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Sanfte Medizin Naturheilkunde für Hunde

Dr. Brigitte Glöwing 13.09.2012

Viele Tierärzte sehen in der Naturheilkunde eine gute Ergänzung zur klassischen Schulmedizin. Besonders chronisch kranke Hunde und solche, denen die Schulmedizin nicht mehr helfen kann, profitieren davon.

Homöopathie

Der aus dem sächsischen Meißen stammende Arzt Samuel Hahnemann veröffentlichte seine Vorstellungen zur Homöopathie im Jahr 1796. In zum Teil abenteuerlichen Selbstversuchen um die Heilwirkung der Chinarinde hatte er herausgefunden, dass ein Stoff, der in hoher Konzentration bestimmte Krankheitssymptome hervorruft, stark verdünnt eben diese Symptome heilen kann. Er nannte seine Entdeckungen passenderweise Homöopathie, was aus dem Griechischen kommt und „ähnliches Leiden“ bedeutet.

Hunde lassen sich die Akupunktur recht gut gefallen. Therapeuten erzielen besonders bei chronischen Schmerzen gute Erfolge.
Hunde lassen sich die Akupunktur recht gut gefallen. Therapeuten erzielen besonders bei chronischen Schmerzen gute Erfolge. © André Gottschalk

Homöopathie ist eine ganzheitliche Heilmethode, was bedeutet, dass sie den Patienten in seinem gesamten Lebenskontext betrachtet. Bei der Suche nach dem geeigneten Mittel fließen neben der exakten Beobachtung der körperlichen Symptome auch Persönlichkeit, Veranlagung und Schicksalsschläge mit ein. Was bei Tieren nicht immer einfach ist. Der Besitzer muss stellvertretend für sein Tier Auskunft geben. Das richtige Einzelmittel zu finden, ist aufwendig und erfordert Zeit, denn nicht jedes Mittel ist für jedes Tier passend. Das kann teuer werden. Eine weniger zeitaufwendige Lösung bietet die sogenannte komplexe Homöopathie. Dabei werden meist gut verträgliche Mischungen verschiedener Wirkstoffe verabreicht, die für bestimmte Krankheitsbilder entwickelt wurden wie zum Beispiel das Präparat „Traumeel“ nach Verletzungen. Mittlerweile stehen mehr als 2.000 Mittel pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Ursprungs zur Auswahl. Alle können auch bei Hunden eingesetzt werden. Ausgangsstoff für „Apis“ ist zum Beispiel die Honigbiene, das Mittel wirkt abschwellend bei Insektenstichen. „Lachesis“ ist ein Schlangengift, das bei Kreislaufschwäche hilft.

Naturheilkunde für den Hund: weitere Therapien

Grundgedanke von sogenannten Feinstofflichen Therapien ist die Annahme, dass Farben, Edelsteine und Düfte Energieformen darstellen, die ihre positiven Kräfte auf Lebewesen übertragen können. Die meisten dieser Therapien werden seit der Antike praktiziert und sind auf Tiere übertragbar. Ein wissenschaftlicher Beleg für ihre Heilwirkung konnte bisher nicht erbracht werden.

Aromatherapie:

Ätherische (also wie Ether flüchtige) Öle sind fettlöslich und werden gut über Atemwege und Schleimhaut aufgenommen. Sie können in einer Duftlampe oder auf einem Duftkissen zur Wirkung kommen. Ein kleines Kissen wird mit einem Tropfen ätherischen Öls benetzt und neben den Schlafplatz gelegt. Beruhigend wirken Melisse, Baldrian, Rosenöl und Sandelholz. Zitronenöl macht den Hund munter, und Anis fördert seinen Appetit. Johanniskrautöl wirkt entzündungshemmend. Wegen der sensiblen Nase der Hunde sollten alle ätherischen Öle nur sparsam eingesetzt werden. Teebaumöl steht im Verdacht, bei Katzen Vergiftungen hervorzurufen – bei Hunden sollte es deshalb nur vorsichtig verwendet werden.

Edelsteintherapie:

Den verschiedenen Edelsteinen werden in der Naturheilkunde unterschiedliche Wirkungen nachgesagt. Der Amethyst soll beruhigend wirken, der Bergkristall und der Rosenquarz schmerzlindernd und das Tigerauge anregend. Die Steine können am Halsband getragen, auf erkrankte Körperbereiche aufgelegt oder in das Trinkwasser gelegt werden. Auch Massagen mit den Heilsteinen sind möglich.

Farbtherapie:

Farben rufen bestimmte Empfindungen in uns hervor. Auch unsere Hunde reagieren trotz ihrer Rot-Grün-Blindheit auf alle Farben. Nach den Vorstellungen der ganzheitlichen Medizin werden die Farben nicht nur über die Augen wahrgenommen, sondern auch mit den vier sogenannten Chakren, Energiezentren, des Hundes. Herz-, Bauch-, Nabel-und Wurzelchakra sollen Energiezentren im Körper sein, die auf die Farbtherapie ansprechen. Bei psychischer Anspannung, Allergien oder schlechter Wundheilung soll das farbige Licht einen positiven Effekt haben.

Bello nimmt etwa zwanzig Minuten unter einer farbigen Lampe Platz. Jede Farbe hat eine bestimmte Wirkung. Rot wirkt beispielsweise bei Muskelverspannungen und Rheuma, und Grün hat einen regulierenden Effekt auf den Herzrhythmus und die Atemfrequenz.

Die Verdünnungsstufen werden Potenzen genannt, der Buchstabe D plus eine Ziffer bezeichnet die Stufe der Verdünnung. Eine Potenz D1 besteht aus einem Teil Wirkstoff und zehn Teilen Verdünnungsmittel. Eine Potenz D20 entspricht einer Verdünnung von 1 : 1020, was einer Tablette des Wirkstoffs im gesamten Atlantik entspricht. Ab D23 ist rein rechnerisch kein Molekül der Ausgangssubstanz mehr enthalten, jedoch befinden sich nach den Vorstellungen der Homöopathen die Informationen des Stoffs noch im Lösungsmittel. Und auch das ist für Schulmediziner neu: Je höher die Verdünnung, desto stärker die Wirkung. Die Homöopathen sagen, mit hohen Potenzen würden eher die geistigen Prozesse angesprochen, die vielfach zu chronischen Leiden führen.

Dem Hund kann man Globuli, Tropfen oder Tabletten anbieten. Tropfen mit Alkoholgehalt sind bei allen Vierbeinern weniger geeignet. Doch diese bekommt man mit dem Leberwursttrick – der garantiert so alt ist wie die Homöopathie – in seinen Hund. Auch über das Trinkwasser können Tropfen verabreicht werden.

Die „kleinen Brüder der Homöopathie“ sind die Schüssler-Salze. Sie gehen auf den Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler zurück, der 1873 zu der Erkenntnis gelangte, dass für die Stoffwechselvorgänge in den Zellen das richtige Verhältnis von Mineralsalzen im Körper Voraussetzung ist. Schüßler ging davon aus, dass Krankheiten durch Störungen im Mineralhaushalt der Körperzellen entstehen und durch homöopathische Gaben von Mineralien geheilt werden können. Das Schüssler-Salz „Silica“ unterstützt die Funktionen von Haut, Fell und Krallen, härtet die Knochen und festigt das Bindegewebe. Dosis je nach Fall: Drei- bis sechsmal täglich ein Viertel bis zwei Tabletten reichen bei unseren Hunden aus.

Akupunktur

Nadeln für Hunde? Man könnte meinen, dass Bello sich gegen den kleinen Piks mit Zähnen und Krallen zur Wehr setzt, doch das Gegenteil ist der Fall. Hunde begegnen dieser Therapieform mit erstaunlicher Gelassenheit. Das Heilen mit den Nadeln wird schon über 2000 Jahre praktiziert und ist Teil der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Die chinesische Medizin geht davon aus, dass die Lebensenergie jeder Kreatur, das sogenannte Qi, in definierten Bahnen durch den Körper fließt. Diese Bahnen werden Meridiane genannt, und auf ihnen liegen Punkte, die durch einen Reiz stimuliert werden können. Setzt der Akupunkteur die Nadel auf die richtige Stelle, hat das Auswirkungen auf das korrespondierende Organ und seine Funktion. Die ganzheitlichen Heiler sagen, dass durch die Akupunktur der Energiekreislauf in den Meridianen ausgeglichen wird. Bei Hunden wird neben der Körperakupunktur auch die Ohrakupunktur praktiziert. Sämtliche Organe des Körpers haben einen Reizpunkt auf der Ohrmuschel. Die Schwierigkeit besteht für den Therapeuten, bei den vielen verschiedenen Ohrformen zwischen Schlappohr und Stehohr die richtigen Punkte zu lokalisieren. Für sehr empfindliche Patienten ist die Laserakupunktur besonders geeignet. Die Lasermethode ist völlig schmerzfrei, da die Akupunkturpunkte durch das Laserlicht stimuliert werden.

Akupunktur eignet sich besonders gut für Hunde mit chronischen Erkrankungen des Atmungs- und Bewegungsapparats oder bei Tieren mit Verdauungsbeschwerden und Hautkrankheiten.

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