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Zutaten Dosendeutsch: Was steckt im Hundefutter?

Dr. B. Glöwing, J. Peschel-Paetzold, K. von der Leyen 06.03.2015

Die Botschaft ist überall gleich: „Unser gutes Futter hält Ihren Hund gesund!“ Doch beim Studieren des Kleingedruckten auf den Etiketten der Fertignahrungsindustrie versteht man meistens nur Bahnhof. Was steckt wirklich in Bellos Futter?

Pflanzliche Nebenprodukte

In diese Gruppe fallen Nebenerzeugnisse aus der Aufbereitung pflanzlicher Erzeugnisse, insbesondere Getreide, Gemüse, Hülsenfrüchte, Ölfrüchte. Dies können auch billige, schlecht verwertbare Füllstoffe sein, die allerdings dazu führen würden, dass der Hund Blähungen bekommt und große Kotmengen produziert, was nicht im Sinne des Endverbrauchers ist. Dementsprechend würde er das Futter nicht erneut kaufen – was wiederum nicht im Interesse des Herstellers sein kann. Sind pflanzliche Nebenprodukte vermehrt in einem Futter enthalten, steigt der Rohfaseranteil. Stroh und Sägemehl sind übrigens explizit verboten.

Fisch und Fischerei-Nebenprodukte

Ähnlich wie beim Fleisch und den tierischen Nebenprodukten kann der Verbraucher hier nicht unterscheiden, ob es sich um Fischfilet oder um Fischköpfe und Gräten handelt. Immerhin bedeutet der Anteil von Fisch u.Ä., dass im Futter Jod enthalten ist.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe

Vitamine, Spurenelemente und Aminosäuren müssen dem Endprodukt zugesetzt werden, weil diese während des Erhitzungsprozesses zwangsläufig verloren gehen.

Sensorische Zusatzstoffe

Geschmacksstoffe und Farbstoffe wie Amaranth, Aspartam, Erythrosin, Glycin oder Carotinoide wirken geschmacksverstärkend oder machen das Futter ansehnlicher. auch wenn das menschliche Auge mitisst: Hunden ist das Aussehen egal. In manchen Produkten werden geringe Mengen an Zucker (0,5 Prozent) als Couleur verwendet, um einen satten braunen Farbton des Fleischs zu erzeugen. Die Zugabe von Zucker in dieser minimalen Menge ist für die Tiere nicht gesundheitsschädlich und verursacht weder Zahn- noch andere gesundheitliche Probleme.

Technologische Zusatzstoffe

Dazu zählen unter anderem Konservierungsstoffe, Antioxidantien, Aromastoffe, Emulgatoren und Stabilisatoren. Emulgatoren beispielsweise helfen dabei, zwei nicht mischbare Komponenten wie Öl und Wasser zu einem fein verteilten Gemisch werden zu lassen.

Antioxidantien

Sie verhindern, dass das Fett ranzig wird und unangenehm riecht. Die synthetischen Antioxidantien, BHA (= E 320), BHT (= E 321) und Ethoxiquin (= E 324), stehen im Verdacht, Allergien auszulösen und Krebs zumindest zu begünstigen. Wissenschaftlich ist das allerdings noch nicht bewiesen. Übrigens: Vor dem Verderb schützt auch die richtige Lagerung. Das Fett muss vor Wärme und Licht geschützt und somit kühl gelagert werden.

Konservierungsmittel

Dazu zählen Kalziumsorbat (E 203), Natriumsorbat (E 201) oder Zitronensäure (E 202), die das Futter vor dem Schlechtwerden durch Bakterien, Hefen und Pilze schützen. Sie sind nur nötig, wenn das Futter mehr als 14 Prozent Wasser enthält. Trockenfutter hat meist weniger als 10 Prozent und braucht normalerweise keine. Konservierungsmittel sollten in Konserven, also Dosenfutter, ebenfalls überflüssig sein, denn die wurden durch Hitze und Druck haltbar gemacht.

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