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Tödliche Erkrankung Wenn das Herz nicht mehr kann

13.05.2016

Sie fallen einfach tot um, ihr Herz hört auf zu schlagen, ganz ohne Vorwarnung: Jeder zweite Dobermann erkrankt im Laufe seines Lebens an der Dilatativen Kardiomyophatie (DCM), einer immer tödlichen endenden Herzerkrankung.

Genetische Ursache

Über die Entstehung der Dobermann Kardiomyopathie weiß man mittlerweile, dass die Ursache geneti­scher Natur ist. Die Krankheit wird autosomal dominant vererbt ­das bedeutet, dass ein defektes Gen vererbt wird, welches dazu führt, dass sich die Krankheit bei dem betroffenen Dobermann im Laufe des Lebens entwickelt.

Vorsorge als einzige Chance

„Erkennt man die DCM ­Er­krankung rechtzeitig, kann man den Hund in der Regel medika­mentös einstellen und er kann noch lange Zeit mit guter Lebensqualität weiterleben“, bestätigt Dr. Peter Holler. Treten allerdings die typischen klinischen Symptome wie Husten, Atemnot und Wasser in Bauch auf, hat der erkrankte Hund nicht mehr viel Lebenszeit.
Besonders wichtig ist daher eine gute und regelmäßige Vorsorge. Eine einmalige Untersuchung reicht dabei nicht aus. „Man muss den Hund optimaler Weise jährlich untersuchen lassen, um die DCM rechtzeitig und zuverlässig diagnostizieren zu können“, er­ klärt der Münchner Tierarzt.

Wenn das Herz nicht mehr kann
Ob ein Tier eine DCM-Erkrankung in sich trägt, ist anfangs nur im Labor zu erkennen. Erst später lässt sich im Ultraschall ein deutlich vergrößertes Herz erkennen. © Peter Holler/Medizinische Kleintierklinik München

Das wichtigste Mittel zur Diagnostik ist das 24h­ EKG in Verbin­dung mit einem Herzultraschall. Zusätzlich können Herz­ Biomar­ker eingesetzt werden, also bestimmte Stoffe, die von einem geschä­digten Herzen freigesetzt werden. Sind die Parameter und damit die vorhanden Stoffe im Blut zu hoch, ist die Wahrscheinlichkeit ei­ner Erkrankung hoch. „Die Biomarker sind ein wichtiges Hilfsmit­tel zur Früherkennung der DCM­ Erkrankung. Jeder Tierarzt kann Blut einschicken, die Ergebnisse liefern dann erste Hinweise auf eine Krankheit“, weiß Dr. Jan­ Gerd Kresken.

Ist der Hund gesund, reicht ein jährliches Screening. Lässt die Vorsorgeuntersuchung bereits Herzrhythmusstörungen erkennen, sollte der Hund alle drei bis sechs Monate untersucht werden. „An der Abteilung für Kardiologie der LMU München arbeiten wir unter der Leitung von Dr. Gerhard Wess mit Hochdruck daran, den Gendefekt zu finden, um sobald wie möglich einen zuverlässi­gen Gentest anbieten zu können“, berichtet Dr. Peter Holler. „Es gibt jedoch auch zahlreiche andere Projekte, die derzeit erforscht werden, beispielsweise die Verbesserung der Biomarker, die Ent­wicklung neuer Ultraschallmethoden zur Frühdiagnostik, die Etab­lierung prognostischer Parameter, sowie die Erarbeitung der best­ möglichen Therapie um den betroffenen Tieren zu helfen“. Damit das gelingt, ist die beständige Aufklärung über die DCM enorm.

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