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Bundesverband Rettungshunde e.V. Hunde retten Menschen

Jesko Wilke 05.07.2016

Person vermisst! Selbst ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera kann der Fähigkeit von Suchhunden unterlegen sein. Die Lebensretter auf vier Pfoten sind auch bei Auslandseinsätzen gefragt

Pro Jahr werden in Deutschland etwa 100 000 Menschen als vermisst gemeldet. Oft handelt es sich dabei um Kinder oder ältere Menschen, die sich verlaufen haben oder aufgrund gesundheitlicher Probleme Hilfe brauchen. Häufig kommt dann der BRH Bundesverband Rettungshunde e. V. ins Spiel, der mit seinen rund achtzig Staffeln im gesamten Bundesgebiet vertreten ist. „2014 sind wir zu 498 Einsätzen gerufen worden“, sagt Stefan Sobotta, Pressesprecher des BRH, „34 Personen konnten unsere Hunde dabei lebend finden.“

Eine einsatzfähige Rettungshundestaffel besteht aus mindestens drei Teams und einem Zugführer. Jedes Team gliedert sich in Hundeführer, Rettungshund und Einsatzhelfer. Bundesweit gibt es 685 Rettungshunde, deren Ausbildung jeweils zwei bis drei Jahre dauert. „Die Ausbildung umfasst die Begleithundeprüfung, je nach Sparte, in der gearbeitet wird, eine Vorprüfung Fläche, Trümmer oder Mantrailing und die Hauptprüfung, die jährlich wiederholt werden muss. Dazu kommt die theoretische Ausbildung der Hundeführer, die wir in den Staffeln und in unseren eigenen Schulungszentren durchführen“, so Stefan Sobotta. „Einmal pro Jahr erfolgt anschließend eine Einsatzüberprüfung des kompletten Teams, also mit dem Einsatzhelfer, der für die Navigation, Kommunikation und Dokumentation während der Einsätze zuständig ist.“

Tag oder Nacht, Flächensuche oder Gebäudesuche: Die Hundenase ist das beste Mittel zur Ortung von Vermissten.
Tag oder Nacht, Flächensuche oder Gebäudesuche: Die Hundenase ist das beste Mittel zur Ortung von Vermissten. © Stefan Sobotta/Visum

Hoher Aufwand für Mensch und Hund. Hinzu kommt das wöchentliche Training der Staffeln, die jeweils unter dem Dachverband BRH als eingetragene Vereine organisiert sind. „Das ist ganz schön zeitintensiv“, sagt Stefan Sobotta, der selbst in einer Staffel tätig ist und in diesem Team einen Entlebucher Sennenhund als Rettungshund ausgebildet hat. Der Bundesverband Rettungshunde e. V. und seine angeschlossenen Vereine arbeiten ehrenamtlich und finanzieren sich ausschließlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge.

Anfang Mai 2015 war Stefan Sobotta beim Auslandseinsatz in Nepal aktiv. Internationale Einsätze finden unter dem Dach von I.S.A.R. Germany (International Search and Rescue), einem Zusammenschluss von Rettungsspezialisten, statt. Auf Anforderung der Vereinten Nationen reiste das Rettungshundeteam in die Erdbebenregion. Vor Ort stießen die Helfer auf erhebliche logistische Probleme. „Die internationale Hilfsbereitschaft war sehr groß, von überall auf der Welt trafen Teams ein. Doch die Himalajaregion ist schwer zugänglich, die wenigen Straßen waren zum Teil zerstört. Die Rettungsteams waren zum größten Teil auf Hubschrauber angewiesen, von denen es zu wenig gab.“ So verging wertvolle Zeit, bis die Rettungshunde zum Einsatz kommen konnten.

„Leider ist uns kein Lebendfund geglückt“, sagt Sobotta und berichtet, dass modernere Betonbauten weitgehend heil geblieben seien, einfache Ziegelbauten in sich zusammenfielen. „Da bleibt nur ein Haufen Schutt übrig, in dem sich keine Hohlräume bilden, die ein Überleben über einen längeren Zeitraum ermöglichen.“ Dennoch konnten die Baufachberater und die Ärzte von I.S.A.R. Germany wertvolle Hilfe vor Ort leisten. Immerhin: Italienische und norwegische Suchteams haben in anderen Sektoren von Kathmandu mit ihren Hunden Menschen in den Trümmern orten und retten können. „Man muss damit klarkommen, dass nicht jeder Einsatz von Erfolg gekrönt ist, besonders wenn es um so ein aufwendiges Projekt wie den Nepaleinsatz geht. Es kommt darauf an, sich zur rechten Zeit am rechten Ort zu befinden, und das hat auch mit Glück zu tun“, findet Sobotta. „Entscheidend ist, dass überhaupt Teams wie das unsere in Nepal Verschüttete lebend bergen konnten. Darüber freuen wir uns genauso wie über eigene Erfolge. Wie heißt es so schön: Wer ein Menschenleben rettet, rettet die ganze Welt.“

Nachwuchs gesucht!

Wer sich für eine ehrenamtliche Mitarbeit im Rettungshundewesen interessiert, sollte sich mit einer Rettungshundestaffel in der Nähe in Verbindung setzen. Ein Verzeichnis mit den entsprechenden Adressen finden Sie auf www.bundesverband-rettungshunde.de unter dem Stichwort „Staffeln“.

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