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SOZIALVERHALTEN Freundschaft unter Tieren

Kate Kitchenham 29.11.2017

Ihr Hund freundet sich mit der Nachbarskatze an und zum Pferd scheint er ein inniges Verhältnis zu haben. Aber gibt es überhaupt Freundschaften unter Tieren?

Eine Katze liegt auf einem Hund.

Der 2003 verstorbene Hundeforscher Erik Zimen hat Hunden eine Art Doppelidentität zugesprochen, denn sie unterscheiden deutlich zwischen ihrem Dasein unter Hunden und dem Leben, das sie in der menschlichen Umgebung führen. So werden zum Beispiel fremde Personen, die uns Zuhause besuchen, vom gut sozialisierten Hund freundlich begrüßt, während ein fremder Hund vom gleichen Hund wenig willkommen geheißen wird. „Hunde wissen, dass wir Menschen und keine Hunde sind – auch handaufgezogene Wölfe sind zu dieser Differenzierung in der Lage“, erklärt der Wiener Verhaltensforscher Kurt Kotrschal: „Die Fähigkeit, zwischen Artgenosse und Mensch zu unterscheiden, gibt es also wahrscheinlich bei allen Tieren, die mit uns zusammenleben.“ Viele Tierarten gehen noch einen Schritt weiter und entwickeln soziale Beziehungen auch zu anderen Hausmitbewohnern. So gibt es beeindruckende Freundschaften zwischen Hunden und Wellensittichen, Katzen oder Pferden. Inzwischen sind mehr als 120 Säugetier- und 150 Vogelspezies bekannt, die sogar Nachwuchs adoptieren, oft auch artübergreifend. Als Laune der Natur sieht der niederländische Verhaltensbiologe Frans de Waal so ein Treiben nicht. Der Professor für Psychologie aus Atlanta ist führender Vertreter der umstrittenen Theorie, dass Tiere über eine moralische Instanz verfügen. Dass sie sich für hilflose Tiere begeistern, sie streicheln, füttern, sich um sie kümmern, sieht er als „instinktive Anteilnahme“. „Hat eine Adoptivmutter das eigene Junge verloren, kann sie schon mal ihr Elterngefühl auf artfremde Tiere übertragen“, bestätigt auch der Verhaltensbiologe Udo Gansloßer. Doch bei aller Artgrenzen überschreitenden Freundschaft: Einen Hundekumpel kann niemand ersetzen, weder wir noch das Meerschweinchen unserer Tochter. Kein anderes Tier ist in der Lage, sich hundegemäß im Spiel zu verhalten und ein derart ausgelassenes Zusammensein und auch Zärtlichkeit zu ermöglichen. Diese Innigkeit und Ausgelassenheit ist für das seelische Wohlbefinden des Hundes essenziell: Nur hier werden die hundetypischen Verhaltensabläufe und individuellen Spielsequenzen gezeigt. Auf diese Weise trainieren Hunde Körper und Geist, meint der amerikanische Verhaltensbiologe Marc Bekoff: „Entspanntes Spiel unter Freunden fördert Kreativität, und soziale Kompetenzen werden immer vielschichtiger.“ Viele gute Gründe für intensive Freundschaften unter Hunden!

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