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Von A bis Z Das große DOGS Futter-ABC

Kate Kitchenham 24.11.2011

Die meisten unserer Hunde sind wohlgenährt. Aber bekommen sie damit auch das, was sie gesund und fit hält? Das große DOGS Futter-ABC erklärt, was Tierärzte, Ernährungsfachleute und Hundetrainer heute raten.

Abwechslung

Täglich das Gleiche zu füttern, ist praktisch und versorgt den Hund mit wichtigen Nährstoffen. Aber ist das für Bello nicht irgendwann langweilig?

„Fressen muss Spaß machen“, findet Hundetrainer Michael Grewe. Für ihn und die Ernährungsexpertin Natalie Dillitzer hat die Mahlzeit im Napf auch einen sinnlichen Aspekt: „Wenn Hunde gern fressen, macht sie das mit Sicherheit glücklich. Und Lebensfreude trägt zur Gesundheit bei“, so Grewe. Er selbst macht seinen Hunden ein vielfältiges, abwechslungsreiches Nahrungsangebot: Mal bekommen sie nur Fleisch, mal Fertigfutter, einen Knochen oder Reste vom Tisch.

Futterexpertin Dr. Dillitzer gibt aber zu bedenken: „Nur zehn Prozent aller Halter wollen oder können selbst kochen, die Mehrheit möchte das Füttern schnell und praktisch erledigen und kauft Fertigfutter.“ Allerdings sollte beim Kauf genau auf die Etiketten geschaut werden: „Manchmal suggerieren Hersteller Abwechslung durch verschiedene Bezeichnungen wie „mit Huhn“ oder „mit Ente“. Schaut man genau hin, enthalten alle Sorten sowohl Huhn als auch Ente.“ Michael Grewe rät zum Stück Fleisch: „Wozu haben Hunde Zähne? Sie lieben es, Fleisch vom Knochen abzuziehen, das beschäftigt sie, ist Arbeit, Auseinandersetzung mit dem Essen, macht satt und zufrieden.“ Tipp: Hersteller, die nur eine Fleischsorte verwenden, schreiben das meist deutlich auf die Packung, zum Beispiel Bubeck (www.bubeck-petfood.de).

Das DOGS Futter-ABC
Eine ausgewogene Ernährung ist Grundlage für die Gesundheit des Hundes. Die Wahl des Futters ist daher ein zentrales Thema unter Hundehaltern © plainpicture/Stephen Shepherd

Bio

Natürliche, unverfälschte Ernährung liegt bei Hundehaltern im Trend – und damit auch im Futterregal. DOGS erklärt, was man beim Kauf von Produkten aus ökologischer Erzeugung bedenken sollte.

Sicherheit: Die Bezeichnung „Bio“ ist nach EG-Verordnung 889/2008 über die Produktion, Kennzeichnung und Kontrolle von Erzeugnissen pflanzlichen oder tierischen Ursprungs auch für Heimtierfutter geschützt. Sie darf nur verwendet werden, wenn 95 Prozent der Zutaten aus ökologischem Anbau stammen – wenn bio draufsteht, darf auch nur bio drin sein.

Vielfalt: Es gibt diverse Ökosiegel, an denen man die Zertifizierung des Produkts nachvollziehen kann. Eine Übersicht bietet die Verbraucherzentrale Bayerns: www.allesoeko.net.

Qualität: Wie bei allen Futtersorten gibt es auch bei den Produkten ökologischer Hundenahrung Qualitätsunterschiede, was den Anteil an hochwertigen Proteinen, an Getreide und Nährstoffen oder das Herstellungsverfahren betrifft. Sie lassen sich einzig an einem Siegel nicht erkennen. Ein Vergleich der Zusammensetzung und der Nährstoffangaben lohnt sich.

Ethik: Unter Umwelt- und Tierschutzaspekten sind alle Nahrungsprodukte mit Biosiegel die bessere Wahl, da sie ohne Pestizide und Fleisch aus Massentierhaltung hergestellt werden.

Chemie im Futter

Geliermittel, Lockstoffe, Konservierungen und Geschmacksverstärker: Nahrungszusätze haben keinen guten Ruf. Zu Recht?

Die Ernährungsberaterin Dr. Natalie Dillitzer gibt nur teilweise Entwarnung: „Lockstoffe sind nicht als Zusatzstoffe definiert. Vielleicht werden hin und wieder Geschmacksverstärker eingesetzt, aber Hundehalter können sich sicher sein: Alle Zusatzstoffe sind gesundheitlich unbedenklich für den Hund.“ Der Grund: „Es gibt aufwendige Zulassungsverfahren, bevor ein Zusatzstoff ins Futtermittel darf.“

Übrigens: Pflegt ein Vierbeiner eine ausgeprägte Vorliebe dafür, seine eigenen Hinterlassenschaften wieder zu fressen, so tut er das nicht, weil Lockstoffe des Futters die Passage durch seinen Körper überstanden haben, wie vielfach angenommen wird. Dieses unappetitliche Fressverhalten hat meist andere Gründe.

Generell müssen bei Heimtierfutter vier Gruppen von Zusatzstoffen unterschieden werden: Gruppe 1 und 2 sind die sensorischen und technologischen Zusatzstoffe, auf die Hunde wahrscheinlich verzichten könnten. Sie sorgen dafür, dass Futter appetitlich aussieht oder die Feuchtigkeit gebunden wird, „damit dem Käufer beim Öffnen der Dose nicht alles um die Ohren spritzt“, so Dillitzer. Die dritte Gruppe der ernährungsphysiologischen Zusatzstoffe ist „zum Teil nur sehr schwer aus natürlichen Zusätzen zu gewinnen. Es handelt sich zum Beispiel um Spurenelemente, die für den Hund lebenswichtig sind. Für Vitamine und Mineralstoffe gibt es die natürliche Variante.“ Das Schlusslicht bildet die Gruppe der mikrobiologischen Stoffe: „Sie werden oft noch für eine intakte Darmflora beigefügt.“

Frei von Konservierungsstoffen kann man mittlerweile auf fast allen Verpackungen lesen. Die Fachärztin für Tierernährung und Diätetik erklärt: „Keine Dose braucht einen Konservierungsstoff. Allein durch die Sterilisation, durch den Druck und die Hitze wird das Produkt in der Dose haltbar gemacht. Trockenfutter wird durch die Trocknung konserviert, nur halbfeuchtes Futter, zum Beispiel weiche Kaustangen oder Leckerlis, haben einen Feuchtigkeitsgehalt von über vierzehn Prozent und müssen deshalb künstlich haltbar gemacht werden. Aber auch hier ist die verwendete Menge nicht gesundheitsschädlich“, erklärt die Ernährungsberaterin. Produktbeispiel: Frei von Farbstoffen und Geschmacksverstärkern ist die Hundenahrung „GesundFutter“ der Firma Dr. Schaette (www.schaette.de).

 

Durchfall

Weil Hunde mit großer Begeisterung unappetitliche Dinge fressen, erkranken sie häufig an Durchfall. Tierarzt Dr. Volker Wienrich aus Berlin weiß, was Abhilfe schafft.

Woran liegt’s? Flüssiger Kot kann durch Mengen schwer verdaulicher Eiweiße aus verdorbenen Nahrungsmitteln, Milchzucker oder durch Parasiten wie den Wurm Giardia oder Salmonellen entstehen.

Was hilft? Der Hund wird sofort auf Nulldiät gesetzt, bei akutem Durchfall sogar zwei Tage lang. Um Elektrolytverluste auszugleichen, sollten 2 bis 3 Gramm Kochsalz in den Wassernapf gegeben werden. Auch gut: schwarzen Tee mit 2 bis 3 Prozent Traubenzucker anbieten oder „Royal Canin Rehydration Instant“ (15 mal 29 g, um 13,50 Euro).

Schonkost: Auf Fasten folgt leicht Verdauliches, mageres Hühnerfleisch und gekochter, weißer Reis. Bei anhaltenden Beschwerden kann ein Zusatz von B-Vitaminen ins Futter gegeben werden, die mit Ausnahme des Vitamins B12 vom Körper nicht synthetisiert werden können. Tipp: Fleisch, Milchprodukte, Bananen enthalten viele B-Vitamine.

Produktbeispiele: Hunden mit sensibler Verdauung kann ein Spezialfutter helfen, das den Darm schonend passiert und Elektrolytverluste ausgleichen soll: „Hill’s Prescription Diet Canine i/d“ (370-g-Dose, 3 Euro, 5-kg-Sack, 38,50 Euro), „Eukanuba intestinal“ (5 kg, 32 Euro).

Etiketten

Die Aufschriften auf Dose oder Futtersack sollen verraten, was darin steckt. So manche Deklaration braucht eine Übersetzung.

Alleinfuttermittel: Im Futter muss alles enthalten sein, was der Hund an Mineralstoffen, Spurenelementen und Proteinen benötigt. Es muss also keinerlei Ergänzungsfutter gegeben werden.

Deklarationspflichtig sind die Vitamine A, D und E, das Spurenelement Kupfer, Antioxidantien, Konservierungsstoffe und Farbstoffe. Weitere Zusatzstoffe können freiwillig aufgelistet werden.

Ergänzungsfuttermittel sollen ein selbst bereitetes Futter durch bestimmte Mineralstoff- oder Vitaminmischungen ergänzen, um Mängeln vorzubeugen. Wird das Nährstoff-Gleichgewicht gestört, kann es zu Gesundheitsschäden kommen, warnt der Tierarzt.

Feuchtigkeit: Ab 14 Prozent Feuchtigkeitsgehalt in Fertigfutter muss dieser Wert auf der Packung angegeben werden. Dosenfutter enthält bis zu 90 Prozent Wasser, Trockenfutter bis zu 10 Prozent.

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse: Fleisch steht für Schlachtabfälle aus der Produktion. Ab 4 Prozent Bestandteil einer Fleischsorte darf der Hersteller das Fleisch in die Produktbezeichnung mit aufnehmen, etwa „mit Huhn“. Tierische Nebenerzeugnisse bezeichnen Tiermehle aus Federn, Fell, Knochen oder Hufen.

Inhaltsstoffe: Hier werden die im Labor ermittelten Nährwerte des Futters angegeben. Berechnungsgrundlage ist der jeweilige prozentuale Anteil eines Nährstoffs an der Futtertrockensubstanz.

Rohasche: In 4 bis 6 Prozent dieses Inhaltsstoffs versammeln sich alle Mineralstoffe und Spurenelemente des Futters. Da die Zusammensetzung ausgewogen sein muss, geben viele Hersteller die Quelle und die Menge der einzelnen Stoffe genau an.

Rohfaser: 2,5 Prozent des Futters besteht aus Pflanzenfasern, die unverdaulich sind, die Darmbewegung anregen und Darmbakterien eine Grundlage zur Synthese von Vitamin K oder Biotin bieten sollen.

Rohfett: Ideal ist ein Wert von 12 bis 18 Prozent. Die Qualität der verwendeten Fette ist hier wichtig für eine gute Ernährung. So werden hochwertige Omega-3- oder Omega-4-Fettsäuren etwa in Form von Fisch- oder Nachtkerzenöl im Verhältnis 1 : 5 beigemischt.

Rohprotein: Ideal ist ein Wert von 25 bis 28 Prozent. Ob das Protein aus hochwertigem Muskelfleisch oder weniger wertvollem Bindegewebe gewonnen wurde, geht aus der Angabe jedoch nicht hervor.

Zusammensetzung: Hier werden die Inhaltsstoffe entweder in der Abfolge ihrer relativen Gewichtsmenge einzeln genannt oder nach Futtermittelgruppen (wie „tierische Nebenerzeugnisse“) aufgeteilt.

Zusatzstoffe sollen das Futter mit Spurenelementen oder Vitaminen anreichern oder dem Futter bestimmte Eigenschaften geben. Laut EU-Lebensmittelverordnung (EG 1831/2003) dürfen für Tiernahrung nur Zusatzstoffe verwendet werden, die auch für die Lebensmittelproduktion zugelassen wurden.

Futtermittelhersteller

Selbst in wirtschaftlichen Krisenzeiten wird viel Geld für Bellos Essen ausgegeben. Kein Wunder, dass der Markt boomt.

Trotz Boom liefern nicht alle Futterhersteller Qualität. „Jeder kann in seiner Garage ein Futter selbst herstellen und verkaufen“, weiß Dr. Natalie Dillitzer. „Die Futtermittelbehörde gibt zwar vor, dass ein Produzent für sein Futter haftet. Er muss also über ausreichend Sachkenntnis verfügen, um ein vollwertiges Alleinfutter herzustellen. Allerdings mangelt es an Kontrollen, ob dieses Ziel auch von jedem erreicht wird.“

Wer sichergehen möchte, dass Bellos Futter wirklich alle Ernährungsbedürfnisse erfüllt, sollte sich die kompletten Analysedaten vorlegen lassen. Kann ein Hersteller damit nicht dienen, rät Dillitzer zu Vorsicht: „Wer die Kosten von rund 1.000 Euro für die Analysedaten seines Futters scheut, dem würde ich nicht die Gesundheit meines Hundes anvertrauen.“ Übrigens: In der EG-Verordnung EG 767/2009 ist unter anderem festgelegt, dass auf den Produktpackungen von Hundefuttermitteln eine Telefonnummer, Homepage oder Emailadresse angegeben werden muss, unter der die Verbraucher detaillierte Auskünfte über die Zusammensetzung des Futters erhalten können.

Giftig

Hunde können eine Menge vertragen. Nur tut ihnen nicht alles gut. Rosinen und Weintrauben gelten beispielsweise als verboten. Ihre toxische Wirkung bei Hunden ist bekannt, nicht aber die genaue Dosis.

Schokolade: Kakaobohnen-Inhaltsstoffe wie Koffein und Theobromin können vom Hundeorganismus nicht abgebaut werden, da ihm hierfür ein bestimmtes Enzym fehlt. Je nach gefressener Menge, dem Anteil von Kakao in der Schokolade und der Größe der Hundes kann es zu unterschiedlich starken Vergiftungserscheinungen kommen.

Rohes Schweinefleisch: Auch wenn das Aujeszky-Virus selten geworden ist, sollten besonders Futterköche vorsichtig sein und Schweinefleisch nur gut durchgegart (bei 60 Grad) verfüttern. Es gibt keine Therapie, nach Ansteckung führt das Virus binnen Tagen zum Tod.

Bohnen, Auberginen, Kartoffeln: Ungekochte Nachtschattengewächse enthalten Solanin, das je nach aufgenommener Menge beim Hund Vergiftungserscheinungen auslösen kann. Durch Hitze wird der Giftstoff allerdings unschädlich gemacht, danach können zum Beispiel Kartoffeln als Kohlenhydratquelle unbedenklich verfüttert werden. Vorsicht: Im Kochwasser sind die giftigen Stoffe weiter enthalten, dieses sollte daher besser weggegossen und nicht mit verfüttert werden.

Schneckenkorn: Das enthaltene Metaldehyd kann nicht nur Schnecken, sondern auch Hunde vergiften. Das Problem: Hunde mögen Schneckenkorn wegen des süßlichen Geschmacks. Mittlerweile gibt es aber haustierfreundliche Präparate, die bitter schmecken und somit Hunde auf Abstand halten, zum Beispiel „Ferramol Schneckenkorn“ von Neudorff.

Zwiebeln und Knoblauch: Ab einer bestimmten Menge kann das Allylpropyldisulfid die Membran der roten Blutkörperchen beim Hund angreifen. Seine Blutzellen zerfallen, es droht Blutarmut. Erhitzen hilft nicht, da die zerstörerische Wirkung erhalten bleibt. Besser gar nicht geben.

Kirschen, Pflaumen, Pfirsiche: Gefährlich ist das in den Fruchtsteinen enthaltene Glykosid, ein blausäureähnliches Gift. Die Gefahr besteht in schweren Vergiftungen und Organschädigungen. Verschluckte Steine oder gärende Früchte können Darmverschluss verursachen.

 

Haut und Fell

Wenn es juckt oder der Hund seine Haare büschelweise verliert, können Parasiten, Stress oder der Hormonhaushalt die Ursache sein. Am häufigsten liegt’s aber am Futter, weiß Tierarzt Dr. Volker Wienrich. Ein Tipp: Zink

Die Haut schützt vor Austrocknung oder dem Angriff von Pilzen und Bakterien. Sie dient dem Körper als Lager für Vitamine, Wasser und Fette. Nerven leiten Signale wie Schmerz, Hitze oder Kälte in Sekundenschnelle ans Gehirn weiter. Damit alles reibungslos funktioniert, muss der talghaltige Schutzfilm der Haut intakt bleiben. Kratzt und juckt es oder leckt sich der Hund ständig, könnte dies ein Zeichen dafür sein, dass Nährstoffe fehlen. „In jedem Futter müssen alle Nährstoffe in ausreichender Menge und richtigen Relationen zur Verfügung stehen. Eine besonders wichtige Rolle für schönes Fell und gesunde Haut spielen hochwertige Proteine, die Fettsäure Omega 3, die Vitamine A, E, alle B-Vitamine, Biotin und bei den Spurenelementen besonders das Zink“, erklärt Dr. Wienrich. Manche Hunde haben einen höheren Nährstoffbedarf. Probleme mit Haut und Fell sind an stumpfem Haar und geröteter Haut zu erkennen.

Hilfreich bei juckender, wunder Haut sowie stumpfem Fell kann häufig schon eine Futterumstellung auf eine Nahrung sein, die den Hundeorganismus über spezielle Wirkstoffe dabei unterstützen kann, den Schutzmantel der Haut wiederherzustellen und zu stärken, zum Beispiel das Futter „Royal Canin Dermacomfort“.

Behält der Hund trotz gezielter Ernährung weiterhin ein stumpfes Fell oder schlechte Haut, könnte das ein Hinweis auf eine Erkrankung sein. Dr. Volker Wienrich: „Leidet der Hund unter so starkem Juckreiz, dass er sich bei seinem ständigen Lecken verletzt, muss unbedingt der Tierarzt aufgesucht werden.“ Die Juckerei kann neben besonderen Nährstoffbedürfnissen auch durch Parasiten wie Flöhe oder Milben ausgelöst werden, hormonell bedingt oder ein Hinweis auf eine Allergie sein – die genaue Diagnose stellt der Tierarzt.

Das DOGS Futter-ABC
Ran an den Knochen! Doch nicht jeder Hund verträgt so einen großer Happen © plainpicture/Stephen Shepher

Igitt!

Wenn Hunde widerliches Zeug fressen, hat unsere Begeisterung für den süßen Vierbeiner ein jähes Ende. Warum machen sie das nur?

Koprophagie nennen Wissenschaftler die Eigenart, den eigenen Kot oder die Ausscheidungen anderer Lebewesen aufzunehmen. Als Ursache gelten Langeweile, ein Mangel an Vitamin B1 oder frühkindliche Prägung: „Wächst ein Hund in einer reizarmen Umgebung auf, dann beschäftigt er sich mit dem, was da ist. Das kann im traurigsten Fall sein eigener Kot oder der seiner Geschwister sein“, so Hundeexperte Michael Grewe. „Kommen diese Hunde irgendwann in ein besseres Zuhause, können sie dieses Verhalten nur schwer ablegen.“ Doch es gibt Individuen, die trotz rosiger Kindheit gern Kot fressen. „Früher wurden Hunde gehalten, um das Steinzeitlager von Abfall und Exkrementen sauber zu halten. Leider halten manche Hunde das auch im 21. Jahrhundert noch für ihre Aufgabe.“

Für Ernährungsspezialisten ist Kot nicht gleich Kot, denn Pferde- und Kuhmist bedienen andere Nährstoffbedürfnisse als die Ausscheidungen von Artgenossen, Menschen oder verwesende Tiere. Zum Vorbeugen hilft es, den Verzicht zu belohnen, soll heißen: Sie müssten die eklige Substanz zeitgleich oder früher als Ihr Hund entdecken und diese mit einem „Nein!“ betiteln, um kurz danach den Dungverzicht mit einem Leckerli zu belohnen.

Jetzt oder nie

Wer eine Futterumstellung plant, etwa um bei einer Erkrankung zu helfen oder Nahrung selbst zu kochen, sollte zwei Regeln beachten.

1. Informieren Sie sich

Egal, ob Sie Ihrem Hund ein neues Fertigfutter geben oder sein Futter künftig selbst zubereiten möchten: Informieren Sie sich gründlich. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, dem Züchter oder mit einem Ernährungsberater. Lassen Sie sich vom Hersteller eine Liste der Inhaltsstoffe und Zusammensetzung geben, lesen Sie gegebenenfalls in Büchern nach. Je mehr Sie über Futter wissen, desto sicherer werden Sie in Ihrer Entscheidung sein – zum Wohl des Hundes.

2. Stellen Sie langsam um

Besonders wenn der Hund bislang nur eine Form von Futter, zum Beispiel Trockenfutter, kennengelernt hat, sollte der Verdauungstrakt langsam an neue Nahrung gewöhnt werden. Die Darmflora stellt sich auf Futter ein und muss sich an die Verwertung einer neuen Futterkonsistenz anpassen. Mischen Sie nach und nach größere Teile des neuen Futters unter das alte. 2. Stellen Sie langsam umBesonders wenn der Hund bislang nur eine Form von Futter, zum Beispiel Trockenfutter, kennengelernt hat, sollte der Verdauungstrakt langsam an neue Nahrung gewöhnt werden. Die Darmflora stellt sich auf Futter ein und muss sich an die Verwertung einer neuen Futterkonsistenz anpassen. Mischen Sie nach und nach größere Teile des neuen Futters unter das alte.

Körnerfresser?

Hunde sind keine Vögel, sagen die einen. Weizen & Co. ist ein günstiger Energieträger, meinen andere. Fakt ist: Getreide im Futter ist umstritten – und doch ein häufiger Bestandteil.

„Hunde brauchen kein Getreide“, meint Futterberaterin Natalie Dillitzer. „Mit bedarfsgerechter Rohfleischfütterung könnte man sie auch vollwertig ernähren. Aber es gibt im Hundedarm Enzyme, die Getreide aufschließen können.“ Ein Problem sehen Halter in der Menge an Getreidezusatz: In manchem Futter befindet sich ein Anteil von über 50 Prozent. Ist diese Menge noch zu verarbeiten? „Unschädlich“, meint Tierarzt Dr. Wienrich. Wichtiger sei die Qualität der Proteinquelle, ob es sich beim Fleischanteil um Bindegewebsreste handelt oder um hochwertiges Muskelfleisch. „Ist sie gut, ist Getreide als Energieträger in Ordnung.“

Lebensmittelqualität

Kaninchen mit feinen Kräutern, lecker zubereitet und verpackt: Vieles in der Dose erinnert an menschliche Kost, aber …

„Hundefutter darf rechtlich nicht als Lebensmittel bezeichnet werden“, weiß Futterexpertin Dr. Natalie Dillitzer, selbst wenn manche Sorten sicher unbedenklich aus der Dose gelöffelt werden könnten, wie einige Hersteller werben. Die Frage ist: Brauchen Hunde wirklich Nahrung, die wir essen könnten? Nach der Schlachtung eines Nutztiers gehen 45 Prozent in den Verkauf an die Theke der Metzgerei, der Rest bleibt übrig und kann zu Futter verarbeitet werden. „Im Sinne des Tier-, Ressourcen-, Umwelt- und Verbraucherschutzes halte ich die Verwertung von Schlachtresten für sinnvoll – und gut für den Hund“, so Dillitzer. „Wichtig ist, dass die Reste zu Futter verarbeitet werden, das Bellos Bedarf an Mineralstoffen, Spurenelementen und hochwertigen Proteinen zu einem bezahlbaren Preis deckt.“

Medizinisches Futter

Happen, die Leiden heilen, gibt es nicht. Wohl aber Diätfuttermittel, die eine veterinärmedizinische Therapie ergänzen.

Diäfuttermittel werden unter anderem empfohlen bei Adipositas (Übergewicht), Diabetes, Herz-, Nieren-, Magen-Darm-Erkrankungen und Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenproblemen). Sie sollen die Ernährungsbedürfnisse kranker Hunde abdecken. Es werden Wirkstoffe zugesetzt oder es wird auf eine besondere Rezeptur geachtet. Laut Deklarationspflicht muss auf der Verpackung die Krankheit deutlich hervorgehoben werden, zu deren Behandlung das Futter angeboten wird. Ebenso müssen die Wirkstoffe, die aktiv werden sollen, etwa Natrium bei einer Herz- oder Phosphor bei einer Nierendiät, angegeben werden.

Bei der Heilung sollen Diätfuttermittel helfen. „Man muss zwischen Produkten unterscheiden, bei denen die Futtermittel die Heilung unterstützen, und anderen, bei denen sie hauptsächliches Therapiemittel sind“, so Tierarzt Wienrich. Therapeutisches Futter, das zusätzlich unterstützt, sollte nur in Absprache mit dem Tierarzt gegeben werden. Produktbeispiele: Über den Tierarzt können Spezialdiäten bezogen werden wie die Futterserien „Hill¿s Prescription Diet Canine“ oder „Royal Canin Veterinary Diet“. Im Handel: „Reddy“ von Finnern oder „Integra Protect“ von Animonda.

Nervensäge

Sobald die Tür klappt, der Wecker klingelt, sind sie da und schielen zum leeren Napf. Trainer raten, das Futter nicht immer nach Plan zu servieren.

Sehbehinderte mit Blindenhund oder Polizisten mit Diensthund sind auf den regelmäßigen Stuhlgang ihrer Partner angewiesen, damit sie ihren Alltag planen können. Deshalb sollten ihre Tiere regelmäßig gefüttert werden. Auch jene mit einem stark durchstrukturierten Alltag geben dem Hund sein Fressen gern aus diesem Grund zur selben Zeit. Das ist in Ordnung, hat aber zur Folge, dass sich der Hund an feste Futterzeiten gewöhnt. Trainer Michael Grewe: „Ich füttere ab dem Nachmittag, aber nicht zu einer festgelegten Zeit. Auf diese Weise trainiere ich ganz nebenbei die Frustrationstoleranz meiner Hunde: Wer hier lernt sich zu beherrschen, kann sich auch in anderen Situationen besser kontrollieren. Mal läuft etwas gut, mal eben nicht, damit sollten Hunde lernen klarzukommen – auch beim Futter.“

Orientierung

Bunte Dosen, pralle Säcke und alle rufen „Kauf mich!“ Keine Sorge. Es gibt Fachleute, die bei der Wahl helfen.

Individuelle Ernährungsberatung

DOGS-Expertin Dr. Natalie Dillitzer
Tel. 0 81 41-34 78 44
www.futtermedicus.de

Fachbereich Tierernährung & Diätetik an der Ludwig-Maximilians-Universität München

Tel. 0 89-2 18 07 87 80
www.ernaehrung.vetmed.uni-muenchen.de

Institut für Tierernährung
Tierärztliche Hochschule Hannover

Tel. 05 11-8 56 73 66
www.tiho-hannover.de

Phosphor & Kalzium

Achten Sie auf die richtige Mischung, denn eine Über- oder Unterversorgung mit Phosphor und Kalzium kann fatale Folgen haben.

Phosphor und Kalzium sind Hauptbestandteile des Knochens und erfüllen wichtige Funktionen beim Stoffwechsel. Kalzium ist bei der Leitung von Nervenimpulsen und im Immunsystem aktiv, Phosphor unterstützt den Energiestoffwechsel der Zellen. Wenn das Verhältnis nicht stimmt: Eine Unterversorgung versucht der Organismus zunächst durch Freisetzen aus den Knochen auszugleichen, bei lang anhaltendem Mangel entwickelt der Hund Rachitis (Knochenverformung) oder Osteomalazie (Knochenerweichung).

Die Überversorgung mit Kalzium verhindert dagegen eine Aufnahme anderer Mineralstoffe im Blut und führt zu schnellem Wachstum brüchiger Knochen, das besonders bei Hunden großer Rassen zu Fehlstellungen im Bewegungsapparat führen kann.

1,0 zu 1,2-1,4 ist das Phosphor-Kalzium-Verhältnis im Futter. Allerdings schwankt der Bedarf. Bei erwachsenen Hunden liegt der tägliche Bedarf bei ungefähr 100 Milligramm Kalzium und 75 Milligramm Phosphor pro Kilogramm Körpermasse. Zuchthündinnen brauchen in der zweiten Hälfte der Trächtigkeit rund 60 Prozent mehr und während der Säugezeit das Zwei- bis Fünffache der angegebenen Mengen. Auch bei Welpen schwankt der Bedarf je nach Alter und Rasse: Bei Kleinen sinkt der Kalziumbedarf im zweiten Lebenshalbjahr auf den Bedarfswert erwachsener Hunde, bei Großen werden diese Werte später erreicht. In einigen Futtermittelsorten sind die Unterschiede im Bedarf von Welpen berücksichtigt: „Puppy & Junior“ von Eukanuba , „Junior“ von der Firma Bosch.

Querulant

Was tun, wenn der Hund den Napf bestreikt? Züchten wir nörgelige Futterverweigerer heran, ohne es zu wollen? Oder ist Mäkeln doch eine Frage der Persönlichkeit?

„Ein Windhund wie der Afghane wird eher dazu neigen, ein nörgeliger Fresser zu sein und seinen Menschen bei der Futterwahl zu manipulieren, als der Labrador“, weiß Hundetrainer Michael Grewe. Aber auch der Besitzer ist im Spiel. „Wenn ich auf jedes Naserümpfen eine neue Dose öffne, kann ich eine Tendenz der Hundepersönlichkeit verstärken“, so Grewe. Bei Hunger ist alles egal. „Erst im Wohlstand kann ich mir als Hund leisten, mein Futter zu verweigern und Besseres zu erwarten.“ Grewe rät bei Querulanten deshalb zu Geduld: „Hunger hat den längeren Atem. Wenn der Tierarzt abgecheckt hat, dass der Hund rundum gesund ist, wird er irgendwann fressen, was im Napf ist.“

Reste fressen

Der Festtagsbraten dampft im Topf, und Bello sabbert Pfützen auf den Boden. Welche Küchenreste er jetzt verträgt.

Haltbarkeit: Knochen und abgelaufene Nahrungsmittel sollten nicht verfüttert werden – es besteht Infektionsgefahr mit Bakterien. Beispiel Salmonellen: Hunde sind oft Träger, ohne selbst starke Symptome zu zeigen. Kuschelt das Kind mit ihnen, besteht Ansteckungsgefahr.

Fleisch, roh und gekocht: Besonders Muskelfleischreste, die vom Knochen abgeschabt werden, und Herz sind voll mit hochwertigen Proteinen, die Hunde besonders gut verwerten können. Stark Gesalzenes ist nicht geeignet, zu viel kann auf Dauer sogar Herz und Nieren schaden.

Knochenkost: Die Knochen von Geflügel splittern besonders, wenn sie gekocht wurden. Für Hunde droht Verletzungsgefahr in Hals, Magen und Darm. Gelenkknochen zum Beispiel vom Rind sollten nur vorsichtige Esser bekommen, bei Schlingern droht Verstopfung.

Rohes Gemüse: Rohes Gemüse dient in erster Linie als Ballaststoffquelle und kann geraspelt oder gegart gut verwertet werden.

Selber machen!

Mit dem Wunsch nach nur Gutem im Essen steigt die Lust, auch fürs Tier zu kochen. Wichtig ist hier, die Bedürfnisse zu kennen.

Häufigstes Problem: „Hundehalter kochen für ihre Hunde wie für sich selbst. Das führt zu Unterversorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen, denn Hunde haben durch ein schnelles Wachstum in der Jugendphase und den lebenslangen Fellwechsel andere Ansprüche, insbesondere an Kalzium, Kupfer, Jod, Vitamin A und D. Ein 60 Kilogramm schwerer Hund braucht zum Beispiel zwei- bis dreimal so viel Kalzium wie ein erwachsener Mensch, der Bedarf an Spurenelementen beträgt sogar das Drei- bis Vierfache“, erklärt Dr. Natalie Dillitzer.

Bei der Rohfütterung kommt die Gefahr der Infektion mit Parasiten und Bakterien hinzu, „besonders Salmonellen können Menschen gefährlich werden“, so Dillitzer. Werden Knochen gegeben, können durch Splitter Zahnfrakturen, Schlundverletzungen oder Verstopfungen die Folge sein.

Trinken

  1. Man vergisst es leicht: Wasser ist der wichtigste Nährstoff. Fakten zum erfrischenden Schluck aus dem Napf.
  2. Wasser füllt rund 56 Prozent der Körpermasse eines ausgewachsenen Hundes, ist Hauptbestandteil aller Körperflüssigkeiten und wichtig für Reaktionen und Regulationen im Organismus.
  3. Wassermangel führt innerhalb weniger Tage zum Tod.
  4. Hunde bevorzugen meist abgestandenes Wasser, da sich Fremdstoffe am Grund ablagern konnten.
  5. Aus Pfützen dürfen Hunde nur trinken, wenn es nicht zu heiß ist und sie frisch sind. Grund: Bakterien und Viren können im Wasser tagelang überleben. Pfützen auf Feldern sollten Hunde meiden, bei konventionellem Agraranbau können sich hier Pestizide ansammeln.
  6. Der Bedarf an Trinkwasser schwankt je nach Körpergröße, Ernährungsweise und Umgebungstemperatur.

Unverträglichkeit

Auch Hunde entwickeln Allergien. Häufig stehen Konservierungsstoffe oder Weizen im Verdacht, die Auslöser zu sein. DOGS befragte Allergieexperte Volker Wienrich zu Symptomen, Ursachen und Möglichkeiten der Therapie.

Woran kann man eine Allergie erkennen? Die Symptome reichen von Magen-Darm-Problemen, Juckreiz, Haarausfall, entzündeten Ohren oder Pfoten bis hin zu Verhaltensauffälligkeiten. Der Anteil der durch Futter verursachten Allergien beträgt nur 23 Prozent.

Was sind die häufigsten Auslöser einer Futterunverträglichkeit?

Proteine, viel seltener auch Kohlenhydrate und Fette. Dabei finden sich die meisten allergieauslösenden Proteine in Rindfleisch, in Getreide wie Weizen, Reis oder Mais, in Milch und Sojaprodukten.

Welche Verantwortung tragen Konservierungsstoffe?

Kaum eine, da Konservierungsstoffe im Futter heute keine Rolle mehr spielen.

Wie kann man Allergieauslösern auf die Spur kommen?

Zum einen kann der Tierarzt Blut abnehmen und im Labor einen serologischen Test machen lassen. Bei dieser Untersuchung können häufige Allergene im Blut aufgespürt werden, seltene Allergene kann der Test allerdings nicht erkennen. Um ganz sicher zu gehen, hilft nur die aufwendige Ausschlussdiät. Hier sind sämtliche Nährstoffe, die der Hund bislang zu fressen bekommen hat, für 8 bis 12 Wochen tabu. Danach werden die verschiedenen Inhaltsstoffe nach und nach zugefüttert, sodass das Allergen identifiziert werden kann.

Im Handel werden viele Futtermittel für Allergiker angeboten. Worauf muss man achten?

Für die Ausschlussdiät empfehle ich das Selberkochen, da der Halter genau protokollieren kann, was er ins Futter getan hat. Bei Fertigfutter sollten alle Inhaltsstoffe offen deklariert sein. In Futtermitteln, die über den Tierarzt zu beziehen sind, wurden die Proteine so zerkleinert, dass die allergische Reaktion von vornherein verhindert wird, andere Bestandteile wirken entzündungshemmend. Diese Produkte sollten aber nicht auf Verdacht, sondern in Absprache mit dem Veterinär gefüttert werden.

Produktbeispiele: Medizinisches Futter wie „Hill’s Canine z/d Ultra Allergen-free“ ist nur beim Tierarzt erhältlich. Auch die Firma Royal Canin vertreibt ihre Produktlinie „Sensitivity Control“ mit Allergenvermeidung über ausgewählte Tierarztpraxen.

Verdauung

Wolf und Hund, sagen viele, haben den gleichen Verdauungstrakt. Deshalb brauche der Hund vor allem Fleisch – ein Mythos?

„Im Verhalten und in seinen Fähigkeiten hat sich der Hund durch das Zusammenleben mit dem Menschen stark verändert“, meint Tierarzt Dr. Wienrich. „Magen und Eingeweide ähneln dagegen sehr dem des Wolfs.“ Wahrscheinlich war es der unempfindliche Darm des Aasfressers Wolf, der den Urhund zum idealen Begleiter des Menschen machte. Hunde können wohl auch deshalb eine Menge ab, weil sie Tausende Jahre hindurch vor allen Dingen dazu dienten, die Siedlungen der Menschen von Abfall und Kot sauber zu halten.

Doch was würde der Wolf zum modernen Hundefutter sagen? Dillitzer: „Ein Beutetier des Wolfs besteht nur zu einem kleinen Teil aus Fleisch, der große Rest sind Bindegewebe, Haare, Knochen und vorverdaute Pflanzen und eventuell Getreidereste im Darm.“ Dr. Wienrich ergänzt: „Ein Wolf leidet zuweilen unter Mangelerscheinungen – sein gefundenes Fressen versorgt ihn nicht immer optimal.“

Wirkstoffe

Der Tierarzt unterscheidet zwischen Futter, dem Wirkstoffe beigemischt werden, und einer Vollnahrung mit spezieller Rezeptur.

Beispiel: Wirkstoffe für kranke Knochen

Damit das Tier ein Leben lang seine Bewegungsfähigkeit besitzt, werden vom Organismus in den Knochen ständig Knorpelzellen nachgebildet. So sind Glukosamine und Chondroitinsulfate Bestandteile des Knorpels und der Gelenkflüssigkeit und können die Bildung neuer Knorpelzellen unterstützen.

Omega-3-Fettsäuren können Entzündungen hemmen, deshalb werden diese Stoffe Gelenkdiäten gezielt beigemischt. Ebenso wichtig es, Kalorien zu reduzieren, damit die Gelenke entlastet werden. Produktbeispiele: „Hill¿s Prescription Diet j/d“, „Royal Canin Veterinary Diet Mobility“. Als Ergänzungsfuttermittel sind „Canosan“ und der Snack „Pedigree Gelenk Aktiv+“ erhältlich.

Spezielle Zusammensetzung für ein krankes Herz

Arbeitet das Herz nicht mehr richtig, kommt es zu Durchblutungsstörungen in anderen Geweben und Organen. Der Körper begegnet dem sinkenden Blutdruck mit einer Verengung der Blutgefäße. Auch die Niere reagiert, indem sie Salze im Körper zurückhält. Grund: Salze binden Wasser, so kann das Blutvolumen erhöht werden, in der Folge können Organe und Gewebe besser durchblutet werden. Langfristig wird das geschwächte Herz durch den gestiegenen Blutdruck überlastet.

Herzmedikamente sind hier das richtige Rezept, das Füttern einer Herzdiät kann aber unterstützend wirken. Ihr Ziel ist die Entwässerung des Körpers, deshalb sind in den Futtermitteln die Nährstoffsalze angepasst, besonders der Natriumgehalt ist reduziert, er liegt bei ungefähr 0,05 Prozent der Futtertrockensubstanz (normal sind 0,75 Prozent).

Produktbeispiele: „Hill’s Prescription Diet h/d“ und „Royal Canin Cardiac“. Beides ist über den Tierarzt erhältlich.

X-Mas-Menü

Das Einpacken können Sie sich getrost sparen: Dieser selbst gemachte Schmaus zum Fest wird sicher sofort verputzt.

Auch Bello soll vom Festbraten etwas abbekommen. Ernährungsberaterin Dr. Natalie Dillitzer hat dafür ein Hundemenü aus Festtagsresten zusammengestellt, das in diesen Mengen als Tagesportion für einen 25 Kilo schweren Hund ausreicht. Hinweis: Bei dauerhafter Fleisch-, Gemüse- und Kohlenhydratfütterung fehlen in diesen Rezepten folgende Nährstoffe: 40 mg Magnesium, 1,5 mg Kupfer, 15 mg Zink, 1,5 mg Mangan, 320 mg Jod, 200 IE Vitamin D pro Tag. Aber am Festtag gelten andere Regeln – auch für Hunde. Guten Appetit!

Erster Gang: Fisch

100 g Karpfenreste ohne Gräten in 1 TL Öl kurz andünsten, abkühlen lassen.
50 g gekochte Rote Bete würfeln und mit einer Prise Salz unter den Fisch mischen.

Zweiter Gang: Fleisch

Je nach Festbraten 150 g Reste der Rehkeule oder Reste vom Gänsefleisch von den Knochen lösen oder 250 g Gänseklein (Herz, Leber, Magen und Hals) klein schneiden. Fleisch in 1 TL Öl anbraten.
150 g gekochte Kartoffeln und 50 g gekochten Fenchel unter das Fleisch heben.
Tipp: Gemahlene Eierschale kann als Kalziumquelle dienen.

Yummie!

Kleine Leckermäuler können nie genug davon bekommen: leichter Knabberspaß zum Selbermachen.

Belohnungsnuggets: Die Düsseldorfer Hundebäckerei Dog’s Deli (www.dogsdeli.de) hat für DOGS ein Leckerli zum Nachbacken kreiert, das nur 1,4 Prozent Fett enthält und in der Regel auch von Hunden, die unter Allergien leiden, vertragen wird. Sie brauchen dafür: 100 g Hähnchenbrustfilet, ca. 400 ml Wasser, 400 g Reismehl, 1 TL gehackte Petersilie.

Zubereitung: Backofen auf 160 Grad (Umluft 140 Grad) vorheizen, ein Backblech mit Backpapier belegen. Hähnchenfleisch 10 Minuten zugedeckt im Wasser kochen, herausnehmen und abkühlen lassen. 250 ml Kochwasser zum Fleisch geben und mit einem Stabmixer pürieren. Fleischpüree mit den übrigen Zutaten mischen und mit Handmixer oder Küchenmaschine zu einem glatten Teig verrühren.

Aus dem Fleischteig kleine Nuggets formen und auf das Backblech legen. Im Backofen ca. 20 Minuten backen. Über Nacht auf dem Blech trocknen lassen, so sind die Kekse mindestens drei Wochen haltbar. Tipp vom Hundebäcker: Petersilie ist harntreibend und kann abführend wirken. Sie vertreibt Mundgeruch.

Zähne

Ein Vorurteil kann entkräftet werden: Zucker in Fertigfutter trifft keine Schuld, wenn sich beim Hund die Zähne verfärben.

Zahnstein wird anders als Karies nicht durch Glukosemoleküle verursacht, sondern hauptsächlich durch eine spezielle Bakterien-und Mineralienzusammensetzung im Speichel. „Auch Wölfe haben mitunter Zahnstein“, betont Dr. Natalie Dillitzer. Ob ein Hund Zahnprobleme entwickelt, liegt hauptsächlich an der Stellung seiner Zähne im Kiefer sowie der Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen. Besonders häufig von Zahnstein betroffen sind kleinwüchsige Rassen wie der Yorkshireterrier, da bei ihnen die Zähne im Verhältnis zum Kiefer groß geblieben sind, dadurch enger stehen und sich Ablagerungen und Entzündungen schneller bilden.

Spezielle Futterprodukte sollen den Verfall der Zähne durch ihre Oberflächenstruktur und Inhaltsstoffe aufhalten. Produktbeispiele: „Hill’s Canine Oral Care“ (2 kg Trockenfutter, um 13,40 Euro), als Kauknochen „Pedigree Dentastixx“ (10 Stück um 2 Euro), für die Vorsorge Hundezahnbürste „Pro Care“ von Trixie (Set um 2 Euro), wird über den Finger gestülpt. Spezielle, oft nach Wurst schmeckende Zahnpasta: „Dog a dent“ von Beaphar (um 5 Euro), reinigt über Reibung mit feinen Partikeln. Ist der Zahnstein schon zu weit fortgeschritten, können die Veterinäre sowie auf Zähne spezialisierte Fachtierärzte mit einer Zahnreinigung helfen. Information im Internet: www.bundestieraerztekammer.de.

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