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Sanfte Medizin Naturheilkunde für Hunde

Dr. Brigitte Glöwing 13.09.2012

Viele Tierärzte sehen in der Naturheilkunde eine gute Ergänzung zur klassischen Schulmedizin. Besonders chronisch kranke Hunde und solche, denen die Schulmedizin nicht mehr helfen kann, profitieren davon.

Pflanzenheilkunde

Zwar sind sie häufig nicht seine Geschmacksrichtung, doch können Pflanzenextrakte auch beim Hund heilsame Wirkungen entfalten. Jeder Hundebesitzer hat wohl schon seinen Hund dabei beobachtet, wie er nach einem opulenten Mahl von unverdaulichen Dingen aus dem Abfalleimer an Grashalmen nagt, um sich so seines Mageninhalts zu entledigen. Das ist instinktives Wissen, das auch den Menschen schon zum Vorbild geworden ist: Schamanen früherer Kulturen haben sich am Verhalten der Tiere orientiert. So konnten sie beobachten, dass kranke Tiere instinktiv diejenigen Kräuter fressen, die zu ihrer Heilung beitragen. Aus diesen Beobachtungen und der menschlichen Intuition entwickelte sich die frühe Kräuterheilkunde. Von den ägyptischen Hochkulturen ging das medizinische Wissen an die Griechen und Römer über. Durch die Schriften islamischer Gelehrter und die umfassenden Kenntnisse aus den europäischen Klostergärten des Mittelalters wurde das Wissen von der Heilkraft der Pflanzen bis in unsere Zeit überliefert.

Für Ästheten: Viele Hundehalter schwören auf die Kraft der Steine. Im Internet können sogar eingefasste Edelsteine für das Halsband bestellt werden.
Für Ästheten: Viele Hundehalter schwören auf die Kraft der Steine. Im Internet können sogar eingefasste Edelsteine für das Halsband bestellt werden. © André Gottschalk

Viele moderne Medikamente sind ursprünglich aus der Pflanzenheilkunde entstanden. Der Unterschied zur Homöopathie liegt in der Dosierung. In der Homöopathie sind die pflanzlichen Wirkstoffe stark verdünnt. Die Wirksamkeit ist bei vielen Pflanzen wissenschaftlich anerkannt. In der Pflanzenheilkunde werden entweder ganze Pflanzen oder Pflanzenteile wie Blätter, Blüten oder Wurzeln verwendet. Heilpflanzen können als Tinkturen, Salben oder Tees verabreicht werden. Zum Beispiel hilft Arnikasalbe bei Verletzungen, Kamille wirkt entzündungshemmend, Fenchel krampflösend. Achtung: Rein pflanzliche Präparate können Nebenwirkungen haben und falsch dosiert Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Deshalb die Gabe mit Fachleuten absprechen.

Das Problem bei Hunden ist die Verabreichung. Pflanzliche Mittel riechen stark und schmecken oft nicht lecker. Doch ins Lieblingsfutter verpackt, bekommt man fast jede Pflanze in den Hund. „Eine sichere Lösung ist es dann, wenn die Heilpflanze direkt in der Hundenahrung enthalten ist. Ingwer beispielsweise ist dafür bekannt, den Magen zu beruhigen. Somit kann Ingwer sinnvoll in einer Magen-Darm-Diät eingesetzt werden“, rät Dr. Britta Kiefer-Hecker aus der wissenschaftlichen Abteilung des Tiernahrungsherstellers Hill’s Pet Nutrition. Sie gibt den Tipp, dass eine solche Diät ab September 2012 über Tierarztpraxen erhältlich ist („Hill’s Prescription Diet Canine i/d Low Fat“).

Bachblüten-Therapie

Berühmt geworden sind Dr. Bachs Notfalltropfen. Sie können Zwei- und Vierbeinern in Situationen von Schock, Angst, Panik und seelischem oder körperlichem Schmerz helfen, nach Unfällen oder Verletzungen, bei Verbrennungen, Insektenstichen, Allergien, Koliken oder zur Entspannung vor dem Tierarztbesuch. Die Tropfen bestehen aus verschiedenen Blütenessenzen und können alle paar Minuten gegeben werden. Überdosieren kann man sie nicht. Ihr Einsatz macht aber nicht die tiermedizinische Hilfe überflüssig.

Der Entdecker der Bachblüten-Therapie, der englische Arzt Edward Bach (1886-1936) machte für alle Erkrankungen psychische Ursachen mitverantwortlich. Aus Blüten entwickelte er in den Dreißigerjahren des letzten Jahrhunderts 38 verschiedene Präparate. Blüten bestimmter Pflanzen werden in eine Schüssel mit klarem Quellwasser gelegt und einige Stunden an einem wolkenlosen Tag in der Sonne stehen gelassen, bestimmte Blüten werden auch gekocht. Die nach beiden Methoden gewonnene Essenz wird anschließend abgeseiht und mit einem Schuss Brandy versetzt.

Wie zu Edward Bachs Zeiten werden die Mittel auch heute noch im englischen Bach-Center hergestellt und von dort aus in alle Welt verschickt. Die Wirkung der Blütenessenzen konnte bisher wissenschaftlich nicht bewiesen werden, Therapeuten und Hundehalter schwören jedoch darauf. Symptome wie Angst, Schreckhaftigkeit, Unruhe oder Aggressivität können mit den Bachblüten therapiert werden. Die Behandlung löst seelische Blockaden und stellt das innere Gleichgewicht wieder her. Die Tropfen werden direkt ins Maul, über das Futter oder Trinkwasser gegeben, können aber auch auf die Haut getropft und leicht einmassiert werden. Bachblüten eignen sich sehr gut zur Selbsthilfe, da die Auswahl im Gegensatz zur klassischen Homöopathie recht übersichtlich ist. Die Dosis beträgt je nach Größe des Hundes zwei bis vier Tropfen pro Gabe, und das zwei- bis viermal täglich. Die Bachblüten sollten so lang gegeben werden, bis eine Besserung eintritt.

Welche Naturheilmethode passt?

Die geeignete Therapieform für den eigenen Hund muss jeder Tierhalter selbst finden. Die Methode, die einem auf Anhieb sympathisch erscheint, ist oft die richtige. Wir wissen mehr, als wir wissen, sagen die berühmten Heiler. Intuitiv und instinktiv erahnen wir, was uns und auch unseren Tieren guttut. Allen alternativen Heilmethoden gemeinsam ist der ganzheitliche Ansatz, das Berücksichtigen psychischer Zustände und die Suche nach der Ursache. Ob eine Methode wissenschaftlich anerkannt ist oder nicht, ist dabei nach Erfahrung der Therapeuten nicht ausschlaggebend für den Heilerfolg. Eine positive Einstellung der Tierbesitzer ist viel wichtiger.

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