DOGS Logo Europas grösstes Hundemagazin

ERZIEHUNG Wasser marsch!

Astrid Nestler 31.07.2017

Fünf Übungen mit Wasser: Das DOGS-Sommertraining für Wasserratten, Erfrischung inklusive.

Fünf Übungen mit Wasser: Das DOGS-Sommertraining für Wasserratten, Erfrischung inklusive
© Getty Images

Übung 1: Kneippkur

Das brauchen Sie: mehrere Wannen, die groß genug sind, damit der Hund hineintreten kann, etwas nicht zu warmes Wasser. Geeignet für alle Hunde.

Ziel der Übung: Das Wassertreten, erfunden vom Priester und Hydrotherapeuten Sebastian Kneipp (1821–1897), wirkt kreislaufanregend und durchblutungsfördernd und verschafft auch dem Hund an heißen Tagen angenehme Kühlung. In dieser Übung soll er durch eine Reihe von Wannen laufen, die mit Wasser gefüllt sind – es darf erfrischend, sollte aber nicht extrem kalt sein. Er darf nicht ausweichen oder vorzeitig aus dem Parcours aussteigen. Der Halter bestimmt das Tempo. Diese Übung kühlt nicht nur die Füße, sondern schult Konzentration und Koordination.

Schritt 1: Stellen Sie vier oder fünf große Schüsseln oder Wannen hintereinander auf. Der Abstand zwischen den Gefäßen sollte möglichst gering sein. Füllen Sie so viel Wasser ein, dass jeder Wannenboden etwa knöcheltief bedeckt ist. Je unterschiedlicher die Gefäße geformt sind, desto schwieriger ist die Übung.

Schritt 2: Leinen Sie Ihren Hund an und beginnen Sie die Übung einige Meter entfernt. Gehen Sie mit Ihrem Hund langsam auf die erste Wanne zu. Das Tempo sollte so sein, dass er nach einigen Wiederholungen durch die Gefäße steigen kann, ohne insgesamt langsamer zu werden. Die Leine verhindert, dass er vorzeitig aus den Wannen klettert. Dazu halten Sie sie möglichst kurz, aber achten darauf, dass sie trotzdem locker bleibt. Die Leine sollte sich nur straffen, wenn er dem Parcours ausweichen möchte.

Schritt 3: Machen Sie die Übung in beide Richtungen, indem Sie mal an dem einen und mal an dem anderen Ende des Wannenparcours beginnen. Oder lassen Sie Ihren Hund in der letzten Wanne eine Drehung um 180 Grad machen und dann wieder durch die Wannen zurück zum Anfang laufen.

Varianten: Verändern Sie zur Abwechslung die Reihenfolge der Wannen, stellen Sie größere in die Mitte, kleinere nach außen, bilden Kurven oder Winkel oder füllen sie mit unterschiedlichen Wassermengen. Möglich ist auch, die Zuber zusätzlich mit verschiedenen Untergründen auszustatten, die Aufmerksamkeit erfordern, zum Beispiel mit Sand, Steinen oder mit einer Duschmatte.

Übung 2: Eierlaufen

Das brauchen Sie: eine Wanne gefüllt mit Wasser, zwei Becher, sicherheitshalber aus bruchfestem Plastik, und eine Leine. Geeignet für alle Hunde.

Ziel der Übung: Das Eierlaufen ist ein Kinderspiel, bei dem rohe Eier auf einem Kochlöffel einen Parcours entlangbalanciert werden müssen. Für unseren Hund tauschen wir die Rollen und wandeln das Spiel in eine Geschicklichkeitsübung: Der Hund soll sich dabei den Bewegungen des Menschen anpassen, während dieser zwei gefüllte Wasserbecher trägt und sich darauf konzentriert, nichts zu verschütten – ein gutes Training für die Leinenführigkeit.

Schritt 1: Leinen Sie Ihren Hund an und gehen Sie mit ihm sowie mit je einem Becher in der Hand zu der mit Wasser gefüllten Wanne. Füllen Sie beide Becher randvoll mit Wasser.

Schritt 2: Gehen Sie kreuz und quer durch den Garten oder über den Balkon, vielleicht auch durch die Wohnung, während Sie das Wasser in den Bechern balancieren und zusätzlich noch die Leine halten. Achten Sie dabei möglichst wenig auf Ihren Hund, sondern konzentrieren Sie sich darauf, kein Wasser zu verschütten. Das klingt schwieriger, als es ist, denn Bewegung und Körperspannung des Menschen sind für den Hund anders als gewohnt, sie wecken sein Interesse. Die meisten sind neugierig und wollen wissen, ob das, was der Mensch in den Händen hält, interessant für sie ist, und kleben oft freiwillig am Knie. Loben Sie Ihren Hund für seine Aufmerksamkeit – die angewinkelten Arme assoziieren viele Hunde mit der Arbeit auf dem Hundeplatz und mit Futterbelohnung.

Schritt 3: Steigern Sie die Anforderung, indem Sie kleine Bewegungen zur Seite, nach vorn und zurück machen. Je feiner Ihre Bewegungen sind, umso besser muss Ihr Hund sich konzentrieren. Gehen Sie auch mal rückwärts um einen Tisch oder einen Baum herum oder steigen Sie über einen Liegestuhl.

Schritt 4: Gehen Sie mit Ihrem Hund zurück zur Wanne und leeren Sie die Becher wieder aus. Loben Sie Ihren Mitläufer zum Ende der Übung ausgiebig, zur Erinnerung: nicht erst jetzt, sondern vor allem, während er brav neben Ihnen hergeht.

Variante: Vollführen Sie die Übung auch einmal ohne Leine und lassen Sie Ihren Hund damit „freiwillig“ mitkommen. Wahrscheinlich müssen Sie hierzu mehr Körperspannung aufwenden, damit Ihr Hund Ihnen brav folgt.

Übung 3: Fußbad

Das brauchen Sie: zwei mit Wasser gefüllte Eimer. Geeignet für alle Hunde.

Ziel der Übung: Der Hund soll mit beiden Vorderpfoten in je einem Eimer stehen. Der Hund lernt, Ruhe zu bewahren, auch wenn es ungewohnt wird. Dem Mensch wird die Einstellung abverlangt, die Übung Schritt für Schritt geduldig zum Erfolg zu bringen.

Schritt 1: Füllen Sie die Eimer mit etwas Wasser und stellen Sie seine Füße nacheinander in die Eimer. Die Übung ist für den Hund passiv, das heißt, er soll es sich gefallen lassen, dass seine Füße von Ihnen bewegt werden. Falls Sie einen Arbeitstisch besitzen, der nicht gleich umkippt, wenn Ihr Hund darauf steht, erleichtert das die Übung: Sie können rückenschonend agieren, und Ihrem Hund fällt es leichter, in einem vorgegebenen Bereich zu bleiben.

Schritt 2: Zu Beginn der Übung legen Sie für sich fest, mit welchem Bein Sie beginnen möchten. Sie lassen sich davon auch nicht abbringen, wenn Bello ein Alternativangebot macht und von sich aus einen anderen Fuß hebt. Schnell würde er nämlich auf diese Art die Führung übernehmen, was die Übung vermutlich zum Scheitern brächte. Greifen Sie sein Bein oberhalb des Ellbogengelenks und schieben Sie es sanft nach vorn. Dadurch streckt sich sein Fuß von selbst nach unten. Stellen Sie zuerst nur einen Fuß in den Eimer, warten kurz und nehmen ihn wieder heraus. Danach machen Sie dasselbe nacheinander mit beiden Füßen. Möchte er sich während der Übung hinsetzen, fassen Sie sanft mit der Hand unter seinen Bauch, um ihn daran zu hindern.

Schritt 3: Sobald der Hund mit beiden Vorderfüßen ruhig in den Eimern steht, richten Sie sich auf und atmen tief durch. Loben Sie ihn nur leise oder streicheln Sie ihn sanft, ohne ihn unruhig zu machen. Auf keinen Fall sollte er selbstständig aus den Eimern heraussteigen oder gar vom Tisch springen, sondern warten, bis Sie die Übung beenden, indem Sie seine Füße nacheinander wieder aus den Behältnissen heben.

Variante: Anstatt der Vorderpfoten stellen Sie die Hinterpfoten in die Eimer oder jeweils eine Hinter- und eine Vorderpfote.

Fünf Übungen mit Wasser: Das DOGS-Sommertraining für Wasserratten, Erfrischung inklusive
© Getty Images

Baderegeln

  1. Die Gewöhnung an Wasser sollte bei angenehmen Badetemperaturen und in flachen Gewässern stattfinden. Dort wird Ihr Hund nicht von bewegtem Wasser überrascht, er bleibt Herr der Lage und kann entscheiden, wie mutig er sein will.
  2. Sie sollten Ihren Hund keinesfalls zwingen, sondern ihn motivieren. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und selbst ein paar Schritte ins Wasser hinein.
  3. In einem Halsband, das locker sitzt, können sich die Vorderpfoten des Hundes verfangen, wenn er beim Schwimmen mit den Beinen strampelt. Nehmen Sie die Halsung sicherheitshalber vorher ab.
  4. Der Hund sollte das Wasser allmählich und mit Verstand annehmen und keine unangenehmen Überraschungen erleben. Animieren Sie ihn daher nicht dazu, ungestüm hineinzuspringen. Sie wissen nicht, was sich in unbekannten Gewässern unter der Oberfläche befindet.
  5. Eine Schwimmweste gibt insbesondere ängstlichen Tieren bei ihren anfänglichen Schwimmversuchen Sicherheit und kann bald problemlos weggelassen werden.
  6. Sie sollten das Training beenden, wenn es am schönsten ist, damit das Erlebnis des selbstständigen Schwimmens eine positive Erfahrung für Ihren Hund wird.

Übung 4: Wasser tragen

Das brauchen Sie: eine Wanne gefüllt mit Wasser, außerdem einen Badeschwamm, der Wasser aufsaugt und darin untergeht, auch ein Plüschspielzeug eignet sich als Wasserapportel. Geeignet für alle Hunde, die gern apportieren.

Ziel der Übung: Der Hund soll einen mit Wasser vollgesogenen Schwamm apportieren. Ist das Wasser in der Wanne tief genug, muss er sogar danach tauchen. Diese Übung offenbart etwas über den Charakter Ihres Hundes: Wie eigenständig löst er eine neue Aufgabe? Wie beharrlich und beuteorientiert ist er?

Schritt 1: Als Erstes lassen Sie Ihren Hund den Schwamm ein paarmal trocken apportieren und spielen damit. Machen Sie das Spielzeug möglichst interessant. Je wichtiger der Schwamm als Beute für ihn ist, desto eher ist er bereit, danach zu tauchen.

Schritt 2: Füllen Sie die Wanne zunächst nur eine Handbreit mit Wasser. Der Schwamm sollte sich erst einmal nur vollsaugen und nicht gleich untergehen.

Schritt 3: Nun werfen Sie den Schwamm aus einigen Metern Entfernung in die Wanne. Ihr Hund sollte dabei neben Ihnen sitzen und zusehen. Warten Sie einen Augenblick, bis der Schwamm sich mit Wasser vollgesogen hat.

Schritt 4: Geben Sie den Hund frei beziehungsweise schicken Sie ihn mit dem gewohnten Hörzeichen wie „Bring“ oder „Apport“ los.

Schritt 5: Ermuntern Sie ihn stimmlich, wenn er den Schwamm zu fassen versucht. Lassen Sie ihn wissen, dass er richtig handelt, auch wenn der Schwamm jetzt ungewohnt schwer ist und tropft.

Schritt 6: Loben Sie weiter, während er Ihnen die Beute zuträgt. Falls er nicht zu Ihnen kommt, den Schwamm schüttelt oder damit vor Ihnen wegläuft, ist es hilfreich, einen zweiten Schwamm in petto zu haben. Mit dem beginnen Sie eine neues Apportierspiel und animieren ihn zum Mitmachen. Eine andere Möglichkeit ist, den Schwamm gegen ein Futterstück zu tauschen. So vermeiden Sie Konkurrenz um die Beute, ein scharfes Nein oder sonstigen Druck.

Schritt 7: Erhöhen Sie nach und nach die Wassermenge in der Wanne, bis der Hund seine Nase oder sogar den ganzen Kopf unter Wasser stecken muss, um an den Schwamm zu gelangen.

Übung 5: Wannenbad

Das brauchen Sie: eine Wanne, in die der Hund gerade so hineinpasst, Wasser und eine Leine. Geeignet für alle Hunde.

Ziel der Übung: Der Hund soll in eine mit Wasser gefüllte Wanne steigen und sich dort einmal um die eigene Achse drehen. Wie viel Platz er dazu braucht, sollten Sie für diese Übung möglichst einschätzen können. Das können Sie vorher ausprobieren, zum Beispiel auf einem Handtuch oder einer Treppenstufe.

Schritt 1: Platzieren Sie die Wanne auf einer Rasenfläche oder auf dem Balkon und füllen Sie sie etwa knöcheltief mit Wasser. Wenn der Hund es mag, können Sie auch mehr Wasser verwenden.

Schritt 2: Leinen Sie Ihren Hund an und fordern Sie ihn ein paar Schritte von der Wanne entfernt zum Sitzen auf. Sobald er ruhig und aufmerksam ist, gehen Sie gemächlich, aber zielstrebig auf die Wanne zu. Er sollte mit den Vorderfüßen in den Behälter steigen können, ohne dass Sie deswegen stehen bleiben oder ihre Geschwindigkeit verlangsamen müssen. Die Leine verhindert, dass er ausweicht. Falls ihn Wasser wenig begeistert, üben Sie zunächst trocken und steigern Sie die Wassermenge nach und nach.

Schritt 3: Sobald er mit beiden Vorderbeinen in der Wanne steht, muss er die Hinterbeine nachziehen, ohne gleichzeitig vorwärts zu treten. Um ihm die Übung zu erleichtern, können Sie ihn mit Geste und Stimme ermuntern, nach vorn zu gehen, während Sie selbst wie ein Hindernis vor dem Wannenende an seinem Kopf stehen. So versteht er: vorwärts gehen, aber nicht aus der Wanne steigen. Sobald er mit allen vier Pfoten in der Wanne steht, loben Sie ihn, achten aber darauf, dass er nicht vor Freude heraushüpft.

Schritt 4: Umrunden Sie die Wanne und ermuntern Sie ihn, sich der Drehung anzuschließen. Hat er bereits gelernt, der Bewegung Ihrer Hand zu folgen, fällt ihm das nicht schwer. Widerstehen Sie der Versuchung, während der Übung Futter in die Hand zu nehmen. Er sollte Ihrer Hand, nicht dem Futtergeruch folgen.

Beitrag verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zum Seitenanfang

Mehr Lust auf DOGS?

News, Wissen, Gewinne – jetzt im Newsletter für Hundefreunde

  • Aktuelle Hunde-News
  • DOGS Video-Wissen
  • Tolle Gewinnspiele

Hier direkt kostenlos anmelden:

Sie verwenden einen sehr alten Browser. Um diese Website in vollem Umfang nutzen zu können, installieren Sie bitte einen aktuellen Browser. X