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Diagnostik und Therapie Diagnose Krebs beim Hund

Dr. Brigitte Glöwing 22.09.2011

Einer von vier entwickelt im Laufe seines Lebens einen Tumor. Jeder zweite Hund über 10 stirbt daran. Krebs zählt zur häufigsten Todesursache bei Hunden. Diagnostik und Therapie haben sich jedoch rapide verbessert.

War ein Tumor zu groß oder lag er an einer für den Chirurgen unzugänglichen Stelle, konnten Tierärzte noch vor zehn Jahren chirurgisch nicht viel machen. Chemo- oder Strahlentherapie waren die Ausnahmen. Es fehlte an einschlägigen Erfahrungen mit Hunden. Es fehlte an Medikamenten, an entsprechender Technik für die Veterinärmedizin und an der Bereitschaft der Halter, den vierbeinigen Freund einer beim Menschen häufig nebenwirkungsreichen Therapie auszusetzen. Viel Geld für eine anspruchsvolle Krebstherapie wollte ohnehin keiner ausgeben.

Diagnose Krebs beim Hund Schwellungen
Krebs ist eine der häufigsten Todesursachen bei Hunden. Je früher Krebs beim Hund erkannt wird, desto größer sind die Chancen auf Heilung © André Gottschalk

„Heute hat Hofheim eine führende Rolle im deutschsprachigen Raum“, sagt Onkologe Martin Kessler von der Tierklinik Hofheim. Denn mit der Entwicklung der vergangenen Jahre, in denen der Hund mehr und mehr zum Sozialpartner des Menschen wurde, ist auch der Anspruch an die medizinische Versorgung des vierbeinigen Familienmitglieds gestiegen.

Mittlerweile wünschen sich Hundehalter die bestmögliche Therapie für ihren Schützling und sind sogar bereit, dafür 5.000 Euro und mehr auszugeben. Den Vierbeinern stehen damit – wenn auch noch nicht überall – Therapiemöglichkeiten auf dem Niveau der Humanmedizin zur Verfügung. Oder darüber: „Manchmal ist die Versorgung der Tiere sogar besser“, stellt Dr. Carsten Grußendorf, Tierarzt mit Schwerpunkt Krebstherapie, fest. Da die Onkologie in der Tiermedizin noch eine relativ junge Fachrichtung ist, sind in vielen Kliniken Geräte auf dem neuesten Stand der Technik.

Krebs beim Hund: Warum entarten Zellen?

Am Anfang der Tumorbildung steht die Mutation eines Gens und damit die dauerhafte Veränderung des Erbguts. Mutiert wird entweder spontan oder durch Einwirkung von krebsauslösenden Stoffen. „Im Körper finden 400 bis 4.000 Mutationen pro Tag statt“, sagt Dr. Michael Willmann, Tiermediziner und Onkologe an der Universität Wien. „Normalerweise werden die veränderten Zellen durch das Immunsystem eliminiert. Doch manchmal entwickelt sich aus verschiedenen Gründen eine Immuntoleranz, das Immunsystem akzeptiert dann die Fremdzellen“, so Dr. Willmann.

Krebs beim Hund: Wer hilft weiter?

Hoch spezialisierte Onkologen gibt es unter Tiermedizinern erst wenige: Eine Ausbildung zum Krebsspezialisten existiert in Deutschland nicht. DOGS fand sie dennoch, die Koryphäen des Landes, und hat eine Auswahl für Sie zusammengestellt.
Krebs beim Hund: Onkologen in Deutschland

Bei betagten Hunden steigt die Wahrscheinlichkeit für spontane Mutationen. Auch eine erbliche Vorbelastung kann begünstigend wirken. Hinzu kommt: Mit jedem Lebensjahr ist der Körper länger krebserregenden Stoffen aus der Umwelt ausgesetzt. Abgase, Zigarettenrauch, ultraviolette Strahlung im Sonnenlicht und Umweltgifte wie Pestizide oder Herbizide können kanzerogen wirken. Hunde bewegen sich wie Kleinkinder auf Auspuffhöhe und sind besonders Autoabgasen und Feinstaubemissionen ausgesetzt. Auch intensive UV-Strahlung der Sonne kann Krebs auslösen. Besonders weiße Hunde mit wenigen schützenden Pigmenten in den Hautzellen sind gefährdet. Verursacher von Krebs können zudem Viren sein. Sie schleusen sich in die Körperzellen ein und bauen ein Stück ihres eigenen Erbguts in das Erbgut der Wirtszelle ein. Hier bewirken sie eine permanente Veränderung: Die Zelle schlägt aus der Art und kann Tumorwachstum anstoßen.

Krebs beim Hund: Wie erkenne ich einen Tumor?

Ist von Krebs die Rede, sind damit bösartige Tumoren gemeint, die schnell in tiefere Schichten einwachsen und die Tendenz haben, in andere Körperteile oder Organe zu streuen. Die Tumorzellen wandern über die Blutgefäße oder das Lymphsystem in andere Gewebe und Organe und bilden dort Metastasen. Oft bleiben sie in Leber, Lunge oder Nieren hängen. Die wuchernden Zellen sind in der Lage, eine Vielzahl von Hormonbildungen oder chemischen Vorgängen zu beeinflussen, und können lebenswichtige Organgewebe zerstören – mit dramatischen Folgen für den Betroffenen.

„Die alte Regel, die besagt, dass ein weicher und in der Haut leicht verschieblicher Tumor wahrscheinlich gutartig ist, gilt nicht mehr“, meint Dr. Carsten Grußendorf vom Tiergesundheitszentrum in Bramsche. Dr. Michael Willmann ergänzt: „Niemand kann einem Tumor ansehen oder durch Ertasten einschätzen, ob er gut oder böse ist.“ Denn viele Tumoren verhalten sich atypisch: Melanome müssen nicht schwarz sein, und ein leicht verschiebbarer Hauttumor muss keine gutartige Fettgeschwulst sein. Onkologen empfehlen, jede Veränderung beim Tierarzt abklären zu lassen, je früher, desto besser. Glücklicherweise sind aber viele Tumoren beim Hund wie zum Beispiel Lipome oder Adenome gutartig. Sie wachsen nur langsam und bilden keine Metastasen, und wenn sie nicht gerade auf dem Augenlid oder an einer anderen sensiblen Stelle sitzen, stören sie den Hund in seinem Wohlbefinden wenig.

Sandra Flaig-Tessier

2016.06.08 um 14:26 Uhr

Guten Tag, ich würde gerne folgendes wissen ! Unser Hund Lou, im April 9 Jahre geworden, schwarzwr Labrador und kastriert , hat lt.Tierarzt Lipome. Durch o.g.Bericht stell ich mir nun die Frage ob man abklären kann, ob es sich wirklich um Fettgeschwulste handelt oder doch um einen Tumor? Der Vater von Lou ist mit 10 Jahren an Krebs gestorben. Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen.

Helen

2016.06.08 um 19:41 Uhr

Lassen Sie die umfangsvermehrungen vom Tierarzt punktieren . Bei der Punktion kann man Zellen gewinnen, die entweder beim Tierarzt direkt unterm Mikroskop ausgewertet werden oder er schickt das in ein Labor, um es dort untersuchen zu lassen .

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