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Krankheit, Symptome und Impfung 10 Fragen zur Tollwut

Dr. Brigitte Glöwing 11.07.2011

Sie gilt als eine der schlimmsten Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können. Sie tritt überall auf, außer in der Antarktis. Wer impft, ist sicher, heißt es. Müssen wir dennoch Angst haben?

6. Wie häufig muss geimpft werden?

Die Grundimmunisierung besteht aus drei Impfungen. Mit zwölf Wochen bekommt der Welpe die erste Spritze. Einen Monat später folgt die zweite und nach einem Jahr die dritte. Der neuen Tollwutverordnung zufolge muss die Tollwutschutzimpfung dann nicht mehr strikt jährlich wiederholt werden, sondern in Abhängigkeit von der Zulassung des jeweiligen Impfstoffs. Die heute auf dem Markt befindlichen Impfstoffe werden alle drei Jahre verabreicht. Diese längeren Impfintervalle werden auch in den meisten Reiseländern akzeptiert. Auf Nummer sicher geht man jedoch, wenn man sich vorher über die Einreisebedingungen des jeweiligen Urlaubslands informiert.

7. Wie wird die Tollwutimpfung vertragen?

Früher war die Tollwutimpfung für starke Nebenwirkungen berüchtigt. Heute sind ausschließlich inaktivierte Impfstoffe zugelassen. Die modernen Impfstoffe werden vom Hund gut vertragen und schützen wirksam für eine Dauer von drei Jahren. Impfsarkome, wie sie bei Katzen auftreten können, kommen beim Hund nicht vor. Diese bösartigen Tumoren können sich bei Katzen nach der Tollwutimpfung an der Einstichstelle entwickeln.

8. Und wenn es doch passiert: Woran erkenne ich Tollwut?

Das Tollwutvirus wandert von der Bissstelle über Nervenbahnen ins Gehirn, wo es eine Gehirnentzündung verursacht. Die Wanderung des Virus kann laut ständiger Impfkommission des BPT zwei bis acht Wochen dauern, unter Umständen bis zu 24 Wochen. Je weiter die Bissstelle vom Kopf entfernt liegt, desto länger ist die Inkubationszeit, also die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome. Vom Gehirn gelangt das Virus dann über die Nerven zu den Speicheldrüsen und wartet dort auf weitere Opfer. Besonders prekär: Der Speichel kann beim Hund schon fünf bis zehn Tage vor dem Auftreten der ersten Krankheitssymptome virushaltig sein.

Die Krankheit dauert nach Einsetzen der ersten klinischen Symptome ein bis sieben Tage, ehe sie zum Tod führt. Rasende Wut oder stille Wut, bei der vor allem Lähmungen und Krämpfe überwiegen, können vorkommen. Die Tollwut kann aber auch untypisch nur mit Symptomen von Magen-Darm-Erkrankungen verlaufen.

Zunächst leiden die Tiere unter unspezifischen Symptomen wie Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und ersten Verhaltensstörungen. Nur eine vorhergehende Bissverletzung kann in diesem Stadium auf eine Tollwuterkrankung hinweisen. Im zweiten Stadium werden tollwütige Hunde zusehends reizbarer und nervöser. Sie laufen ohne Ziel umher, werden bissig und zeigen starken Speichelfluss. Angstgefühle und ein aggressiver und depressiver Gemütszustand wechseln einander ab. Die Entzündung des Gehirns bewirkt quälende Krämpfe und Muskelzuckungen. Im letzten Stadium treten fortschreitende Lähmungen auf. Am Ende fällt der Tollwütige ins Koma und stirbt durch die Lähmung der Atmung.

9. Wie stellt der Tierarzt die Diagnose?

Nach dem Tierseuchengesetz besteht für die Tollwut Anzeigepflicht. Jeder Tollwutverdacht muss unverzüglich dem zuständigen Amtstierarzt gemeldet werden. Bei begründetem Verdacht einer Tollwutinfektion kann dieser eine sofortige Quarantäne (mit einer Dauer zwischen drei und sechs Monaten) zur Beobachtung oder sogar die Tötung des Tiers anordnen. Schon deshalb ist es sinnvoll, einen Hund regelmäßig gegen Tollwut impfen zu lassen, denn bei einem ordnungsgemäß geimpften Tier ist der Tollwutverdacht unbegründet. Fakt ist: Tollwut kann am lebenden Tier nicht sicher diagnostiziert werden. Die Erreger können ausschließlich am toten Tier nach Untersuchung von Gehirnschnitten nachgewiesen werden.

10. Gibt es überhaupt Therapien gegen Tollwut?

Therapieversuche an tollwutinfizierten Tieren sind grundsätzlich verboten. Auch wenn die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist, darf der Tierarzt, so will es das Gesetz, dem infizierten Hund nicht mehr helfen.

Wichtig: Werden Menschen von einem tollwutverdächtigen Tier gebissen, sollte die Wunde unverzüglich gründlich gereinigt werden, um so viel infektiöses Material wie möglich zu entfernen. Spezielle Desinfektionsmittel sind zur Wundbehandlung optimal, aber auch wenn die Bissstelle mit Wasser und Seife gründlich gewaschen wird, ist dies hilfreich. Nach einem Biss eines tollwutverdächtigen Tiers wird dem Betroffenen neben der sofortigen Impfung ein spezielles Antiserum gespritzt. Je näher die Bissstelle am Kopf liegt, umso weniger Zeit darf bis zur Injektion verstreichen. Achtung: Diese Möglichkeit gilt nur für den Menschen.

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