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Artgerechter Umgang Jagdverhalten beim Hund

Dr. Barbara Schöning und Dr. Kerstin Röhrs 15.04.2010

Ein Hund, der gerne jagt, zeigt eigentlich ein natürliches Verhalten. Doch plötzliches Weglaufen, Aufspüren oder gar Töten von Wild kann für seinen Besitzer zum handfesten Problem werden. Zum Glück gibt Strategien, die Hunde entspannen – und den Halter aufatmen lassen

Zunächst einmal: Jagen gehört zum normalen Hundeverhalten. Es dient der Nahrungsbeschaffung und ist damit – zumindest für wild lebende Raubtiere – überlebenswichtig. Und: Jagen ist selbstbelohnend. Schon die Ausführung eines oder mehrerer Elemente aus dem Komplex Jagdverhalten, wie beispielsweise das Verfolgen einer Fährte, führt zu einem Belohnungsgefühl. Auch dann, wenn der Erfolg ausbleibt. Für den Hundebesitzer kann das zum handfesten Problem werden. Also, was tun, wenn der Liebling im Wald nicht mehr zu bremsen ist?

Ein Hund, der gerne jagt, zeigt eigentlich ein natürliches Verhalten.
Jagdverhalten beim Hund kann zum Problem vom Besitzer werden. Deshalb sollte gehandelt werden. © Imago

Schritt 1: Das Jagen in den Griff bekommen

Wenn ein Jagdproblem ernsthaft angegangen werden soll, sind zunächst Managementmaßnahmen erforderlich. Dabei geht es in erster Linie um das Verhindern von Jagderlebnissen, denn weiteres Lernen am Erfolg und der Spaß am Jagen müssen vermieden werden. Das könnte zum Beispiel bedeuten, dass man vorübergehend auf Waldspaziergänge in der Dämmerung verzichtet oder den Hund nicht dort freilaufen lässt, wo mit der Anwesenheit von Wild zu rechnen ist. Neben dem Management ist es sinnvoll, sich über Hilfsmittel Gedanken zu machen. Dazu gehören Halsband oder Brustgeschirr und Leine, später auch Schleppleine. Ein gut sitzendes Halsband sollte flach und breit sein (beim mittelgroßen Hund mindestens vier Zentimeter) und so sitzen, dass der Hund es nicht abstreifen kann. Besonders zu Beginn des Trainings, wenn der Hund in die Leine springt, ist ein Brustgeschirr zu empfehlen. Es gefährdet weder Kehlkopf noch Halswirbelsäule.

Fürs erste Training ist es oft erforderlich, dass der Hund sich nicht zu weit vom Besitzer entfernen kann. Eine mehrfach verstellbare Leine sollte seiner Größe und Zugkraft angemessen sein und gut in der Hand liegen. Flexileinen sind im Alltag mit einem gut leinenführigen Tier praktisch, für das Training eines Jagdproblems aber ungeeignet. Eine Schleppleine wird nach Erreichen eines gewissen Trainingsstandes an kurzer Leine benötigt. Sie muss in Dicke und Länge (Gewicht!) ebenfalls der Größe des Hundes angepasst sein. Besitzer sollten den Umgang damit vor dem Jagdtraining üben.

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