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VERSICHERUNG Neuer Hund, guter Schutz

Jesko Wilke 02.03.2017

Ob tapsiger Welpe vom Züchter oder der Wunschhund aus dem Tierschutz, der neue Mitbewohner braucht einen Versicherungsschutz. Fragt sich, welchen?

Ein Skater grüßt, hinter ihm liegt ein Hund.
Die richtige Versicherung für den besten Freund zu finden, ist gar nicht so einfach. © Frederick Strasche

Ob Haftpflicht oder Schutz bei Krankheit, das Thema Versicherung für Hunde ist nicht so kompliziert, wie oft vermutet wird. Bernd Bredenschey, Leiter Schadenabteilung bei den Uelzener Versicherungen, erklärt den Versicherungsbedarf anhand von zehn gängigen Irrtümern.

1. Kleiner Hund, geringes Risiko? Falsch!
Die Schadenquote ist nicht abhängig von der Größe eines Hundes. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass ein großer Hund mehr Schäden verursacht. Die statistische Betrachtung von weit über einhundert versicherten Hunderassen zeigt bei keiner eine signifikante Schadenhäufung. Daher werden alle Hunde zum gleichen Tarif versichert.

2. Die Höhe meiner persönlichen Halterhaftung ist begrenzt? Falsch!
Für Schäden, die ein Vierbeiner anrichtet, haftet der Besitzer in unbegrenzter Höhe. Ob dem Halter ein schuldhaftes Verhalten nachgewiesen werden kann oder nicht, ist dabei unerheblich. Es gilt das Verursacherprinzip. Das heißt: Der Hundehalter ist haftbar für durch sein Tier verursachte Schäden, auch ohne eigenes fahrlässiges Verhalten. In manchen Fällen kann das den finanziellen Ruin bedeuten.

 

 

Hund und Besitzer tragen Karo.
Die Haftpflichtversicherung für Hunde ist kein Muss. © Frederick Strasche

3. Jeder Hund muss haftpflichtversichert werden? Falsch!
Unverständlich, aber wahr: Es existiert keine bundesweite Versicherungspflicht für Hundehalter. Nur in fünf der sechzehn deutschen Bundesländer besteht das Gebot, eine Hundehalterhaftpflicht abzuschließen (Berlin, Hamburg, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen). In zehn weiteren Bundesländern ist die Pflicht an bestimmte Rasselisten vermeintlich gefährlicher Hunde gebunden.

4. Wenn mein Hund meinen Teppich zerpflückt, zahlt die Haftpflicht? Falsch!
Die Haftpflichtversicherung deckt nur Drittschäden ab. Das sind Schäden, die Ihr Hund bei Fremden anrichtet. Nicht versichert ist Ihr eigenes Hab und Gut. Der Haftungsausschluss gilt übrigens auch für nahe Angehörige, wenn die mit dem Versicherungsnehmer in häuslicher Gemeinschaft leben.

5. Eine Krankenversicherung für ältere Hunde ist sehr teuer? Falsch!
Die Basisprämie ist für alle Hunde gleich. Wird Ihr Hund vor dem fünften Geburtstag versichert, werden die Behandlungskosten für die gesamte Lebensspanne des Hundes zu 100 Prozent übernommen. Bei Versicherungsabschluss ab dem fünften Geburtstag ist die Erstattung anfallender Behandlungskosten auf 80 Prozent begrenzt. Ab dem achten Geburtstag übernimmt die Krankenversicherung nur noch 60 Prozent der Kosten. Ab dem fünften Geburtstag erhöht sich die Prämie für alle versicherten Hunde um 5 Prozent pro Jahr. Früh versichern kann sich hier also lohnen.

ein illustrierter Hund im Krankenwagen.
Auch bei Operationen greift die Versicherung. © Frederick Strasche

6. Die Krankenversicherung übernimmt nicht die Kosten für eine Operation? Falsch!
Zu den häufigsten Operationen bei Hunden zählen bei den Uelzener Versicherungen Zahnextraktionen und Tumoroperationen. Die Hundekrankenversicherung schließt sämtliche Leistungen einer OP-Versicherung ein. Das heißt, die Vorbehandlung, die Operation selbst, erforderliche Medikamente, Röntgenbilder, die Nachbehandlung sowie die stationäre Unterbringung werden bis zum vereinbarten Gebührensatz übernommen. Hinzu kommen eine Kostenübernahme bei ambulanter Behandlung und Zuschüsse für Impfungen, Wurmkuren, Behandlungen von Ektoparasiten und Zahnsteinentfernung, Leistungen, die bei der günstigeren reinen OP-Versicherung entfallen.

 

Ein kranker Hund mit sportlichem Herrchen.
Die Leistungen der verschiedenen Versicherer sind sehr unterschiedlich. Ein genauer Blick lohnt sich! © Frederick Strasche

7. Die Leistungen sind bei allen Hundehalterhaftpflichtversicherungen in etwa gleich? Falsch!
Viele Versicherungen bieten günstige Basistarife an, die jedoch wichtige Risiken nicht abdecken wie etwa Schäden an Mietobjekten wie Hotelzimmern, Ferienwohnungen und Leihwagen. Solche Schadenereignisse werden häufig erst bei Abschluss von Komfort- oder Premiumtarifen mitversichert. Auch Schadensfälle beim Hüten des Hundes durch eine dritte Person sind nicht bei jeder Haftpflichtversicherung eingeschlossen. Es lohnt sich also, den Versicherungsumfang genau unter die Lupe zu nehmen. Am besten im persönlichen Kontakt mit einem Versicherungsexperten.

8. Der einfache Satz der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) reicht aus, um die Behandlungskosten zu decken? Falsch!
Tierärzte dürfen ihre Leistungen je nach Komplexität und Zeitaufwand der Behandlung bis zum dreifachen GOT-Satz abrechnen. Ein Beispiel: Die Behandlung eines Kreuzbandrisses wird in der Regel zum zweifachen GOT-Satz abgerechnet und kostet inklusive Operation, Diagnostik, Medikamente und Unterbringung ca. 2200 Euro. Hat der Halter den einfachen Satz versichert, werden rund 1400 Euro erstattet, 800 Euro muss er selbst tragen. Mit dem zweifachen Satz wäre der Rechnungsbetrag zu hundert Prozent erstattet worden.

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