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Die richtige Einrichtung Wohnen mit Hunden

Detlef Wittkuhn 13.09.2010

Sie rempeln Möbel, verbreiten Schmutz und verteilen Fell: Das Zusammenleben mit Hunden kann nervig sein, wenn man sich nicht auf ihre Eigenarten einstellt.

Hunde haben auch ihr Gutes. Man muss ihnen nie die Windeln wechseln, keine Socken waschen, die nach Kuhstall riechen, keine verschwitzten Sporttrikots entsorgen. Sie bekleckern sich nicht mit Tomatensoße und treten nie in Hundehaufen. Also alles rosig im Zuhause? Ein paar besondere Anforderungen stellen die Haustiere schon. Das Beste wäre, man hätte einen „mud room“, wie man ihn aus England kennt, einen Extraraum fürs Après-Spazieren. (Den gibt es auch bei uns, er hat sich aber noch nicht durchgesetzt.) Wackliges Mobiliar stellt man besser weg, gefährdete Zonen an der Wand streicht man mit abwaschbarer Farbe, und auf dem Fußboden verlegt man etwas Festes. Motto: Es gibt keinen schmutzigen Hund, es gibt nur die falsche Einrichtung.

Wohnen mit Hunden
Ein Teppich dient gerne als Lagerplatz © Chase Castor/ Stocksy

Teppich und Teppichboden – chillen für Vierbeiner

Nach Hause kommen, die Schuhe ausziehen und die Wohnung wie eine behagliche Insel erleben, als hätte man weichen Sand, eine Wiese oder federnden Waldboden unter den Füßen – Teppichboden kann das. Ein textiler Bodenbelag, der von Wand zu Wand verlegt ist, lässt jeden Raum weit und wunderbar warm erscheinen. Das empfinden Hunde genauso. Auf einem Teppichboden gönnen sie sich nur zu gern Entspannung, strecken sich aus und ruhen die beanspruchten Pfoten aus.

Die Vorteile: Teppichboden bindet Dreck. Hundehaare und Staub bleiben im Teppichflor hängen und wirbeln nicht in der Wohnung herum. Das ist für Hausstaub- und Tierhaarallergiker angenehm – wenn auch Schmutz im Raum bleibt und weggesaugt werden muss. Hunde werden Leisetreter. Wer es ruhig mag, wird Teppichböden lieben: Sie dämpfen das Hundegebell. Noch wichtiger: Das Klickern der Krallen, auf harten Bodenflächen eine Nervenprobe, werden von Teppich verschluckt. Hightechgarne machen Teppichböden widerstandsfähig. Die Fasern bleichen nicht aus, der Flor richtet sich gut auf – bei Böden aus Wolle sogar noch besser. Ein Teppichboden wird lose ausgelegt oder leicht fixiert. Ist er unansehnlich, kann man ihn einfach austauschen.

Die Pflege: Regelmäßig Staub saugen. Mit einem guten Staubsauger meistert man so gut wie alle Fälle von Dreck am Teppichflor. Schmutz im Teppich lässt sich mit Wasser ausreiben oder trocken mit Pulverreiniger (keine Flüssigreiniger!) entfernen.

Fliesen – über Generationen schön

Es gab Zeiten, da waren Bodenfliesen allein eine Frage der Sicherheit. Solange man mit offenem Feuer heizte und kochte, trugen sie ein einziges Prädikat: unschlagbar. Heute sind auch die Bodenbeläge aus keramischen Materialien eine Frage von Geschmack und Styling. Den Vorzug, den man früher schätzte, haben Fliesen aber immer noch: Sie halten wirklich sehr viel aus. Fachleute messen die Belastbarkeit in fünf Kategorien, den Abriebgruppen, Hundeleute sollten eine höhere Einstufung wählen, damit die Krallen ihres Lieblings auf Dauer keine Spuren hinterlassen.

Die Vorteile: Höchstnoten bei Sauberkeit. Es gibt eigentlich nichts, was sich nicht in Nullkommanichts von einem Fliesenboden wegfegen, -saugen oder -wischen ließe. Pipipfützen sind ebenso unproblematisch wie Haare. Fliesen sind gute Energieträger und -speicher. Mit Fußbodenheizung bieten sie Hunden einen einzigen warmen Ruheplatz. In heißen Sommern speichern sie in schattiger Wohnung die Kühle.

Die Bedenken: Vorsicht, glatt! Manchen kleinen Hunden kann auf Fliesen die Physik einen Streich spielen: Wenn sie nicht viel auf die Waage bringen, sind glatte Fliesen oft zu glatt, die Tiere können nicht richtig ausschreiten, rutschen aus und sind verunsichert. Das Klickgeräusch, das Hundekrallen auf harten Böden erzeugen, mag manchen als Musik erscheinen – wen es stört, wird mit Fliesen nie Frieden schließen.

Die Pflege: Pfotenabdrücke nach dem Waldspaziergang, Futterreste neben dem Napf, Wasserspritzer, jegliche Malheurs sind auf Fliesen kein Problem. Dass Dreck nicht von allein verschwindet, ist alles, was man dem Bodenbelag in Sachen Pflege nachsagen kann.

Laminat – Halbwertzeit fürs Wohlfühlen

Das Wort von der Fototapete, auf der man bei Laminat herumspaziere, sagt heute niemand mehr. Weil sich alle daran gewöhnt haben und weil die Hersteller die Dekore inzwischen auch auf Kork, Echtholz oder Hightechfolie drucken. Die einfachen Fixiertechniken und die schwimmende Verlegung, die den Bodenbelag umzugsfähig macht, sind neben dem Preis die besten Argumente für Laminat.

Die Vorteile: Laminat bietet eine unvergleichliche Auswahl an Dekoren, die je nach Geschmack ein homogenes Bodenbild erzeugen – die psychologische Wirkung des guten Heimgefühls auf instinktgetriebene Hunde ist nicht zu unterschätzen. Wer einen Laminatboden unter den Pfoten hat, braucht keine Zurechtweisung zu fürchten. Die Kratzfestigkeit ist zufriedenstellend. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt ein helles Dekor mit Maserung, auf denen Krallenkratzer nicht so sehr auffallen.

Die Bedenken: Schnelle Hunde, aufgepasst: Laminat ist meist rutschig. Die Schalldämmung unterm Laminat hilft nicht gegen das Krallengeklicke.

Die Pflege: wischen, putzen, saugen gehen. „Stehende Gewässer“ unbedingt vermeiden.

Parkett – für die großen Gefühle

Parkettböden haben einen ähnlich komplexen Aufbau wie Laminat und sind deshalb eher Industrie- als Naturprodukt. Doch die Wertschätzung bleibt: Mit Parkett hat man Natur unter den Füßen. Das Bild der Maserung ist nicht erfunden, sondern am Baum gewachsen, zeigen die Bretter Spuren, lässt sich der Fußboden durch Schleifen wieder erneuern.

Die Vorteile: Hunde fühlen sich auf warmem Holzboden sehr wohl. Wenn andere Bodenbeläge verschlissen sind und komplett ausgetauscht werden müssen, lässt sich Parkettboden einige Male abschleifen und neu mit Lack versiegeln.

Die Bedenken: Kratzfest sind nur harte Hölzer. Krallen machen Kratzer vor allem in weiche Materialien. Wer ein hartes Holz wie etwa Eiche wählt, ist vor Bellos Spuren sicher. Mietern kann Parkett Probleme bereiten: beim Umzug, wenn der Vermieter die Beseitigung der Kratzspuren verlangt.

Die Pflege: Parkettböden sind lackiert oder geölt. Beide Versiegelungen schützen vor Schmutz und Nässe.

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