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Pflanzenschutzmittel Gefährlich für den Hund: Gift im Garten

Dr. Brigitte Glöwing 07.05.2010

Vorsicht bei Rattengift, Unkrautvernichter und Düngemitteln! Tierärztin Dr. Brigitte Glöwing weiß, mit welchem Pflanzenschutz man bei Hunden aufpassen sollte, und kennt echte Alternativen.

Vorsicht bei Rattengift, Unkrautvernichter und Düngemitteln! Tierärztin Dr. Brigitte Glöwing weiß, mit welchem Pflanzenschutz man bei Hunden aufpassen sollte, und kennt echte Alternativen.Manche Mittel im Garten sind nicht nur für Pflanzenschädlinge giftig. Ob die aufgenommenen Stoffe beim Hund nur eine Magenreizung verursachen oder ob sie innere Blutungen, Krampfanfälle und Schlimmeres auslösen, hängt von der Art des Gifts und von der Dosis ab. Grundsätzlich gilt bei jedem Verdacht auf eine Vergiftung im Garten: Stellen Sie Spaten und Harke beiseite und fahren Sie so schnell, wie es geht, zum Tierarzt. Je eher eine Vergiftung behandelt wird, desto größer ist die Chance Ihres Hundes, die Giftattacke zu überleben.

Gefährlich für den Hund: Gift im Garten
Ob frisch gedüngt oder mit Gift besprüht: Gerade Jungtiere knabbern gern auf allem herum, was im Garten zu finden ist © plainpicture/Narratives/Brent Darby

Gift im Garten: Rattengift

Die häufigsten und dramatischsten Vergiftungen bei Hunden überhaupt sind solche mit Giften gegen Mäuse und Ratten. Die Giftzentralen registrieren immer wieder Anrufe wegen Vergiftungen mit Stoffen wie Chloralose oder Cumarinen. Der Stoff Chloralose wird in der kalten Jahreszeit ausgelegt und bewirkt eine Verringerung der Körpertemperatur und Tod durch Erfrieren. Cumarine verursachen bei Ratten wie bei Hunden innere Blutungen. Bleiben sie unbehandelt, verbluten die Hunde ganz langsam. Besonders junge Tiere fressen offen ausgelegte Gifte oder vergiftete Nager.

Symptome bei Vergiftung mit Cumarinen: Sie treten verzögert nach zwei bis fünf Tagen auf. Die Hunde werden apathisch, sie erbrechen, haben blasse Schleimhäute oder blutigen Durchfall. Kleine punktförmige Blutungen am Bauch oder auf der Schleimhaut deuten auf innere Blutungen. Sobald Sie den Verdacht haben, Ihr Hund könne Rattengift gefressen haben, fahren Sie unverzüglich zum Tierarzt, der im frühen Stadium der Vergiftung durch die Gabe von Vitamin K innere Blutungen beim Hund stoppen kann. Vorsorge: Gifte ausschließlich sicher vor Haustieren und Kindern in geschlossenen und beschwerten Köderboxen oder Röhren auslegen. Oder verzichten Sie besser ganz auf den Gifteinsatz. Giftfrei bekämpfen Sie die Schadnager mit Schnapp- oder Lebendfallen, bei starkem Rattenbefall hilft der professionelle Kammerjäger.

Pflanzenschutzmittel

In deutschen Gärten werden zum Schutz der Pflanzen jährlich rund 540 Tonnen Pestizide eingesetzt. Die Chemikalien gegen Unkräuter, Pilzkrankheiten, Blattlaus etc. wirken zwar verlässlich, sie töten aber auch Gartennützlinge wie Bienen, Marienkäfer und Regenwürmer und gelangen über den Boden ins Grundwasser und damit in unsere Nahrungskette. Pestizide werden meist direkt auf die Pflanzen gesprüht. Sobald sie auf Blättern angetrocknet sind, ist es eher unwahrscheinlich, dass sich Hunde daran vergiften, selbst wenn Bello Blätter ablecken sollte. Jedoch verzeichnen die Giftzentralen Fälle, in denen Hunde das Gift direkt aus der Verpackung geschleckt hatten. Pflanzenschutzmittel können auch über die Haut aufgenommen oder beim Versprühen eingeatmet werden. Die häufigsten Vergiftungen gehen auf Carbamate oder Organophosphate zurück.

Symptome bei Vergiftung: unter anderem Sabbern, Muskelzittern, Appetitlosigkeit, Erbrechen und mangelnde Koordination. Achtung beim Plausch mit dem Nachbarn während des Spritzens, Vorsicht bei offener Lagerung solcher Stoffe im Carport! Pflanzenschutzmittel sind auch für Kinder giftig und gehören immer unter Verschluss. Vorsorge: Wer kann, sollte auf synthetische Pestizide verzichten und organische Mittel einsetzen oder zum Beispiel mit Brennnesselbrühe gegen Läuse, Milben und Konsorten vorgehen.

Schneckengifte

Das klassische Schneckenkorn enthält Metaldehyd, ist giftig und schmeckt süß. Es ist geschmacklich deshalb für Schnecken wie für Hunde gleichermaßen attraktiv. Bei sachgerechter Ausbringung liegen die Körner jedoch nur vereinzelt auf den Beeten. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Hund die für ihn toxische Menge aufnimmt, ist so äußerst gering. Doch wenn überengagierte (ebenso wie möglicherweise ungeschickte) Gärtner die Körner häufchenweise verteilen, reicht die Menge aus, um einen Hund damit zu vergiften. Die tödliche Dosis für Hunde liegt bei 0,5 Gramm Metaldehyd pro Kilo Hund. Lagern Sie das Schneckengift hunde- und kindersicher!

Symptome: Vergiftungen führen dreißig bis sechzig Minuten nach der Aufnahme zu Speichelfluss, Übelkeit, Durchfall und Krämpfen. Alternativen zum Giftstoff Metaldehyd sind Schneckenmittel mit dem Wirkstoff Eisen-III-Phosphat, der für Hunde laut Hersteller ungefährlich ist. Ganz ohne Gift kommen Schneckenfallen aus: einfache Plastik- oder Glasbehälter, die mit Bier oder anderen Lockstoffen befüllt werden. Auch Kaffeepulver im Blumenbeet soll die Schleimer vertreiben. Der Naturschutzbund Deutschland empfiehlt, natürliche Feinde der Schnecken wie Igel, Blindschleichen oder Kröten im Garten zu fördern. Diese Tiere fühlen sich in einem naturnah gestalteten Garten mit Verstecken und Schlupflöchern wohl.

Mineraldünger

Hauptbestandteile anorganischer Dünger sind meist Stickstoff, Kalium und Phosphor. Nehmen die Hunde diese Chemikalien in größeren Mengen auf, ist das äußerst ungesund für sie.

Symptome bei Vergiftung sind Speicheln, Erbrechen, Taumeln und Krämpfe. Damit Bello die Düngerkugeln nicht vom Rasen aufnimmt, sollten Sie diesen gleich nach dem Düngen wässern, sodass die Nährstoffe schnell in den Boden eindringen. Womöglich arbeiten Sie den Dünger in den Boden ein. Achten sie bei Kübelpflanzen darauf, dass die Hunde nicht aus dem Untersetzer der frisch gedüngten grünen Pracht trinken. Besser: Ersetzen Sie Mineraldünger wie Blaukorn durch organischen Dünger wie Knochen-, Feder- und Hornmehl. Die sind für Hunde ungefährlich. Ausnahme: Rizinusschrot. Ist das bei der Herstellung nicht genügend erhitzt, wird das im Rohmaterial enthaltene giftige Rizin nicht unschädlich gemacht. In den letzten Jahren gab es Fälle, in denen Hunde starben.

Böhm Walter

2016.10.21 um 14:10 Uhr

Hallo, habe im Garten ein riesen Problem mit wühlmäusen und möchte es nun mit Buttersäure versuchen.Wie reagiert mein Hund darauf bzw. wie lange erschnüffelt er es? Danke Mit freundlichen Grüßen Walter

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