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Parasiten Auf der Lauer

Dr. Brigitte Glöwing 28.07.2016

Sie sitzen in Sofaritzen und Dielenspalten, in Teppich und Kissen: Milben, Würmer, Flöhe­ oder gar exotische Zeckenarten haben bei 22 Grad Zimmerwärme den Winter überlebt und befallen den Hund trotz Vorsorge. Hier sind einfache Tricks, die das verhindern

Staubsaugen

Flöhe hassen Staubsauger. Schon die Vibrationen des Ungetüms veranlassen sie dazu, sich in ihrer Umgebung festzukrallen. Besonders aus langflorigen Teppichen sind sie schwer herauszubekommen.­ Viel besser lassen sich ihre Eier, Larven und Puppen mit einem Staubsauger entfernen, sie machen den größten Teil der Flohpopu­lation aus. Sie bleiben nicht im Fell des Hundes haften, sondern liegen­ in der Wohnung verstreut, überall, wo sich Bello gern aufhält: an Liegeplätzen, im Körbchen, auf dem Sofa oder vor dem Kamin. Bei Zimmertemperatur dauert es drei bis vier Wochen, bis aus einem Ei ein neuer Floh entsteht. Die Jungflöhe hüpfen dann auf der Suche nach Nahrung durch die Zimmer. Sie verkriechen sich in Ritzen und Spalten oder leben in der flauschigen Auslegeware.

Bei starkem Flohbefall ist es ratsam, täglich gründlich zu saugen. Die Staubsaugerbeutel sollten dann in einer gut verschlossenen Plastiktüte über den Hausmüll entsorgt werden, sonst wandern die schwarzen Hüpfer über das Staubsaugerrohr wieder in die Wohnung zurück. Doch nicht nur Flöhen geht es mit der Düse an den Kragen, auch Läuse, Haarlinge und sogar Wurmeier und -larven werden von einem Staubsauger verschluckt. Spulwurmeier und Bandwurmlarven werden mit dem Kot ausgeschieden, können durch Belecken aber auch im Fell des Hundes haften bleiben und so in die Wohnung gelangen – sie überleben nicht selten Monate bis Jahre in unseren vier Wänden. Besonders gefährlich für den Menschen sind neben Spulwürmern auch Bandwürmer wie der Fuchsbandwurm, der unsere Hunde ebenfalls befällt. Regelmäßige Entwurmung kann hier helfen, aber auch gründliches Staubsaugen beugt einer Infektion des Menschen vor.

Unerwünschte Mitbewohner: Über den Hund kommen auch Flöhe, Läuse, Milben oder Zecken aufs Sofa.
Unerwünschte Mitbewohner: Über den Hund kommen auch Flöhe, Läuse, Milben oder Zecken aufs Sofa. © Rina Donnersmarck

Wischen und Desinfizieren

Immer wenn Bello ein Malheur passiert und sich sein Darm vor­eilig in der Wohnung entleert, sollte der Wischmopp zum Einsatz kommen. Durch Verunreinigungen mit Kot können Darmparasiten, sogenannte Giardien, in menschliche Behausungen gelangen.­ Giardien sind Einzeller, die zu Verdauungsstörungen und schweren, immer wiederkehrenden Durchfällen führen können.

Die Einzeller vermehren sich, indem sie Larven ausscheiden, die in einer Art Schutzhülle stecken, sogenannten Zysten. Mit dem Kot gelangen die Zysten in die Außenwelt. Hat man sie einmal im Haus, können sich sämtliche Hausbewohner, von der Katze über das Meerschweinchen bis hin zum Menschen, anstecken. Nur gezielte Hygienemaßnahmen helfen, dem Parasiten den Garaus zu machen. Wischen Sie gründlich mit heißem Wasser, mindestens 60 Grad. In Zwingern ist der Einsatz eines Dampfstrahlers zu empfehlen. Bei Verdacht auf Giardienbefall sollte ein Desinfektionsmittel mit Kokzidienwirkung verwendet werden, fragen Sie dazu Ihren Tierarzt. Lassen Sie vor der Desinfektion die Flächen vollständig trocknen. Gut zu wissen: Haushaltsdesinfektionsmittel wie Chlorreiniger, „Sagrotan“ oder vierzigprozentiger Alkohol töten Flöhe, Milben, Haarlinge, Läuse und Zecken, helfen jedoch wenig bei Giardien.

Näpfe reinigen

Sind Giardienzysten bei Ihrem Hund nachgewiesen worden, ver­schreibt der Tierarzt ein wirksames Medikament. Doch zusätzlich müssen die Parasiten auch aus der Umgebung des Hundes beseitigt werden, sonst steckt er sich gleich erneut an. Dafür reicht schon die Aufnahme weniger Zysten aus. Alle Näpfe müssen penibel gereinigt werden, denn verunreinigtes Wasser oder Futter kann die Quelle erneuter Ansteckung sein, zumal sich Giardien in feuchter Umgebung besonders wohl fühlen. Deshalb empfehlen Tierärzte, sämt­liche Näpfe täglich mit kochendem Wasser zu säubern oder bei mehr als 65 Grad in der Geschirrspülmaschine zu waschen – selbstverständlich nie zusammen mit den Abendbrottellern!

Bürsten reinigen

Haarlinge, Läuse und Milben, Flöhe weniger, können sich in Bürsten und Kämmen festsetzen und so auf andere Tiere übertragen werden. Auf einer schmuddeligen Bürste können solche Parasiten etwa zehn Tage lang überleben, Grabmilben halten es sogar bis zu drei Wochen auf einer Bürste aus. Die lästigen Krabbeltiere sind kaum einen Millimeter groß und mit dem bloßen Auge leicht zu übersehen. Läuse und Haarlinge sind wirtstreu, das heißt, sie gehen keine Experimente mit anderen Spezies ein.

Milben allerdings können andere Tierarten und auch den Menschen befallen. Besonders Grabmilben sind ansteckend für Zweibeiner, sie sind Verursacher der Krätze. Auf der sicheren Seite ist, wer die Haare aus der Bürste nach jedem Striegeln entfernt und einmal pro Woche Bürsten und Kämme im Waschbecken in einer heißen Seifenlauge wäscht. Bei Verdacht sollten die Bürsten mit einem­ Antiparasitikum für die Umgebung eingesprüht werden. Übrigens, auch Hundeleinen, Geschirre sollten regelmäßig auf diese Weise gereinigt werden, und das Hundespielzeug braucht eine Wäsche, um Giardien oder Würmer zu vertreiben. Besonders nach einem Spielzeugtausch auf dem Hundeplatz oder mit dem Hund des Nachbarn sollten Spielgeräte hygienisch gesäubert werden.

Verdächtige Symptome

Wie erkenne ich Parasitenbefall bei meinem Tier? Parasiten leben im Verborgenen. Die einen halten sich gut versteckt im Fell ihres Wirts, die anderen treiben im Darm und in inneren Organen ihr Unwesen. Ihren Wirt schädigen Parasiten­ auf ganz unterschiedliche Art. Flöhe, Milben, Haarlinge und Läuse verursachen einen mehr oder weniger starken Juckreiz. Das Haarkleid wird stumpf, sieht ungepflegt aus, und kahle Stellen können entstehen. Die Haut wird schuppig, gerötet, bei Flohbefall sind kleine, rote, punktförmige Einstichstellen und die schwarzen, krümeligen Ausscheidungen der Flöhe­ zu sehen. Manche Hunde entwickeln Allergien gegen Flöhe oder Milben, sie reagieren mit einem dramatischen Juckreiz und stark geröteter Haut. Zecken, Läuse und Flöhe saugen Blut und können bei starkem Befall bei Welpen zu Blutarmut führen. Zecken übertragen Krankheiten, die zu vielfältigen Symptomen führen können. Bandwürmer und Spulwürmer verur­sachen starken Juckreiz am After. Befallene Hunde rutschen dann mit dem Po über den Boden oder lecken sich. Bei starkem Wurmbefall magern Vierbeiner ab, ihr Fell wird stumpf, sie können Durchfall und Erbrechen zeigen.

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