztliche Hochschule Hannover

Tel. 05 11-8 56 73 66
www.tiho-hannover.de

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