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GESUNDHEIT Ende mit Schnecken

Juliane Peschel-Paetzold 04.05.2017

Wenn im Garten die Salatblätter sprießen, ist die Zeit der Schnecken gekommen. Die sind nicht ungefährlich für den Hund

© Fotolia/Maljalen

Schnecken sind Zwischenwirte für Lungenwürmer wie Angiostrongylus vasorum, den großen Lungenwurm, auch französischer Herzwurm genannt, oder Crenosoma vulpis, den kleinen Lungenwurm. Ob nackt oder mit Haus, Schnecken können sich mit den Larven der Würmer infizieren. Werden die Schleimer verschluckt oder beleckt, landen die Larven der Lungenwürmer im Hundemagen. Noch vor fünfzehn Jahren waren Lungenwürmer kaum ein Thema, aber seither sprechen Veterinäre immer häufiger von Infektionen. Das ist gut so, denn wenn die Würmer unentdeckt bleiben, können sie sogar zum Tod führen. Nicht nur Gartenhunde, auch Stadthunde sind betroffen, da Wildtiere wie vor allem der Fuchs, die als Wirte der Würmer herhalten, in Städten zunehmen. Hinzu kommen laue Winter und feuchte Sommer, die die Schneckenpopulation in die Höhe treiben. Grund zur Panik besteht nicht, aber Vorsicht ist jetzt geboten.

Symptome variieren stark: Leidet der Hund unter Husten, besonders an Reizhusten, und kann der mit Antibiotika nicht therapiert werden, sollte vom Tierarzt auf Lungenwürmer getestet werden. Weitere Anzeichen für diese Würmer können vermehrtes Räuspern, Atemnot und Nasenbluten oder unerklärliche Blutergüsse sein. In seltenen Fällen kommt es zu Bewegungsstörungen oder Krampfanfällen, da sich die Larven durch den Körper des Hundes bewegen und ihm buchstäblich auf die Nerven gehen können.

Teufelskreis der Infektion: Die Larven des Lungenwurms stecken überwiegend in Schnecken, mitunter auch in Fröschen oder Regenwürmern. Ist die Schnecke verschluckt, wandern die Wurmlarven vom Darm bis in das Herz und von dort in die Lungenarterien. Nach zwei bis drei Wochen und einigen Häutungen produziert der ausgewachsene, dann etwa zwei Zentimeter lange Wurm Larven, die durch Husten und Schlucken über den Kot den Hund wieder verlassen – der Kreislauf beginnt von Neuem.

Junghunde und Westdeutschland betroffen: Besonders Hunde bis zwei Jahre sind anfällig für Lungenwürmer. Das mag damit zusammenhängen, dass sie sich durch das Nahrungsangebot im Garten probieren oder es beim Knabbern am Spielzeug nicht so genau nehmen. Deshalb Spielzeug und Fress- oder Trinkbehälter im Freien auf Schnecken kontrollieren. Die meisten Schnecken werden nämlich nicht vorsätzlich verschluckt. Auch Grasfresser gilt es, unter die Lupe zu nehmen. Außerdem wurden die gemeinen Würmer vorwiegend im Westen und Süden Deutschlands bei Hundepatienten entdeckt, vor allem in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Nordrhein-Westfalen.

Einmal identifiziert, einfach therapiert: Der Nachweis von Lungenwürmern ist über eine Kot- oder eine Blutprobe möglich. Der geübte Diagnostiker kann einen Lungenwurmbefall auch auf dem Röntgenbild oder Ultraschall entdecken. Sollte der Hund von Lungenwürmern befallen sein, helfen Tabletten mit dem Wirkstoff Milbemycinoxime oder Spot-on-Präparate mit den Wirkstoffen Imidacloprid oder Moxidectin. Sie können auch zur Vorsorge eingesetzt werden. Einige Präparate gegen Parasiten wie Haarlinge, Milben oder Flöhe wirken ebenfalls gegen Lungenwürmer wie zum Beispiel „Advocate“. In allen Fällen weiß der Tierarzt Rat.

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