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Von A bis Z Das große DOGS Futter-ABC

Kate Kitchenham 24.11.2011

Die meisten unserer Hunde sind wohlgenährt. Aber bekommen sie damit auch das, was sie gesund und fit hält? Das große DOGS Futter-ABC erklärt, was Tierärzte, Ernährungsfachleute und Hundetrainer heute raten.

Trinken

  1. Man vergisst es leicht: Wasser ist der wichtigste Nährstoff. Fakten zum erfrischenden Schluck aus dem Napf.
  2. Wasser füllt rund 56 Prozent der Körpermasse eines ausgewachsenen Hundes, ist Hauptbestandteil aller Körperflüssigkeiten und wichtig für Reaktionen und Regulationen im Organismus.
  3. Wassermangel führt innerhalb weniger Tage zum Tod.
  4. Hunde bevorzugen meist abgestandenes Wasser, da sich Fremdstoffe am Grund ablagern konnten.
  5. Aus Pfützen dürfen Hunde nur trinken, wenn es nicht zu heiß ist und sie frisch sind. Grund: Bakterien und Viren können im Wasser tagelang überleben. Pfützen auf Feldern sollten Hunde meiden, bei konventionellem Agraranbau können sich hier Pestizide ansammeln.
  6. Der Bedarf an Trinkwasser schwankt je nach Körpergröße, Ernährungsweise und Umgebungstemperatur.

Unverträglichkeit

Auch Hunde entwickeln Allergien. Häufig stehen Konservierungsstoffe oder Weizen im Verdacht, die Auslöser zu sein. DOGS befragte Allergieexperte Volker Wienrich zu Symptomen, Ursachen und Möglichkeiten der Therapie.

Woran kann man eine Allergie erkennen? Die Symptome reichen von Magen-Darm-Problemen, Juckreiz, Haarausfall, entzündeten Ohren oder Pfoten bis hin zu Verhaltensauffälligkeiten. Der Anteil der durch Futter verursachten Allergien beträgt nur 23 Prozent.

Was sind die häufigsten Auslöser einer Futterunverträglichkeit?

Proteine, viel seltener auch Kohlenhydrate und Fette. Dabei finden sich die meisten allergieauslösenden Proteine in Rindfleisch, in Getreide wie Weizen, Reis oder Mais, in Milch und Sojaprodukten.

Welche Verantwortung tragen Konservierungsstoffe?

Kaum eine, da Konservierungsstoffe im Futter heute keine Rolle mehr spielen.

Wie kann man Allergieauslösern auf die Spur kommen?

Zum einen kann der Tierarzt Blut abnehmen und im Labor einen serologischen Test machen lassen. Bei dieser Untersuchung können häufige Allergene im Blut aufgespürt werden, seltene Allergene kann der Test allerdings nicht erkennen. Um ganz sicher zu gehen, hilft nur die aufwendige Ausschlussdiät. Hier sind sämtliche Nährstoffe, die der Hund bislang zu fressen bekommen hat, für 8 bis 12 Wochen tabu. Danach werden die verschiedenen Inhaltsstoffe nach und nach zugefüttert, sodass das Allergen identifiziert werden kann.

Im Handel werden viele Futtermittel für Allergiker angeboten. Worauf muss man achten?

Für die Ausschlussdiät empfehle ich das Selberkochen, da der Halter genau protokollieren kann, was er ins Futter getan hat. Bei Fertigfutter sollten alle Inhaltsstoffe offen deklariert sein. In Futtermitteln, die über den Tierarzt zu beziehen sind, wurden die Proteine so zerkleinert, dass die allergische Reaktion von vornherein verhindert wird, andere Bestandteile wirken entzündungshemmend. Diese Produkte sollten aber nicht auf Verdacht, sondern in Absprache mit dem Veterinär gefüttert werden.

Produktbeispiele: Medizinisches Futter wie „Hill’s Canine z/d Ultra Allergen-free“ ist nur beim Tierarzt erhältlich. Auch die Firma Royal Canin vertreibt ihre Produktlinie „Sensitivity Control“ mit Allergenvermeidung über ausgewählte Tierarztpraxen.

Verdauung

Wolf und Hund, sagen viele, haben den gleichen Verdauungstrakt. Deshalb brauche der Hund vor allem Fleisch – ein Mythos?

„Im Verhalten und in seinen Fähigkeiten hat sich der Hund durch das Zusammenleben mit dem Menschen stark verändert“, meint Tierarzt Dr. Wienrich. „Magen und Eingeweide ähneln dagegen sehr dem des Wolfs.“ Wahrscheinlich war es der unempfindliche Darm des Aasfressers Wolf, der den Urhund zum idealen Begleiter des Menschen machte. Hunde können wohl auch deshalb eine Menge ab, weil sie Tausende Jahre hindurch vor allen Dingen dazu dienten, die Siedlungen der Menschen von Abfall und Kot sauber zu halten.

Doch was würde der Wolf zum modernen Hundefutter sagen? Dillitzer: „Ein Beutetier des Wolfs besteht nur zu einem kleinen Teil aus Fleisch, der große Rest sind Bindegewebe, Haare, Knochen und vorverdaute Pflanzen und eventuell Getreidereste im Darm.“ Dr. Wienrich ergänzt: „Ein Wolf leidet zuweilen unter Mangelerscheinungen – sein gefundenes Fressen versorgt ihn nicht immer optimal.“

Wirkstoffe

Der Tierarzt unterscheidet zwischen Futter, dem Wirkstoffe beigemischt werden, und einer Vollnahrung mit spezieller Rezeptur.

Beispiel: Wirkstoffe für kranke Knochen

Damit das Tier ein Leben lang seine Bewegungsfähigkeit besitzt, werden vom Organismus in den Knochen ständig Knorpelzellen nachgebildet. So sind Glukosamine und Chondroitinsulfate Bestandteile des Knorpels und der Gelenkflüssigkeit und können die Bildung neuer Knorpelzellen unterstützen.

Omega-3-Fettsäuren können Entzündungen hemmen, deshalb werden diese Stoffe Gelenkdiäten gezielt beigemischt. Ebenso wichtig es, Kalorien zu reduzieren, damit die Gelenke entlastet werden. Produktbeispiele: „Hill¿s Prescription Diet j/d“, „Royal Canin Veterinary Diet Mobility“. Als Ergänzungsfuttermittel sind „Canosan“ und der Snack „Pedigree Gelenk Aktiv+“ erhältlich.

Spezielle Zusammensetzung für ein krankes Herz

Arbeitet das Herz nicht mehr richtig, kommt es zu Durchblutungsstörungen in anderen Geweben und Organen. Der Körper begegnet dem sinkenden Blutdruck mit einer Verengung der Blutgefäße. Auch die Niere reagiert, indem sie Salze im Körper zurückhält. Grund: Salze binden Wasser, so kann das Blutvolumen erhöht werden, in der Folge können Organe und Gewebe besser durchblutet werden. Langfristig wird das geschwächte Herz durch den gestiegenen Blutdruck überlastet.

Herzmedikamente sind hier das richtige Rezept, das Füttern einer Herzdiät kann aber unterstützend wirken. Ihr Ziel ist die Entwässerung des Körpers, deshalb sind in den Futtermitteln die Nährstoffsalze angepasst, besonders der Natriumgehalt ist reduziert, er liegt bei ungefähr 0,05 Prozent der Futtertrockensubstanz (normal sind 0,75 Prozent).

Produktbeispiele: „Hill’s Prescription Diet h/d“ und „Royal Canin Cardiac“. Beides ist über den Tierarzt erhältlich.

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