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Hundetraining Allein bleiben: So lernt es mein Hund

Astrid Nestler 03.02.2015

Ohne seinen Menschen allein zu bleiben ist für den Hund als Rudeltier ein bedrohlicher Zustand. Damit er lernt, die Situation stressfrei zu ertragen, hilft es, das Alleinbleiben häufig und schrittweise zu trainieren.

Hundehalter kennen ihre Pappenheimer. Kaum hört das Tier den Schlüssel klirren, wird es zum Stalker und klebt sich an die Fersen seines Zweibeiners. „Nimm mich mit!“, scheint der Hund zu sagen. Doch er darf nicht, nicht immer jedenfalls. Denn Arbeit, Arzt, Kino, Schwimmbad und den Friseur besucht man in der Regel ohne ihn. Zurück bleibt das traurige Elend, dessen enttäuschter Blick tonnenschwer auf unserem Gewissen lastet. „Alle Hunde haben je nach Veranlagung einen unterschiedlich ausgeprägten Meutetrieb und instinktiv das Bedürfnis, beim Rudel zu bleiben“, erläutert Ann Kari Sieme von der Organisation Aktion Tier in Berlin. „Besonders sensible Vierbeiner neigen sogar zu Depressionen und resignieren, wenn sie allein sind. Dann nehmen sie beispielsweise Kleidungsstücke und ziehen sich damit in ihr Körbchen zurück“, berichtet die Hundeexpertin.

Allein bleiben: So lernt es mein Hund
Allein bleiben können Hunde lernen, am besten von Beginn an und in kleinen Schritten © DigitalVision/Getty Images

Es könne auch passieren, dass der einsame Hund sein Geschäft im Haus verrichtet, erbricht, stark speichelt oder hektisch durch die Räume läuft, weiß Sonja Schmitt. Sie ist Mitglied im Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltenstherapeuten und Tierärztin in Hessen. „Auch übermäßiges Jaulen, Bellen und Winseln kann vorkommen“, erklärt Schmitt.

Problemthema Alleinbleiben

Hunde mit Trennungsproblemen stellen etwa zehn bis fünfzehn Prozent der Patienten in verhaltenstherapeutischen Praxen. Es wird angenommen, dass der tatsächliche Anteil, bezogen auf die Gesamtzahl der Hunde in Deutschland, noch höher ist und ein großer Teil dieser Tiere schnell abgegeben wird oder die Besitzer sich mit dem Klammerverhalten ihres Vierbeiners arrangieren, indem sie im Alltag vermeiden, ihren Hund einmal allein zu lassen.

Warum leiden manche Hunde unter Trennungsangst, während andere gut allein bleiben können und die Zeit entspannt zu Hause verschlafen? Für Christiane Jantz, Züchterin aus Berlin, sind in erster Linie Erziehungsfehler und eine falsche Einstellung der Besitzer zu Trennungsängsten bei Hunden verantwortlich. Durch zu viel Fürsorglichkeit und Zuwendung gerieten manche Tiere in eine zu große Abhängigkeit vom Menschen. „Tatsächlich beherrschen immer weniger Hunde bestimmte Alltagsfertigkeiten wie das Alleinbleiben oder angebunden zu warten“, bestätigt Petra Führmann von der Hundeschule Aschaffenburg. Man mutet es ihnen immer weniger zu, schon gar nicht dem bezaubernden, weichbäuchigen Hundebaby. Dabei sei dem weitaus überwiegenden Teil ihrer Kundschaft durchaus klar, so Petra Führmann, dass ihr Hund lernen sollte, einmal allein zu bleiben. „Sie sehen auch die Übungsschritte, die wir ihnen dazu erklären, als logisch an und verstehen die Methodik, die dahintersteht.“

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