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Hundeversicherungen Geht´s noch?

Bianca Boss, Marco Brandt, Bernd Bredenschey, Dr. Karl-Heinz Salzbrunn, Lea Schmitz 28.07.2016

Im Forum von DOGS Online wird rege über die Leistungen von Hundeversicherungen diskutiert: Wer zahlt, wenn Bello Frauchens Handy zerkaut oder das Sofa der Nachbarn verkratzt? Wir haben hier die wichtigsten Fragen gebündelt und Experten um kundige Antwort gebeten

Ein DOGS-Leser fragt

Habe bei der Uelzener zum Thema Hunde-OP-Krankenversicherung gelesen: „Die Kosten von Ope­rationen infolge Unfall oder Krankheit werden mit 100 Prozent nach dem 1-fachen oder 2-fachen Satz der Gebührenordnung für Tierärzte in der Fassung vom 7. Juli 2008 erstattet.“ Was bedeutet das?

Ein Experte antwortet: Entsprechend der deutschen Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) kann der Tierarzt zwischen dem einfachen bis hin zum dreifachen ­Gebührensatz in Rechnung stellen. Der einfache Gebührensatz ist der Mindestbetrag, den er für eine Behandlung nehmen muss. Welchen Gebührensatz der Tierarzt berechnet, hängt von vielen Faktoren ab, etwa dem Wert des Tieres, dem Schwierigkeitsgrad der Operation oder ob die ­Behandlung während des Nacht- oder ­Wochenenddienstes stattfindet. Die meisten Tierärzte berechnen zwischen dem ­einfachen und zweifachen Gebührensatz. ­Berechnet der Tierarzt einen höheren ­Gebührensatz, als der Tierbesitzer in seinem Versicherungsvertrag abgeschlossen hat, gehen diese Mehrkosten zulasten des Hunde­besitzers. Deshalb ist es empfehlenswert, den zweifachen GOT-Satz zu ver­sichern. Dr. Karl-Heinz Salzbrunn,
Uelzener Versicherungen

Ein DOGS-Leser fragt

Sind ­Onlineversicherungen seriös?

Ein Experte antwortet:  Onlineversicherungen sind durchaus seriös. Man kann bei „einfachen“ Policen wie Handy- oder eventuell auch Hundehalterhaftpflichtversicherung, bei denen keine persönliche ­Beratung notwendig ist, sicherlich einen Abschluss online tätigen. Wenn es jedoch kompliziert wird wie bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung, sollte man auf die persönliche Beratung auf keinen Fall verzichten. Bianca Boss, Bund der Versicherten

Ein DOGS-Leser fragt

Ich muss für meinen kleinen Terriermix eine Hundehaftpflicht ­abschließen. Meine Frage ist: Braucht man unbedingt einen Schutz für Mietsachschäden?

Ein Experte antwortet: Eine Haftpflichtversicherung, in der Mietsach­schäden ­abgedeckt sind, ist in jedem Fall sinnvoll, wenn Sie in einem Mietshaus oder einer Mietwohnung wohnen. Auch für Haus­eigentümer, die beim Urlaub in ­Hotels, ­Ferienwohnungen oder Mietautos abgesichert sein wollen, ist die Abdeckung von Mietsachschäden eine gute Option. Agila empfiehlt eine Deckungssumme von mindestens drei Millionen und bis zu zehn Millionen Euro für Personen- und Sachschäden. Davon sollten mindestens 500 000 Euro für Vermögensschäden und 50 000 Euro für Mietsachschäden zur ­Verfügung stehen. Den konkreten Bedarf ermittelt das persönliche Gespräch. Marco Brandt, Agila Haustierversicherung

Ein DOGS-Leser fragt

Wenn man mehrere Schadenfälle in einem Jahr meldet, kann die ­Versicherung dann kündigen?

Ein Experte antwortet: Beide Vertrags­partner haben nach jedem Leistungsfall ein Sonderkündigungsrecht. Dieses können beide Parteien innerhalb eines Monats geltend machen. Bei einer Schadenhäufigkeit wird eine Kündigung durch die Schadenabteilung des Versicherers in Betracht gezogen. Häufig wird jedoch zunächst mit Selbstbehalten (300 Euro / 500 Euro) gearbeitet, wodurch Kunden ggf. an neuen Schäden beteiligt werden. Die Selbst-beteiligung kann bei schadenfreiem Verlauf wieder herausgenommen werden. Bernd Bredenschey, Uelzener Versicherungen

Ein DOGS-Leser fragt

Meiner ­Meinung nach sollte man auch bei seinem Tier die Versicherung hin und wieder checken. Ich habe erst im letzten Jahr eine deutlich günstigere ­gefunden und gewechselt. Stellt Ihr auch Vergleiche an?

Ein Experte antwortet: Ein Vergleich der Versicherungen, egal ob für Haus, Perso­nen oder Tiere, ist immer sinnvoll. So kann man gute Bedingungen zu günstigen Beiträgen optimal kombinieren. Unser Rat: Man sollte nicht nur ein Vergleichsportal zurate ziehen, vergleichen Sie auch Vergleichsportale! Mindestens drei sollten es sein. Bianca Boss, Bund der Versicherten

Ein DOGS-Leser fragt

Ich war mit meinem Onkel und dessen ­Podenco auf einer öffentlichen, eingezäunten Hundewiese. Weil da bereits zwei Schäferhunde waren, haben wir die Besitzer gefragt, ob wir dazukönnen. Das wurde bejaht. Doch dann fielen beide ­Schäferhunde über unseren ­Podenco her. Muss in so einem Fall die Haftpflichtver­sicherung des Hundehalters der Schäferhunde für die ­Tierarztkosten aufkommen?

Ein Experte antwortet: Allgemein gilt: Wer mit seinem Hund eine öffentliche Hundewiese besucht, nimmt das mögliche Aufeinandertreffen von Hunden und mögliche Verletzungsfolgen durch andere Tiere, auch unabhängig von etwaigen Verabredungen mit anderen Tierbesitzern, in Kauf. Diese Regelung bezieht sich auf ein grundsätzliches Risiko, das durch unerwartetes Verhalten von Hunden ausgeht, die sogenannte Tiergefahr. Ob und in welcher Höhe die jeweilige Haftpflichtversicherung für entstandene Schäden aufkommt, hängt von den konkreten Umständen ab und wird immer im Einzelfall entschieden. Marco Brandt, Agila Haustierversicherung

Ein DOGS-Leser fragt

Freunde haben eine Krankenversicherung, dachten sie. In Wirklichkeit war es eine OP-Versicherung und im Nachherein war die Operation gar nicht mal das Teuerste. Die ganzen Verbandswechsel, Medikamente und Spritzen waren viel teurer als die OP. Worauf muss man achten, wenn man so eine ­Versicherung abschließen will?

Ein Experte antwortet: Wir bieten für Hunde sowohl eine Operationskosten­versicherung als auch eine Tierkrankenvollversicherung an. In der Operations­kostenversicherung sind ausschließlich Operationen versichert, darüber hinaus der letzte Untersuchungstag vor der Opera­tion, der Operationstag und zwölf Tage Nachbehandlung. Weitere konservative ­Behandlungen sind nicht mitversichert. Eine Entschädigungsobergrenze je Leistungsfall oder je Versicherungsjahr besteht nicht. In der Hundekrankenvollversicherung hingegen gibt es keinen begrenzten Haftungszeitraum, weder bei der Vorbehandlung noch bei der Nachbehandlung einer Operation. Weiterhin sind in der Krankenvollversicherung auch konservative Behandlungen ohne zeitliche Begrenzung und ohne Jahreshöchstentschädigung versichert. Dr. Karl-Heinz Salzbrunn, Uelzener Versicherungen

Im Forum von www.dogs-magazin.de tauschen sich rund 5800 registrierte Benutzer regelmäßig über Hundethemen aus. Fast eine Viertel­million Beiträge sind zusammen­gekommen. Häufiger Ge­sprächs­gegen­stand der DOGS-Community: Sicherheit rund um den Vierbei­ner. Wir ­baten „Mackie“, den Administrator des Forums, Fragen zu bündeln, die besonders lebhaft diskutiert werden, und waren überrascht, wie viele hochin­teressante Aspekte zu dem Thema ­Versicherungen auftauchten – praxis­nahe Fragen, die wir unseren Experten vorlegten.

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