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Verhaltensregeln Was kann ich tun, wenn mein Hund aggressiv wird?

10.09.2010

Kämpfen und Verteidigen gilt als angeborenes Verhalten jedes Hundes. Gefährlich wird es, wenn die Schärfe seiner Reaktion nicht zur Situation passt oder er ohne Vorwarnung ungehemmt beißt. Was können Hundehalter dann tun?

Harte Hunde sind im Tierreich akzeptiert. Ein aggressives Verhalten gehört zu Jagd und Erwerb der Nahrung, hilft bei der Fortpflanzung, dient der Sicherheit und dem Schutz der Gruppe. Im Zusammenleben mit dem Menschen ist Härte beim Hund ebenfalls erwünscht, sobald es um Schutz geht. Aber wir machen Unterschiede: Kommt das Nachbarskind, darf Bello bellen, um den Besuch anzukündigen, mehr jedoch nicht. Kann er von sich aus Freund und Feind unterscheiden oder muss er es lernen?

Was kann ich gegen Aggressivität machen?
Experten sind sich einig: Nicht Rasse oder Genetik machen einen Hund gefährlich, sondern Fehler in der Erziehung © plainpicture/Erickson/Jim Erickson

Experten sind sicher: Hunde können lernen, sich situationsangepasst zu verhalten. Nicht Rasse und Genetik machen einen Hund gefährlich, sondern Fehler in der Erziehung. „Manche Rassen haben aufgrund ihrer Zucht den Ruf, besonders mutig und aggressiv zu sein. Aber in Wirklichkeit ist nicht der Hund verantwortlich für sein Verhalten, sondern immer der Halter“, erklärt Franz Breitsamer, ein von der Regierung Oberbayerns bestellter Hundesachverständiger. Eine Studie der Universität Hannover aus dem Jahr 2003 bestätigt, dass Vertreter sogenannter Kampfhunderassen wie Pitbulls, Rottweiler und Dobermänner in Reizsituationen nicht aggressiver reagieren als Golden Retriever. Gefährliche Hunde werden folglich nicht geboren, es sind die Menschen, die beißwütige Tiere heranziehen.

Wenn es kritisch wird

1. Machen Sie einen Bogen um Hunde, die offensichtlich nicht unter Kontrolle sind. Menschen, die zulassen, dass ihr Hund an der Leine zieht und Kommandos ignoriert, haben schwierige Situationen noch weniger im Griff.

2. Achten Sie auf die Schwanzstellung: Alles oberhalb der Waagerechten deutet auf erregtes Gemüt. Auch Wedeln ist kein Garant für freundliche Stimmung.

3. Stellt ein fremder Hund die Ohren in Ihre Richtung und fixiert Sie mit dem Blick, ist Vorsicht geboten. Erwidern Sie den Blick nicht, ignorieren Sie ihn.

4. Wenn ein Hund knurrt oder anderweitig droht, halten Sie Abstand zu ihm. Machen Sie keine schnellen, ruckartigen Bewegungen. Bleiben Sie stattdessen ruhig stehen und warten Sie ab, bis er das Interesse an Ihnen verloren hat.

Richtig beschützen

Gestatten Sie anderen Hunden nicht, Ihren Hund zu bedrängen, wenn er angeleint ist. Verscheuchen Sie lästige Zeitgenossen. Lassen Sie ansonsten die Leine fallen und gehen Sie zügig weiter.

Beanspruchen Sie stets die linke Seite des Weges, um einen anderen Hund zu passieren. Dann befinden Sie sich in jeder Situation zwischen den Tieren.

Falls es zu einer Rauferei kommt, gehen Sie zügig in die entgegengesetzte Richtung davon. Ihr Hund kann den Kampf dann elegant abbrechen, ohne dass er das Gesicht verliert, nach dem Motto: Tut mir leid, aber ich muss jetzt gehen.

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