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Outdoor Draußen zu Hause

Andreas Mertes 02.05.2016

An einem schönen Tag gibt es keinen besseren  Ort als ein lauschiges Plätzchen im Freien. Warum nicht dort bleiben, für eine Nacht, für ein Wochenende? Mit ein paar klugen Details im Rucksack kann das Abenteuer beginnen.

Kleidung, die den Spaß erhöht

Altbewährt und effektiv: Nichts kleidet draußen so gut wie das Zwiebelprinzip. Eine Schicht kommt über die andere, idealerweise locker übereinander. Vorteil: Zwischen den einzelnen Lagen bilden sich wärmende Luftschichten. Je nach Stand des Abenteuers können Sie sich schichtenweise an- und wieder ausziehen. Schicht eins ist wie eine zweite Haut. Sie muss bei Wärme kühlen und bei Kälte wärmen, sie soll den Schweiß ableiten und nicht auf der Haut kleben.

Outdoor: Draußen zu Hause
Zeit für ein Nickerchen: Outdoor-Hund Kuksi liebt den Platz vor dem Zelt seines Menschen © Ulrike Frömel

Funktionsunterwäsche kann all das. Früher war sie meist aus Kunstfaser. Vorzug: Die ist leicht und schnell wieder trocken. Allerdings entfaltet sie nach längerem Tragen einen Duft, der die Begegnung mit Mitmenschen verbietet. Seit einigen Jahren hat die Kunstfaser Konkurrenz durch die Merinowolle bekommen: Diese speichert Flüssigkeit und gibt sie nur langsam wieder­ ab, wärmt aber dennoch und stinkt nicht. Tipp für Unentschlossene: Wer viel schwitzt, hat vermutlich mehr Freude an Synthetik, wer schnell friert, greift lieber zur Schafwolle.

Schicht zwei soll als Isolationsschicht wärmen und die Feuchtigkeit nach außen abtransportieren. Außerdem hält sie Wind und leichten Regen ab. Für diesen Allroundjob empfehlen sich Jacken und Hosen aus Softshell, alternativ ein Fleecepulli und eine feste lange Wanderhose. Wer im Freien schnell blaue Lippen bekommt, packt besser noch eine Weste aus Daune und Kunstfaser ein.

Schicht drei Sie ist wie das Haus, das seine Bewohner vor Wind und Wetter schützt. Wenn es regnet und stürmt, empfehlen Experten Jacken und Hosen aus Hardshell. In dieser „harten Schale“ steckt eine wasserdichte, atmungsaktive Hightechfolie, die Mem­bran. Sie sorgt dafür, dass einem das Wetter nicht zu dicht auf den Leib rückt. An abgeklebten Nähten und wasserundurchlässigen Reißverschlüssen erkennt man die guten Hardshells.

Wie Sie sich am besten betten

Zwei bis drei Stangen, vier oder sechs Heringe, ein feines, luftdurchlässiges Inlay mit Bodenplane und eine wasserdichte Außenhaut – in weniger als fünf Minuten ist so ein Zelt aufgestellt. Hinein kommen eine selbst aufblasende Matte und ein Schlafsack – fertig ist das Outdoorbett. Für ein oder zwei Nächte im Freien reicht das.

Sie wollen länger im Freien campieren? Sie streben nächsten Sommer gar eine Trekkingtour an? Mehr Spaß haben Sie, wenn Sie beim Material genauer hinschauen. Wie gut isoliert die Matte? Bis wie viel Grad hält der Schlafsack warm? Wie viel wiegt jedes Teil? Vor allem mit der Wahl des richtigen Zelts lässt sich der Komfort deutlich erhöhen. Denn ein Hund kann sich am Abend nicht die matschigen Schuhe ausziehen. Stattdessen kriecht er samt Nässe in die gemeinsame Höhle. Besser also, er hat einen eigenen Platz. Aus diesem Grund sind Tunnelzelte geeigneter als Kuppelzelte: Unter der verlängerten Apsis des Tunnels schläft der Hund (Unterlage nicht vergessen!), im sauberen Innenzelt der Mensch. Toll, aber zum langen Tragen zu schwer sind Lavvuzelte: Mit ihrer Tipiform versprühen sie nicht nur Trapperfeeling, sie bieten auch alle Möglichkeiten, Schlafplätze zu schaffen. Weil Lavvus keine Bodenplane haben, können Mensch und Tier auf eigenen Matten nebeneinander schlafen.

Sie wollen nicht zelten, aber vorbereitet sein? Ein leichtgewichtiger Begleiter ist der Biwaksack. Der wasserdichte Überschlafsack ist Teil der Sicherheitsausrüstung. Bei einer Notfallübernachtung soll er den Bergsteiger vor Auskühlung schützen und das Zelt ersetzen. Zusammengerollt ist er so groß wie ein Tennisball. Es gibt auch größere und robustere Varianten, in denen selbst der Hund Platz findet. Sogar Biwaksäcke mit Gestänge gibt es, leichter als ein Zelt, dafür mit bis zu 300 Euro auch die teuersten. Eine gute Alternative sind extragroße Biwaksäcke, in denen zwei, die sich mögen, Platz finden. Damit wird die Nacht vielleicht nicht die bequemste, aber Sie werden von ihr noch nach Jahren erzählen.

Was für den Hund wichtig ist

Hunde tragen ihre Funktionskleidung am Leib, Durst löschen sie an der Quelle, und weil sie im Dunkeln gut sehen, brauchen sie keine­ Stirnlampe. Ein paar Extras benötigen sie dennoch. Schutzbooties beispielsweise, falls sie sich unterwegs die Pfoten verletzen. Am besten, Sie haben einen, besser noch zwei solcher Pfotenschuhe im Erste-Hilfe-Set dabei, dazu elastische Binden, Zeckenzange, Schnauzenverband. Bei Hunden mit übergroßem Jagdinstinkt hilft ein Bodenanker, der sich wie ein Korkenzieher ins Erdreich drehen lässt, so haben Sie jederzeit eine Anleinmöglichkeit griffbereit. Ob Ihr Freund eine Unterlage oder gar einen Mantel braucht, hängt vom Wetter und seiner Unterwolle ab. Tiere mit kurzem Fell und wenig Unterwolle vertragen Regen nicht so gut, kühlen schneller aus. Besonders geschützt gehört in diesen Fällen der Bauchbereich – leider bieten viele Mäntel genau dort keinen Schutz. Eine Frage des Trainings: Je häufiger der Hund auch bei schlechtem Wetter unterwegs ist, desto dichter und länger wird sein Fell.

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