DOGS Logo Europas grösstes Hundemagazin

Von A bis Z Das große DOGS Futter-ABC

Kate Kitchenham 24.11.2011

Die meisten unserer Hunde sind wohlgenährt. Aber bekommen sie damit auch das, was sie gesund und fit hält? Das große DOGS Futter-ABC erklärt, was Tierärzte, Ernährungsfachleute und Hundetrainer heute raten.

Phosphor & Kalzium

Achten Sie auf die richtige Mischung, denn eine Über- oder Unterversorgung mit Phosphor und Kalzium kann fatale Folgen haben.

Phosphor und Kalzium sind Hauptbestandteile des Knochens und erfüllen wichtige Funktionen beim Stoffwechsel. Kalzium ist bei der Leitung von Nervenimpulsen und im Immunsystem aktiv, Phosphor unterstützt den Energiestoffwechsel der Zellen. Wenn das Verhältnis nicht stimmt: Eine Unterversorgung versucht der Organismus zunächst durch Freisetzen aus den Knochen auszugleichen, bei lang anhaltendem Mangel entwickelt der Hund Rachitis (Knochenverformung) oder Osteomalazie (Knochenerweichung).

Die Überversorgung mit Kalzium verhindert dagegen eine Aufnahme anderer Mineralstoffe im Blut und führt zu schnellem Wachstum brüchiger Knochen, das besonders bei Hunden großer Rassen zu Fehlstellungen im Bewegungsapparat führen kann.

1,0 zu 1,2-1,4 ist das Phosphor-Kalzium-Verhältnis im Futter. Allerdings schwankt der Bedarf. Bei erwachsenen Hunden liegt der tägliche Bedarf bei ungefähr 100 Milligramm Kalzium und 75 Milligramm Phosphor pro Kilogramm Körpermasse. Zuchthündinnen brauchen in der zweiten Hälfte der Trächtigkeit rund 60 Prozent mehr und während der Säugezeit das Zwei- bis Fünffache der angegebenen Mengen. Auch bei Welpen schwankt der Bedarf je nach Alter und Rasse: Bei Kleinen sinkt der Kalziumbedarf im zweiten Lebenshalbjahr auf den Bedarfswert erwachsener Hunde, bei Großen werden diese Werte später erreicht. In einigen Futtermittelsorten sind die Unterschiede im Bedarf von Welpen berücksichtigt: „Puppy & Junior“ von Eukanuba , „Junior“ von der Firma Bosch.

Querulant

Was tun, wenn der Hund den Napf bestreikt? Züchten wir nörgelige Futterverweigerer heran, ohne es zu wollen? Oder ist Mäkeln doch eine Frage der Persönlichkeit?

„Ein Windhund wie der Afghane wird eher dazu neigen, ein nörgeliger Fresser zu sein und seinen Menschen bei der Futterwahl zu manipulieren, als der Labrador“, weiß Hundetrainer Michael Grewe. Aber auch der Besitzer ist im Spiel. „Wenn ich auf jedes Naserümpfen eine neue Dose öffne, kann ich eine Tendenz der Hundepersönlichkeit verstärken“, so Grewe. Bei Hunger ist alles egal. „Erst im Wohlstand kann ich mir als Hund leisten, mein Futter zu verweigern und Besseres zu erwarten.“ Grewe rät bei Querulanten deshalb zu Geduld: „Hunger hat den längeren Atem. Wenn der Tierarzt abgecheckt hat, dass der Hund rundum gesund ist, wird er irgendwann fressen, was im Napf ist.“

Reste fressen

Der Festtagsbraten dampft im Topf, und Bello sabbert Pfützen auf den Boden. Welche Küchenreste er jetzt verträgt.

Haltbarkeit: Knochen und abgelaufene Nahrungsmittel sollten nicht verfüttert werden – es besteht Infektionsgefahr mit Bakterien. Beispiel Salmonellen: Hunde sind oft Träger, ohne selbst starke Symptome zu zeigen. Kuschelt das Kind mit ihnen, besteht Ansteckungsgefahr.

Fleisch, roh und gekocht: Besonders Muskelfleischreste, die vom Knochen abgeschabt werden, und Herz sind voll mit hochwertigen Proteinen, die Hunde besonders gut verwerten können. Stark Gesalzenes ist nicht geeignet, zu viel kann auf Dauer sogar Herz und Nieren schaden.

Knochenkost: Die Knochen von Geflügel splittern besonders, wenn sie gekocht wurden. Für Hunde droht Verletzungsgefahr in Hals, Magen und Darm. Gelenkknochen zum Beispiel vom Rind sollten nur vorsichtige Esser bekommen, bei Schlingern droht Verstopfung.

Rohes Gemüse: Rohes Gemüse dient in erster Linie als Ballaststoffquelle und kann geraspelt oder gegart gut verwertet werden.

Selber machen!

Mit dem Wunsch nach nur Gutem im Essen steigt die Lust, auch fürs Tier zu kochen. Wichtig ist hier, die Bedürfnisse zu kennen.

Häufigstes Problem: „Hundehalter kochen für ihre Hunde wie für sich selbst. Das führt zu Unterversorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen, denn Hunde haben durch ein schnelles Wachstum in der Jugendphase und den lebenslangen Fellwechsel andere Ansprüche, insbesondere an Kalzium, Kupfer, Jod, Vitamin A und D. Ein 60 Kilogramm schwerer Hund braucht zum Beispiel zwei- bis dreimal so viel Kalzium wie ein erwachsener Mensch, der Bedarf an Spurenelementen beträgt sogar das Drei- bis Vierfache“, erklärt Dr. Natalie Dillitzer.

Bei der Rohfütterung kommt die Gefahr der Infektion mit Parasiten und Bakterien hinzu, „besonders Salmonellen können Menschen gefährlich werden“, so Dillitzer. Werden Knochen gegeben, können durch Splitter Zahnfrakturen, Schlundverletzungen oder Verstopfungen die Folge sein.

Beitrag verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zum Seitenanfang

Mehr Lust auf DOGS?

News, Wissen, Gewinne – jetzt im Newsletter für Hundefreunde

  • Aktuelle Hunde-News
  • DOGS Video-Wissen
  • Tolle Gewinnspiele

Hier direkt kostenlos anmelden:

Sie verwenden einen sehr alten Browser. Um diese Website in vollem Umfang nutzen zu können, installieren Sie bitte einen aktuellen Browser. X