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Urlaub ohne Hund Hundepension: Zuhause auf Zeit

Sigrid Rahlfes 30.09.2014

Wenn der Hund in den Ferien zu Hause bleibt, stellt sich die Frage, wer ihn betreut. DOGS hat eine Auswahl von Hundepensionen und Hotels zusammengestellt und erklärt, wie der Hunde-Urlaub gut wird.

Das erste Mal weg von zu Hause. Der Urlaub ist lang geplant, diesmal geht es nicht nach Dänemark mit dem Auto, per Flugreise wird Teneriffa angesteuert. Und der Hund? Grübel. Seufz. Ja, schon klar, einfach ist es nicht, sich gegen die Mitnahme seines Tieres in den Urlaub zu entscheiden. Aber ihm eine Flugreise zumuten? Im Frachtraum? Für knapp drei Wochen Aufenthalt? Irgendwie auch keine Option. Zumindest für die meisten Hundehalter nicht. Wellensittich oder Farbmaus finden schon eher ein Plätzchen bei Freunden, aber wer kann drei Wochen Rundumbetreuung mit Füttern, Gassigehen, Fellpflege garantieren? Wer hat Zeit und Sachverstand, den vierbeinigen Hausgenossen adäquat zu umsorgen? Also muss eine angemessene Unterbringung her.

Heimweh kann im Urlaub vorkommen. Um zu prüfen, wie der Hund reagiert, hilft es, vorher einen Probelauf in der Hundepension zu starten.
Heimweh kann im Urlaub vorkommen. Um zu prüfen, wie der Hund reagiert, hilft es, vorher einen Probelauf in der Hundepension zu starten. © Javier Brosch/ Fotolia

Hundepensionen und -hotels gibt es zuhauf, Anschläge in Futterläden oder beim Tierarzt, Adverts im Netz oder auf Tiersitterbörsen. Unverzichtbar ist eine professionelle Betreuung, ganz gleich ob Hundepension oder private Pflegestelle. Aber zuallererst stellt sich die folgende Frage:

Was für ein Typ ist mein Hund?

Erst danach kann die Suche nach dem passenden Feriendomizil für den Vierbeiner beginnen. Sie kennen Ihren Labrador, Ihren Irish Terrier, Ihren Rottweiler oder Chihuahua am besten, wissen um seine Eigenheiten, seine Launen und Vorlieben. Sie können einschätzen, in welcher Umgebung und unter welchen Bedingungen ein Urlaub von zu Hause Spaß statt Stress für ihn bedeutet. Grob umrissen und durchaus etwas vereinfacht lassen sich drei Typen erkennen:

Typ „Prinzessin auf der Erbse“

Neues macht diesem Typen häufig Angst, er ist sensibel, empfindlich, scheu und sehr menschenfixiert. Viele Hunde auf einem Haufen sind nicht wirklich seine Sache. Eine Ernährungsumstellung setzt ihm zu. Gewohnte Abläufe, viele Streicheleinheiten und vor allem der direkte Kontakt zu seinem Menschen dagegen machen Prinz oder Prinzessin glücklich und ausgeglichen.

Typ „Balu, der Bär“

Er folgt seinem Motto „Versuch’s mal mit Gemütlichkeit“ und ist zwar häufig auch empfindsam, aber eigentlich nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen. Ein gewisses Phlegma zeichnet ihn aus, was es seinem Halter in der Regel ermöglicht, auch in Situationen, die dem Hund nicht vertraut sind, auf eine relative Verlässlichkeit im Verhalten des Vierbeiners vertrauen zu können. Futterumstellung? Kein Problem. Gefressen wird, was auf den Tisch, in den Napf kommt. Artgenossen gegenüber gibt es oft kein Problem, denn die Ruhe, die Balu ausstrahlt, wirkt sich auf die anderen Hunde aus, senkt häufig ihr Energielevel und damit ihre Aufgeregtheit.

Typ „Pippi Langstrumpf“

Wo gibt es Action? Lass uns was machen! Starker Bewegungsdrang und hohes Energielevel, das ist Pippi. Bei ihr geht alles schnell: laufen, fressen, fremde Hunde einschätzen. Trocken- oder Nassfutter, Barf, Hauptsache die Schüssel ist gefüllt, und zwar üppig.

Die Urlaubsbetreuung sollte sich nach den Charakteristika Ihres Hundes richten. Für die Prinzessin sind offene Rudelhaltung und ein Einheitsfutter vielleicht nicht der geeignete Rahmen, um Ferien zu machen. Während Balu mit einem Rudel wahrscheinlich nicht überfordert wäre und Pippi die Zeit ihres Lebens hätte. Obwohl gerade Herausforderungen ein Hundeleben auch bereichern können. Ob Einzelzimmer, das Leben im Rudel oder Familienanschluss, jeder Hundehalter entscheidet nach seinen Vorlieben, seinen Einstellungen und Überzeugungen von artgerechter Tierhaltung. Was für den einen angemessen und perfekt ist, das hält ein anderer für desaströs.

Also heißt es genau hinschauen, die Hundepensionen oder -hotels unter die Lupe nehmen. Meist zeigt sich auf den ersten Blick, wer mit Tierliebe und Sachverstand am Werk ist. Hygiene und die tägliche Bewegung sind wesentliche Kriterien. Die Frage nach einer speziellen Bezugsperson, die den Hund vorrangig betreut, und deren Ausbildung beziehungsweise Erfahrung darf und sollte gestellt werden. Überhaupt: Wie groß ist das Interesse der Pensionsbetreiber, Ihren Hund kennenzulernen, vor dem Einchecken viel über ihn zu erfahren? Und gibt es einen Testlauf? Kann Ihr Liebling ein oder zwei Nächte probewohnen?

Häufig vermenschlichen wir unsere Gefährten, aber unsere Intuition sollten wir trotzdem nicht vernachlässigen. Sie müssen schon sicher sein, dass Ihr Hund in der ausgewählten Pension viel Anregung und Spaß hat, ohne dem können Sie Ihren Urlaub kaum genießen. Bedenken Sie auch, dass es manchmal toll für Ihren Hund sein kann, neue Erfahrungen zu machen und einmal so richtig die Bude zu rocken – irgendwie ein wenig so, als würden Sie Abenteuerurlaub auf Papua-Neuguinea machen.

Sie können sich nicht vorstellen, dass Ihr Hund in einer Hundepension oder einem Hotel bleibt? Dann versuchen Sie es privat. Der Tierschutzbund startet jedes Jahr zur Urlaubszeit die Aktion „Nimmst du mein Tier, nehm‘ ich dein Tier“. Dabei betreuen Tierfreunde ihre Tiere gegenseitig (www.tierschutzbund.de/urlaubs-hilfe). Beim Verband Deutscher Haushüter (www.haushueter.org) zieht ein geprüfter Tiersitter bei Ihnen zu Hause ein und ermöglicht Ihrem Gefährten, in seiner gewohnten Umgebung zu urlauben.

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