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Richtig rufen „Komm hier?“ – Befehle, die auch Ihr Hund versteht!

Katharina von der Leyen 15.04.2010

„Komm hier!“ ist für den Hund ein schwieriger Befehl. Der Hund muss etwas unterbrechen, das er gerade interessant findet, um – viel langweiliger! – zu Ihnen zu kommen. Wenn Ihr Vierbeiner nur ungern auf Ihre Zurufe reagiert, sollte Ihre Aufgabe darin liegen, das „Komm!“ für Bello so amüsant wie möglich zu gestalten.

Ich kenne viele Varianten des „Komm!“-Befehls, höre sie in Parks und überall da, wo ich mit meinen Hunden laufe. Da ist zum einen der Verführungs-Befehl: „Lilly, komm! Komm hierher, mmmmmhmm, ein Keks! Willst du einen Keks, Lilly?“ Oder der multiple Befehl: „Lilly, komm. Lilly, komm, komm, Lilly, komm! KOMM!“ Oft höre ich auch den beliebten Jetzt aber!-Befehl: „Komm sofort hierher!“, zu dem ein drohender Tonfall gehört. Nummer eins meiner persönlichen Hitliste ist allerdings der Befehl-ohne-Befehl, bei dem Herrchen oder Frauchen den Namen seines Hundes zwar pausenlos wiederholt, ihm aber keineswegs mitteilt, was der eigentliche Grund seiner Rufe ist: „Lilly! Lillylillylillylillyliiiiiiilllyyyy!“ Lilly und andere Hunde würden wahrscheinlich aufs Wort gehorchen, wenn ihre Besitzer ein paar grundlegende Punkte beherzigen würden.

Hund richtig rufen
Mit diesen drei Tipps von Katharina von der Leyen kommt der Vierbeiner gern zurück © plainpicture/Linkimage/Christian Gustavsson

Der wichtigste: Hunde lernen, in dem Moment zu gehorchen, in dem man das Gehorchen durchgesetzt hat. Wenn Sie Ihren Hund also geschlagene zehn Mal rufen und dann erst hinter ihm herstapfen, um ihn zu holen, wird er auf diese Weise lernen, erst beim zehnten Mal gehorchen zu müssen oder eben stehen zu bleiben, damit Sie kommen, um ihn zu holen. Er wird nicht im Traum darauf kommen, schon beim ersten Ruf seines Namens umzudrehen, um zu Ihnen zu kommen.

Tipp 1

Üben Sie das „Komm!“ in einer Situation, in der Sie Kontrolle über den Hund haben. Das geht am besten an der Leine und im Haus. Gehen Sie mit Ihrem an der durchhängenden Leine angeleinten Hund herum, ändern Sie die Richtung, gehen Sie rückwärts und rufen Sie ihn. Sobald er Ihnen folgt, loben Sie jeden Schritt, den er auf Sie zu macht.

Tipp 2

Als Nächstes üben Sie mit einem Helfer das „Weglauf-Spiel“: Jemand hält Ihren Hund ganz ruhig am Halsband, während Sie mit ihm spielen und ihn richtig „aufmischen“. Dann laufen Sie außer Sichtweite aus dem Zimmer und rufen Ihren Hund: „Fifi, komm!“ Erst dann lässt Ihr Helfer Ihren Hund los, damit er losrennen kann, um Sie zu suchen. Wenn er bei Ihnen ankommt, lassen Sie ihn „Sitz!“ machen und loben ihn überschwänglich. Wiederholen Sie das Ganze insgesamt höchstens drei Mal – Ihr tierischer Freund soll interessiert bei der Sache bleiben. Ganz wichtig: Sobald er langsamer wird, lassen Sie es gut sein. Als Überraschung können Sie ihm jedes vierte oder fünfte Mal ein Lieblingsspielzeug oder einen Hundekuchen geben, sobald er kommt. Wenn er anfängt, sich bei dem Spiel zu amüsieren, verstecken Sie sich. Machen Sie es ihm immer schwerer, Sie zu finden. Manche Hunde geraten dabei ganz außer sich vor Spannung und finden so Gefallen an dem Spiel.

Tipp 3

Jetzt gehen Sie mit einer zehn Meter langen Schleppleine nach draußen. Wechseln Sie bei Ihrem Hund die normale kurze Leine gegen die dünne Schleppleine aus. Sie sollte sich erst dann straffen, wenn Sie ihn in seinem Laufen ganz gezielt korrigieren wollen. Sobald Sie merken, dass er abgelenkt ist, rufen Sie ihn mit dem deutlichen Befehl „Komm!“. Wenn er es tut, loben Sie ihn fröhlich und setzen dann das gleiche Spiel fort, das Sie schon in der Wohnung mit ihm gespielt haben: Rückwärtsgehen, Verstecken… Wenn auch das gut klappt, steigern Sie das Benimm-Training und bauen Ablenkungen ein: Lassen Sie ihn mit einem anderen Hund spielen, rufen Sie ihn dann, und verfahren Sie erneut wie oben beschrieben. Wenn Ihr Hund allerdings nicht reagiert, geben Sie ihm einen kurzen Ruck mit der langen Leine (achten Sie darauf, dass die Leine nicht um sein Bein gewickelt ist, bevor Sie ihm den Ruck geben) und rufen Sie noch einmal „Komm!“. Wenn er anschließend kommt, loben Sie ihn gut gelaunt. Nach dieser Überraschungs-Korrektur beenden Sie die Übung, nehmen ihn an seine normale Leine und gehen nach Hause. Hat Ihr Vierbeiner erst einmal begriffen, dass er an einer langen Leine hängt, ist das Training sinnlos.

Üben Sie morgen weiter: Wenn möglich, fangen Sie mit den Komm-Spielen an, die Sie bereits aus der Wohnung kennen. Wichtig: Rufen Sie Ihren Hund stets mit der festen Überzeugung, dass er kommen wird: Wenn Sie glauben, er käme sowieso nicht, wird er das spüren – und Sie haben verloren.

Daniela Schubert

2017.08.20 um 20:54 Uhr

Hallo, der Anfang des Trainings hört sich gut und vielversprechend an. Wie aber ist der Einsatz der Schleppleine zu verstehen? Es ist ja schon mit einer normalen Leine gefährlich, zwei Hunde miteinander spielen zu lassen. Wie soll das ganze gefahrlos in größerer Entfernung und evtl noch mit mehreren beteiligten Hunden (teils angeleint, teils freilaufend) und ggf. aufgebrachten Hundehaltern funktionieren? Das wäre ein Worse-Case-Szenario und doch durchaus nicht so selten, wie es scheint. Auch sind viele Auslaufstrecken für den Einsatz einer 10 oder auch nur 5m-Leine zu gefährlich. Gerade wenn man sich verstecken will muss es wohl Bäume oder Sträucher geben, in denen sich die Leine aber ungünstig verfangen kann. Oder es kommen Fahrradfahrer etc, falls man Wege benutzt. Danke vielmals für eine genauere Ausführung.

DOGS Magazin

2017.08.21 um 13:33 Uhr

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