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Rohkost BARF – der Trend im Futternapf

03.02.2014

Der Trend im Hundenapf stammt aus Australien, nennt sich BARF und meint „biologisch artgerechte Fütterung“ bei Hunden. DOGS erklärt, was dahinter steckt und welche Zutaten im Napf landen.

BARF (Abkürzung für Biologically Available Raw Food) wurde von dem australischen Tierarzt Dr. Ian Billinghurst entwickelt und verzichtet ganz auf die Fütterung von Fertigprodukten. BARF serviert Hunden stattdessen rohes Fleisch und Fisch, dazu Gemüse, selten Getreide. Die Anhänger wollen mit dieser Fütterung die Ernährung von Wölfen, den Urahnen unserer Hunde, nachahmen und treffen mittlerweile auf Hundewiesen und im Internet auf Gleichgesinnte. Die meisten beginnen mit einer Umstellung der Futterart, wenn ihr Hund unter Allergien, Hautproblemen oder erhöhter Anfälligkeit leidet und hoffen dank BARF auf seine Gesundung.

BARF - der Trend im Futternapf
Die Fütterung des Hundes ist fast schon eine Glaubensfrage. Beim "Barfen" kommen nur rohe Zutaten in den Napf © Jan Kruse

BARF: warum roh?

In rohem Fleisch und Gemüse stecken viele Vitamine, Spurenelemente, Nährstoffe und Mineralien. Das Eiweiß des Fleisches enthält eine optimale Aminosäure-Zusammensetzung, die es gerade für wachsende Hunde sinnvoll macht. Auch Knochen sollten nicht gekocht werden. Rinder- sowie Geflügelknochen werden fest, splittern und können innere Verletzungen in Magen und Darm hervorrufen, da die Kalziumstruktur durch das Kochen der Substanz verändert und somit fast unverdaulich wird. Wer barft, füttert roh! Übrigens: Je jünger das Schlachttier, desto weicher und leichter verdaulich die Knochen. Einzige Ausnahme: Schweinefleisch sollte auf keinen Fall roh gefüttert werden, da es zu einer Infektion mit dem gefährlichen Aujeszky-Virus kommen kann. Die Angst vor Salmonellen ist allerdings unbegründet, da die Verdauungszeit des Hundes viel kürzer als die des Menschen ist und sein Magen-Darm-Trakt so kurz, dass Salmonellen sich nicht einnisten und nichts ausrichten können.

Alles wird püriert!

Der Grund klingt plausibel: Der Verdauungstrakt des Hundes hat eine andere Beschaffenheit als der des Menschen. Ein Grund, warum Hunde Zellulose, also die Zellwände aus Obst und Gemüse, nicht verwerten können. Deshalb wird bei BARF Gemüse und Obst mit einem Pürierstab oder Mixer zu Brei püriert. Die durchbrochene Zellulose wird so für den Hundemagen verdaulich, und mit einem Schuss Öl im Gemüse- oder Obstbrei können die fettlöslichen Vitamine aufgenommen werden. Hier gilt: je kleiner püriert, desto besser für den Vierbeiner. Auch ein- bis dreimal die Woche gegebene rohe Knochen sollten besonders bei kleineren Rassen mit einem Beil zerkleinert werden. Nur so kommen Nährstoffe in den Körper.

BARF: gesunde Leckerbissen für den Hund

Fleisch

Rindfleisch – speziell das magere Kronfleisch ist sehr nahrhaft

Kalbfleisch – mageres Fleisch, das selbst empfindliche Mägen vertragen

Ziegenfleisch – ist fett-, cholesterin- und harnsäurearm

Geflügel – gut geeignet für Hunde im Wachstum

Wild – Inneren vom Wild besser selten füttern

Fisch – Seelachs, Lachs, Thunfisch, Forelle, Sprotten, Makrelen, Sardinen sind ein Leckerbissen. Fisch enthält viel Jod und essenzielle Fettsäuren

Knochen

Rindermarkknochen – eignen sich gut als Zahnbürste, weil sie so hart sind, dass sich der Hund lange damit beschäftigt

Luftröhre – Knorpelspangen sind voll verdaulich und ebenfalls ein beliebter Knabberspaß

Ochsenschwanz – ist ziemlich hart und eher etwas für geübte Nager, die mit entsprechend guten Zähnen ausgestattet sind

Kalbsbrustknochen – gut für Welpen und Junghunde

Kalbsrippen – hervorragend für Welpen, Junghunde und ältere Hunde

Kalbsschwanz – auch geeignet für Welpen, Junghunde und ältere Hunde

Wie stellt man das Futter um?

Wer sich dazu entschieden hat, seinen Hund im Sinne von B.A.R.F. zu ernähren, sollte direkt damit beginnen. Das heißt: Kein Mischen von Trocken- und Rohfutter, sondern von einem Tag auf den anderen roh und artgerecht füttern. In jedem Fall sollten die Futterzutaten in den ersten Tagen für den Hund leicht verdaulich sein. Soll heißen, dass man über den Tag verteilt häufigere, kleine Mahlzeiten füttert, etwas Gemüsebrei, leichter verdauliches und wenig fettes Fleisch (z.B. Kaninchen, Pute oder Hühnchen). Bei größeren Problemen durch die Futterumstellung empfiehlt es sich, anfangs ausnahmsweise entweder das Fleisch zu kochen oder Verdauungsenzyme wie Bierhefe (erhältlich in der Apotheke) unter das Futter zu mischen. Auf diese Weise kann der Hund die ungewohnte Nahrung besser verdauen.

Ist BARF sehr zeitintensiv?

Das ist abhängig davon, wie man diese Art der Rohfütterung betreibt. Fehlt dem Zweibeiner die Zeit, empfiehlt es sich, die Gemüseportionen vorzubereiten, in Einzelrationen zu portionieren und danach einzufrieren. Täglich kann man dann den Gemüsebrei auftauen, Fleisch zugeben – und fertig ist die Hunde-Mahlzeit. Wie oft man dieses Prozedere im Monat wiederholt, hängt im Grunde nur von der Größe der eigenen Gefriertruhe und vom Hunger des Hundes ab.

Heiko Dörr

2016.07.19 um 13:50 Uhr

Wir sind begeisterte BARFer und haben damit nur gute Erfahrungen bei unserem Hund gemacht. Uns wurde zur Umstellung auf BARF der Tipp gegeben, dass die ersten Mahlzeiten aus grünen Pansen sein sollten, da sich dann eben die Magen-Darm-Enzyme für das füttern von Rohfleisch umstellen.

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