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Handgriffe im Notfall Basiswissen: Erste Hilfe für den Hund

28.10.2013

Was stabilisiert den Kreislauf des Hundes? Wie verbinde ich eine stark blutende Wunde? Was ist im Notfall als Erstes zu tun? DOGS-Tierärztin Sophie Strodtbeck zeigt wichtigste Handgriffe für den Ernstfall.

Atemfrequenz messen

So geht’s: Zählen Sie hierzu die Bewegungen des Brustkorbs. Bestimmen Sie dabei einmal Ein- und Ausatmen als einen Atemzug. Zählen Sie 15 Sekunden lang und multiplizieren Sie den Wert mit vier, dann haben Sie die Anzahl der Atemzüge pro Minute. Normalwert: 10 bis 40 Atemzüge pro Minute, kleine Hunde haben eine höhere Frequenz als große. Unbedenklich ist die tiefe, ruhige Atmung.

Abweichungen: Atmet der Hund flach, schnell oder unregelmäßig, deutet das auf Aufregung, einen Schock, Lungenprobleme oder Schmerzen hin. Atmet der Hund gar nicht mehr, ist er tot. Wenn aber noch ein Herzschlag zu fühlen ist, beginnen Sie unverzüglich mit der Reanimation, denn jetzt zählt jede Sekunde!

Kreislauf beurteilen

So geht’s: Die kapillare Rückfüllungszeit, kurz KFZ, gibt neben der Herz- und Pulsfrequenz Auskunft über die Kreislaufsituation des Vierbeiners. So geht’s: Suchen Sie sich an der Maulschleimhaut Ihres Hundes über den Zähnen eine müglichst unpigmentierte Stelle und drücken Sie einige Sekunden fest mit dem Daumen dagegen. Wenn Sie loslassen, sehen Sie einen blutleeren, weißen Fleck dort, wo gerade noch Ihr Daumen war. Zählen Sie die Sekunden, bis sich dieser Fleck erneut mit Blut füllt und wieder genauso rosa ist wie die übrige Schleimhaut. Normalwert: Der hellere Punkt muss innerhalb von maximal zwei Sekunden wieder seine ursprüngliche Farbe annehmen.

Abweichungen: Eine kapillare Rückfüllungszeit von mehr als zwei Sekunden ist unnormal. Auslöser können unter vielen Ursachen ein Herz-Kreislauf-Problem, ein Schock, innere Blutungen, Blutarmut zum Beispiel durch Vergiftungen oder Infektionen sein.

Puls messen

So geht’s: Sie müssen die Arterie im Schenkelspalt ertasten, einen etwa spaghetti- bis bleistiftdicken pulsierenden Strang. Messen Sie 15 Sekunden lang und multiplizieren Sie dann den Wert mit vier, um den Pulsschlag pro Minute zu erhalten. Normalwert: Je nach Größe des Hundes sind 70 bis 120 Schläge pro Minute unbedenklich. Kleinere Hunde haben einen schnelleren Puls als große. Physiologisch haben Hunde einen kräftigen, aber durch die Atmung bedingt leicht unregelmäßigen Pulsschlag.

Abweichungen: Ein schneller Puls wird zum Beispiel durch Fieber verursacht. Ist er schnell und schwach, kann ein Schock die Ursache sein. Wenn Sie keinen Puls ertasten können, hilft es, stattdessen die Herzfrequenz zu messen.

Atemwege frei halten

So geht’s: Wenn der Hund nicht mehr atmet, sind meist Schleim, Fremdkörper, Blut oder Erbrochenes in der Maulhöhle oder der Luftröhre die Verursacher. Kontrollieren Sie auch, ob die Nasenlöcher frei sind! Legen Sie den Hund auf die rechte Körperseite und strecken Sie seinen Kopf. Öffnen Sie das Maul und schauen Sie, ob Sie darin Fremdkörper erkennen können. Ziehen Sie die Zunge leicht aus dem Maul, um auch den Rachen untersuchen zu können. Blut und Schleim können Sie einfach herausstreichen. Bei einem Fremdkörper hängt das weitere Vorgehen von dessen Art ab: Sitzt etwas festgespießt, lassen Sie Ihr Tier unbehandelt, bis Sie beim Tierarzt sind – wenn Sie den Fremdkörper herausziehen, könnte das zu starken Blutungen führen. Sitzt er locker und für Sie erreichbar, so können Sie ihn entfernen.

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