DOGS Logo Europas grösstes Hundemagazin

LERNEN Verstehen, wie der Hund lernt

Kate Kitchenham 24.10.2017

Bildung findet nicht nur auf kognitiver Ebene statt. Auch die emotionale Ebene ist wichtig. Wie sind die emotionalen und kognitiven Kompetenzen meines Hundes? Und was passiert eigentlich beim Lernen?

© Johannes Mink

Emotionale Kompetenzen

Jeder Hund kommt als soziales Wesen auf die Welt. Wie gut er sein soziales Potenzial ausbilden kann, hängt von den Erfahrungen ab, die er besonders im ersten Lebensjahr machen darf. Im Spiel mit gleichaltrigen Artgenossen erkennt der Welpe die eigenen sowie die Stärken und Schwächen seines Gegenübers, er erfährt, wie sich Frust, Beschwichtigung, Ärger, Gewinnen oder Verlieren anfühlen. Er erlebt, dass sich Fairness auszahlt und Vertrauen entstehen lässt. Diese Form der sozialen Auseinandersetzung mit vertrauten Spielpartnern sorgt dafür, dass sich Bereiche des Großhirns besonders gut entwickeln können, die für fein abgestimmtes Sozialverhalten, Problemlösekompetenz und konzentriertes Arbeiten zuständig sind.

Kognitive Kompetenzen

Hier geht es um viel mehr als Sitz, Platz und Fuß. Unser Hund lernt Neues beispielsweise viel besser spielerisch und in entspannter Atmosphäre. Wenn jedes Sitzenbleiben, Seil ausgeben oder Hinlegen Bestandteil eines lustigen Spiels ist, sorgt das Lernen dabei für eine enge Bindung an uns. Dafür sorgen Botenstoffe, die beim fröhlichen Interagieren ausgeschüttet werden und Liebe und Lernen beschleunigen. Der Hund beherrscht dadurch nicht nur Lektionen schneller, er kann spannende Momente auch durch verbesserte Impulskontrolle mit Freude aushalten und sich immer länger konzentrieren.

Neurobiologie des Lernens

Diesen ständigen Wechsel von Spiel und plötzlichem Stoppen bekommt man tagtäglich auf Hundewiesen zu sehen. Da jagen Hunde einander, halten abrupt alle an, irgendjemand entscheidet spontan, die Beute zu spielen, und der Rest rennt begeistert hinterher. Hemmungsloses Toben lieben Hunde, weil dabei Wohlfühlbotenstoffe wie die Lerndroge Dopamin ausgeschüttet werden. Beim kurzen Innehalten mischen sich Moleküle in das Blut, die für eine erhöhte Aufmerksamkeitshaltung sorgen, Cortisol und Noradrenalin. Wird anschließend wieder fröhlich weitergespielt, kommt es erneut zum Ausstoß von Dopamin, und genau dieser Wechsel an Botenstoffen sorgt für eine besonders schnelle Fixierung von Lerninhalten. Spannung und Innehalten in den täglichen Umgang mit dem Hund zu bringen, macht also nicht nur Spaß, sondern sehr viel Sinn.

Beitrag verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zum Seitenanfang

Mehr Lust auf DOGS?

News, Wissen, Gewinne – jetzt im Newsletter für Hundefreunde

  • Aktuelle Hunde-News
  • DOGS Video-Wissen
  • Tolle Gewinnspiele

Hier direkt kostenlos anmelden:

Sie verwenden einen sehr alten Browser. Um diese Website in vollem Umfang nutzen zu können, installieren Sie bitte einen aktuellen Browser. X