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Expertentipps Umgang mit Welpen

Dr. Barbara Schöning 12.04.2010

Ein Leben ohne Hund ist machbar, aber lohnt sich nicht, sagte Loriot. Für alle, die sich dieser Herausforderung zum ersten Mal stellen, gibt DOGS-Expertin Barbara Schöning das Start-up-Wissen für den Umgang mit Welpen.

Der erste Welpe
Die Aufzucht eines Welpen ist eine verantwortungsvolle Aufgabe © Camrin Dengel /Stocksy

Ihr Welpe will einen Schlafplatz

Bedenken Sie bei der Wahl, dass der Welpe aus einem sehr behüteten sozialen Gefüge kommt. Er hat die meiste Zeit mit seiner Mutter und den Geschwistern zugebracht, viel Körperkontakt und Nähe erlebt.

Die Trennung von seiner Sippe stellt für den Welpen einen Bruch dar, der zunächst verarbeitet werden muss. Aus diesem Grund sollte der Welpe nachts auf keinen Fall weggesperrt und allein gelassen werden. Er gehört in die Nähe seiner neuen Freunde, damit er ihre Atemgeräusche hören und ihre Nähe spüren kann.

Sicherheit für Ihren Welpen

Welpen haben keine Arme wie wir Menschen, also dient ihnen die Schnauze zur Erkundung der Welt. Doch das birgt ein gewisses Risiko. Nicht nur für Perserteppiche, Schuhe und Wollsocken, auch der Welpe selbst ist gefährdet, zum Beispiel wenn er auf Elektrokabeln herumkaut oder scharfkantige Kleinteile verschluckt. Auch Treppenabgänge und offene Balkongeländer stellen eine ernst zu nehmende Gefahr dar und müssen vor Ankunft des Welpen gesichert werden.

Sozialkontakte tun Ihrem Welpen gut

Der Welpe braucht ein paar Tage Zeit, um sich bei Ihnen einzuleben. Ihr Welpe sollte sich zunächst mit seiner neuen Umgebung vertraut machen und eine gewisse Sicherheit gewinnen, bevor Sie ihn mit anderen Artgenossen bekannt machen. Anschließend ist der regelmäßige Besuch einer Welpengruppe sinnvoll, damit der Welpe die nötige Sozialkompetenz zu entwickeln lernt.

Verschaffen Sie Ihrem Welpen Auslauf

Der Welpe ist noch lange nicht ausgewachsen. Sein Halte- und Stützapparat muss gefordert, darf aber nicht überfordert werden, um sich optimal ausbilden und entwickeln zu können. Wichtiger als die Länge der Gassirunden ist deren Regelmäßigkeit. Feste Zeiten erleichtern dem Welpen auch das Stubenreinwerden.

Der Welpe: 6 Schritte ins Leben

Vegetative Phase (1. und 2. Woche)

Augen und Ohren sind noch geschlossen. Der Welpe sucht nach den Zitzen der Mutter, trinkt und schläft. Ausscheiden tut er auf die Leckstimulation der Mutter hin.

Übergangsphase (3. Woche)

Die Augen und die äußeren Gehörgänge öffnen sich. Bis der Welpe akustische und optische Reize voll wahrnehmen kann, dauert es bis zum 17. oder 18. Lebenstag. Jetzt kann der Welpe selbstständig Harn und Kot absetzen und wird sich dafür vom Lager entfernen.

Primäre Sozialisation (6.-7. Woche)

Beginn sozialen Spielverhaltens und gruppenorientierter Aktivitäten. Welpen lernen die Beißhemmung. Abstillen durch die Mutter.

Sekundäre Sozialisation (12.-16. Woche)

Welpen lernen über intensive Sozialspiele die Auseinandersetzung mit der Umwelt. Fortführung des Lernens und erste Stabilisierung von Sozialverhalten und Kommunikation. Der Welpe übt Stress- und Frustrationstoleranz.

Junghundephase (bis zur Pubertät im 6. bis 9. Monat)

Der Welpe übt und verfestigt Sozialverhalten und Kommunikation. Statusverhältnisse in der sozialen Gruppe etablieren sich.

Nach der Pubertät

Der Welpe ist körperlich erwachsen. Die soziale Reife ist bei großen Rassen zum Teil erst mit 36 Monaten erreicht.

Ihr Welpe braucht Ruhephasen

Heute weiß man, dass Ruhe- und Schlafphasen wichtig für die Verarbeitung von Erlebtem und Erlerntem sind: Fünf bis sechs Schläfchen von dreißig bis sechzig Minuten Dauer sind nicht nur normal, sondern auch notwendig für seine Entwicklung des Welpen. Nach dem Lernen braucht das Gehirn eine Pause, um die Inhalte zu verarbeiten. Lassen Sie Ihren Zögling also ruhig schlafen, wann und wo immer der Welpe sich eine Auszeit nehmen will.

Sie sind dran: Schmusezeit mit Ihrem Welpen

Der Welpe soll sich bei Ihnen sicher und geborgen fühlen, Körperkontakt ist daher wichtig für das Vertrauen und eine stabile Bindung. Von ihren Müttern sind es Welpen gewöhnt, am ganzen Körper beleckt zu werden. Geizen Sie also nicht mit Streicheleinheiten. So lernt der Welpe ganz nebenbei, dass die Pflege der Pfötchen, der Ohren, der Augen und des Fangs etwas ganz Alltägliches ist, über das man sich nicht aufregen muss. Doch wenn der Welpe signalisiert, dass es ihm zu viel wird, akzeptieren Sie es!

Die Ernährung des Welpen anpassen

Auch wenn Sie Ihren Hund später anders ernähren wollen, lassen Sie sich für die ersten Tage Futter vom Züchter mitgeben oder besorgen Sie sich dieselbe Marke im Fachhandel, um zu viel Umstellung für den Welpen zu vermeiden. Der Welpe sollte zunächst im gleichen Intervall weiter gefüttert werden, wie er es gewohnt ist. Nach vier Wochen können Sie um eine Mahlzeit pro Tag reduzieren. Im ersten Lebensjahr sollten Sie zwei tägliche Mahlzeiten beibehalten. Für einen Futterwechsel sollten Sie das alte zunächst „ausschleichen“: Sie reduzieren dafür die Menge des alten Futters und mischen nach und nach mehr vom neuen hinzu. Dieser Prozess sollte nach etwa einer Woche abgeschlossen sein.

Ihr Welpe wird stubenrein

Es gibt drei Situationen im Leben eines Welpen, in denen er sich mit großer Wahrscheinlichkeit lösen wird: nach dem Fressen, nach dem Schlafen und nach dem Spiel. Tragen Sie Ihren Hund dann zum Löseplatz und loben Sie ihn, wenn er sich entleert. In den ersten Tagen sollten Sie mit dem Welpen ohnehin alle zwei Stunden rausgehen. Um die kritische Nachtphase kurz zu halten, sollte Ihr Welpe kurz vor dem Zubettgehen und gleich in der Früh (Wecker stellen!) die Gelegenheit zum Lösen haben. Es ist unvermeidlich, dass der kleine Welpe in den ersten Wochen ein Bächlein oder Köttel auf dem Teppich hinterlässt.

Medizinische Betreuung für den Welpen

Den Impfpass haben Sie vermutlich bereits vom Züchter bekommen. Nun geht es darum, den Tierarzt Ihres Vertrauens zu finden. Am besten erkundigen Sie sich bei anderen Hundebesitzern nach einer Praxis in Ihrer Nähe. Nach ein paar Wochen sollten Sie dort mit Ihrem Welpen vorstellig werden – zum ersten Kennenlernen. Neben den üblichen Impfungen ist das regelmäßige Entwurmen bei Welpen wichtig. Wie oft Sie anschließend mit Ihrem Welpen beim Arzt erscheinen, ist unter anderem von der Rasse Ihres Hundes abhängig und sollte mit dem Arzt besprochen werden.

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