DOGS Logo Europas grösstes Hundemagazin

Jagdtrieb abgewöhnen Warum Hunde jagen

Astrid Nestler 21.01.2014

Ein Vogel im Busch, ein Hase im Unterholz, und schon ist er auf und davon. Jagende Hunde sind schwer zu bremsen. Sie stellen ihre Besitzer nicht selten vor eine große Herausforderung. Und die Frage: Warum jagen Hunde überhaupt?

Manche Trainer raten zu Jagdersatztraining

Jagdersatztraining basiert auf der Idee, die Passion des Hundes nicht zu hemmen, sondern mit der Jagd nach Ersatzbeute zu befriedigen. Je nach Veranlagung kann dies eine detaillierte Suche nach menschlichen Geruchsspuren sein, sogenanntes Mantrailing, oder ein weiträumiges Stöbern nach Gegenständen. Mit Apportierdummys lassen sich ebenfalls Spuren ziehen. Das Hetzen eines Hasen wird mit Bällen oder Frisbeescheiben simuliert. Zerrspiele geben dem Hund das Gefühl, Beute packen und zerreißen zu dürfen. Trotzdem hetzt kaum ein Hund lieber einen Ball anstelle eines Hasen, und menschlicher Geruch spricht seine Instinkte weniger an als der eines Rehs. Damit er die Beschäftigungen als gleichwertigen Ersatz für das Jagen annimmt, muss ein Umdenken stattfinden. Er muss den Frisbee oder eine Futterbelohnung lieber mögen als das Wild.

Wie man das trainiert, erklärt Anton Fichtlmeier an einem Beispiel: „Der Hund sieht einen Hasen und erwartet ein Verbot, wenn er losgeht, weil er gelernt hat, dass dies ein unerwünschtes Verhalten ist. Zugleich hat er die Erfahrung gemacht, dass er belohnt wird, wenn er sich seinem Menschen zuwendet und Blickkontakt sucht. Jeder Hase kann ihn also zum Anzeigen auslösen.“ Um dies zu erreichen, muss man den Hund zuerst auf ein bestimmtes Hörzeichen konditionieren. „Man ruft zum Beispiel ‚Achtung, ein Tier!‘ und zeigt dabei in Richtung Horizont. Der Hund schaut daraufhin zum Horizont, sieht dort nichts und wendet sich normalerweise wieder seinem Besitzer zu. Genau in diesem Moment erhält er Futter aus der Hand. Im zweiten Schritt deutet man immer, wenn irgendwo ein Vogel auf der Wiese sitzt, in Richtung Vogel und sagt: ‚Achtung, ein Tier!‘, um den Hund dann für die Blickkontaktaufnahme zu belohnen. Der Hund sollte auf diese Weise seine komplette Futterration erhalten.“

Nach ein bis zwei Wochen wird der Hund Blickkontakt aufnehmen, sobald er einen Vogel sieht, und sein Futter einfordern, weil er ein neues Muster gelernt hat, das seine Instinkte in den Hintergrund drängt. Auf vergleichbare Weise lassen sich alternative Beschäftigungen mit Menschen oder Gegenständen als Jagdersatz etablieren. Das ist, zugegeben, eine anspruchsvolle, aber lohnenswerte Arbeit, die allerdings nicht immer und bei allen Hunden gelingt.

Sonja Schmid

2016.10.26 um 16:31 Uhr

...ja und der Grosspudel als Wasserjagdhund :)

Beitrag verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Zum Seitenanfang
Sie verwenden einen sehr alten Browser. Um diese Website in vollem Umfang nutzen zu können, installieren Sie bitte einen aktuellen Browser. X