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Expertentipps Spielen mit dem Hund

Martin Rütter 15.04.2010

Darf man auch mal wild herumtollen, sich mit seinem Hund über die Wiese kullern lassen oder auf dem Teppich wälzen? Aus reinem Spaß an der Freude, ganz ohne Trainings- oder Lernziel? Ein Kommentar von Martin Rütter

Wann haben Sie das letzte Mal mit Ihrem Hund gespielt – einfach so, unbefangen und aus Spaß an der Freude? Warum ich diese Frage stelle? Weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass viele Hundehalter unsicher darauf reagieren, wenn ich sie dazu auffordere. Offenbar fehlt es vielen an der nötigen Unbefangenheit. Die meisten Leute machen sich zu viele Gedanken, um bloß nichts falsch zu machen. In solchen Momenten frage ich mich, ob wir mit unseren Ansprüchen an eine professionelle Hundeerziehung über das Ziel hinausgeschossen sind. Wenn die Menschen sich nicht mehr trauen, selbstvergessen mit ihren Hunden herumzutollen, sollten wir Trainer Entwarnung geben und Mut machen, diesen Spieltrieb auszuleben. Schließlich gehört das Spiel zu den selbstverständlichsten und schönsten Sachen der Welt! Mehr noch: Es fördert die Bindung und das Vertrauen zwischen Mensch und Hund.

Expertentipps: Spielen mit dem Hund
Spaß für Mensch und Tier: wildes herumtollen findet Martin Rütter wichtig © Juniors Bildarchiv

Warum spielen wichtig ist

„Spielen ist eine Tätigkeit, die man gar nicht ernst genug nehmen kann!“ Dieser Satz des französischen Meeresforschers Jacques Cousteau deutet an, welch seltsame Bewandtnis es mit dem Spielen hat. Selbst wenn es Spaß macht und keinem Zweck dient, erfüllt es dennoch eine Reihe wichtiger Funktionen:

Training: Körperliche Fertigkeiten des Hundes werden beim spielerischen Miteinander entwickelt oder sogar verbessert.

Spielerisches Lernen: Die Tiere trainieren ihre Befähigung, sich auf unterschiedliche Situationen flexibel einzustellen und neu erlernte Strategien zur Lösung von Problemen auszuprobieren. Auf diese Weise wird ihre Intelligenzleistung gesteigert.

Sozialkontakte pflegen: Auffällig ist, dass vor allem jene Tiere Spielverhalten zeigen, die in Sozialverbänden leben. Offenbar bietet das Spiel eine gute Möglichkeit, sich in entspannter Atmosphäre mit den Regeln des Zusammenlebens vertraut zu machen, Bindungen aufzubauen und zu festigen. Junge Rudelmitglieder wachsen auf spielerische Weise in ihre Rolle hinein.

Aggressionen abbauen: Rivalitäten in der Gruppe können auch über spielerische Aktivitäten ausgetragen werden. Spielverhalten schafft und festigt Bindungen und fördert die gegenseitige Toleranz.

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