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Haarende Hunde Wissenswertes rund um den Fellwechsel des Hundes

08.01.2013

Tierärztin Dr. Brigitte Glöwing und Hundetrainerin Gaby Abels erklären Besonderheiten im Zusammenleben mit Hunden, die sich durch den Fellwechsel ergeben.

Warum verlieren Hunde Haare, und wann haaren sie am meisten?
Dr. Brigitte Glöwing: Dass Hunde haaren, ist ganz normal, denn jedes einzelne Haar folgt einem vorgegebenen Lebenszyklus. Der gesamte Haarwechsel, Ausfall und Neuwuchs, kann zwischen sechs und sieben Wochen dauern. Angetrieben wird der Fellwechsel von den jahreszeitlichen Veränderungen, von Licht und Temperatur.

Grundsätzlich wechseln unsere tierischen Mitbewohner zweimal im Jahr ihr Fell und verlieren dann besonders viele Haare. Hundehalter müssen im Frühjahr und Herbst vermehrt zu Handfeger und Staubsauger greifen. Ältere Tiere haaren häufig mehr als junge, kastrierte mehr als unkastrierte und Hündinnen besonders vor der Läufigkeit. Auf Stresssituationen können die Vierbeiner ebenfalls mit höherem Haarausfall reagieren.

Der gesamte Fellwechsel kann zwischen sechs und sieben Wochen dauern
Der gesamte Fellwechsel kann zwischen sechs und sieben Wochen dauern © mauritius images / Joe Blossom / Alamy

Welche Rassen haaren am meisten, welche am wenigsten?
Dr. Brigitte Glöwing: Bei Hunden gibt es je nach Rasse ganz unterschiedliche Haartypen: Nordische Rassen und Deutsche Schäferhunde haben einen anderen Fellwechsel als zum Beispiel kurzhaarige Exemplare wie der Deutsche Boxer oder der Dalmatiner. Hunde mit starker Unterwolle haben einen stärkeren Haarwechsel als Hunde ohne die isolierende Schicht.

Mit kurzhaarigen und spärlich behaarten Haustieren lässt es sich zwar schöner wohnen, im Winter frieren solche Tiere aber schnell, und im Sommer können sie sich einen Sonnenbrand holen. Hunde mit drahtigen oder sehr langen Haaren verlieren nur wenig oder gar kein Fell. Einige wenige Hunderassen verlieren sogar überhaupt keine Haare. Das sind Rassen, bei denen sich die Haare vornehmlich in der Wachstumsphase befinden und nicht ausfallen. Sie müssen jedoch regelmäßig zum Friseur, weil die Haarpracht sonst überhand nimmt. Zu solchen Haarwundern gehören zum Beispiel Pudel und Yorkshire Terrier.

Wie viele Haare verliert ein Hund durchschnittlich pro Tag?
Dr. Brigitte Glöwing: Eine vier Kilo schwere Durchschnittskatze verliert – das haben Forscher untersucht – zwischen 160 und 480 Milligramm Fell pro Tag, je nach Jahreszeit. Bei Hunden sind solche Durchschnittswerte schwierig zu ermitteln, denn je nach Rasse kann der normale Fellverlust sehr stark variieren. Zwischen einem Kurzhaardackel und einem Briard liegen ganze Haarwelten. Wenn die Haare büschelweise ausgehen, ist Haarausfall ein Krankheitszeichen.

Zum Vergleich: Katzen haben ein dichteres Fell als ihre wedelnden Haustierkollegen. 25.000 Haare haben Forscher pro Quadratzentimeter gezählt. Hunde besitzen auf der gleichen Fläche durchschnittlich 1.000 bis 9.000 Haare. Der Mensch dagegen nur 150 bis 500 Haare.

Gibt es eine Möglichkeit, den Haarausfall des Hundes zu reduzieren?
Dr. Brigitte Glöwing: Bei den meisten Hunden und Katzen gehört der Fellwechsel zum Leben dazu und ist nicht wirklich zu verhindern. Unterstützen kann man seinen Vierbeiner während des Fellwechsels mit einer Nahrung, die viel Eiweiß und ungesättigte Fettsäuren enthält. Eiweiß ist für die Produktion von Keratin wichtig, einem Hauptbestandteil des Haars. Bei einem Mangel an Keratin wird das Haar schnell brüchig. Eine Biotin-Kur sorgt für glänzendes und gesund nachwachsendes Haar.

Frau Abels, was sind Ihrer Erfahrung nach die häufigsten Stressquellen von Hundehaltern im Zusammenleben mit ihren Vierbeinern?
Gaby Abels: Im Zusammenleben mit einem Hund sind es neben dem Geräuschstress durch Bellen und Kläffen vor allem das erhöhte Schmutzaufkommen durch Sand und Gräser im Fell sowie (rassebedingt) Haare auf Boden, Teppichen und Polstern.

Wie sollte die Ruhezone für einen Hund in der Wohnung aussehen?
Gaby Abels: Haben die Tiere genügend Freilauf, kann sich die Ruhezone auf ein Körbchen oder eine Hundebox beschränken, das dem Tier angepasst ist: Einem Hund mit viel Fell ist schnell warm – er bevorzugt möglicherweise Fliesen mit Zugluft oder ein Kissen oder Körbchen aus Lederimitat. Ein Hund mit wenig oder dünnem Fell möchte unter Umständen ein Körbchen oder eine Decke zum Einkuscheln. Haben die vierbeinigen Mitbewohner wenig Freilauf, brauchen sie zu den Ruheplätzen noch Spielbereiche. So benötigen Hunde eine Freifläche zum Toben oder für Suchspiele.

Wie weit darf aus Ihrer Sicht die Tierliebe gehen – bis in das Körbchen, auf das Sofa oder sogar bis ins Bett?
Gaby Abels: Dieser Punkt ist hochemotional und wirklich sehr individuell bezüglich Mensch und Tier zu betrachten. Viele Menschen brauchen die körperliche Nähe des Haustieres, und viele Haustiere sind sogar für Sofa und Bett gezüchtet worden. Vor noch nicht langer Zeit hatten wir keine Zentralheizung. Dafür hatten wir aber Katzen und die sogenannten Schoßhunde. Und diese Tiere fordern unsere Ruheplätze (wie etwa das Sofa) auch intensiver ein als andere und hinterlassen dort ihre Spuren.

Ich persönlich finde es ausreichend, wenn die Tiere sich bei mir in den Räumen bewegen, die von mir auch zum Leben genutzt werden. Aber in diesem Punkt muss jeder seine eigenen Grenzen setzen.

Tanja Staudhammer

2016.12.06 um 12:54 Uhr

Meine Jack-Russel-Chihuahua-Hündin die verliert im Moment sehr viele Fellhaare und ist ganz stark im Fellwechsel.

Hans-Jürgen Georg

2016.10.18 um 17:02 Uhr

Mein deutscher Schäferhund haart so ziemlich das ganze Jahr dies ist bei all den anderen Hunden nicht so stark gewesen

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