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Schmerzfrei altern Die richtige Pflege für alternde Hunde

Kate Kitchenham, Jesko Wilke 11.10.2010

Zwar wird aus einem scheckheftgepflegten Hundesenior kein Jungspund mehr, gute Pflege und Fürsorge mit einem geübten Blick tragen jedoch dazu bei, dass Schmerzen und Krankheiten beim eigenen Tier gar nicht erst entstehen müssen.

Die Pflege des reifen Fells

Cremes für die reife Haut ab acht sind bei Fellträgern überflüssig. Denn das Haarkleid legt sich vornehm über Falten und Co. Doch auch das Fell ist längst nicht mehr so samtweich, dicht und glänzend wie in der Jugend. Durch hormonelle Veränderungen oder auch Störungen kann sich die Farbe verändern, das Fell wird eventuell schütter oder es kommt zu Haarausfall. Die Talgproduktion verändert sich im Alter und bewirkt, je nach Hundetyp, dass Haut und Haar trocken oder fettig werden. Bei trockener Haut sollten Hundehalter darauf verzichten, ihren Liebling in Schaumbäder zu stecken, oder ihn in Ausnahmen nur mit rückfettenden Hundeshampoos pflegen.

Die richtige Pflege für alternde Hunde
Regelmäßiges sanftes Bürsten ist Wellness für die Seniorenseele des Hundes © Fotolia/Osterland

Regelmäßiges Bürsten des Fells fördert die Durchblutung und hilft, Verfilzungen und abgestorbene Hautschuppen zu entfernen. Außerdem ist die sanfte Massage Balsam für die Seniorenseele. Achten Sie bei der Fellpflege auf Hautveränderungen, die sich häufig im Alter einstellen. Warzen oder Grützbeutel sind meist harmlos, außer sie bilden sich an sensiblen Stellen wie zum Beispiel am Augenlid. Bevorzugt an den Ellenbogen entstehen Liegeschwielen, die durch regelmäßiges Auftragen einer Fettcreme weich gehalten werden sollten.

Wellnesstipp: B-Vitamine und Omega-3-Fettsäuren im Futter wirken sich besonders günstig auf den Hautstoffwechsel aus.

Wenn er riecht

Bei einigen Vierbeinern verstärkt sich im Alter der Eigengeruch. Dagegen helfen weder häufiges Baden noch eine Änderung der Ernährung. „Verstärkter Körpergeruch kann auch ein Hinweis auf eine Erkrankung sein“, sagt Senioren-Expertin Thekla Vennebusch. Hunde riechen bei chronischer Nierenschwäche, einer Ohrenentzündung oder bei Hauterkrankungen unangenehm. Vorsorge: Bei Gerüchen auf weitere Symptome wie Kopfschütteln, Porutschen oder Ausfluss achten. Unbedingt Zähne, Ohren, Haut und Analdrüsen kontrollieren.

Von wegen zahnloser Opa

Zahnstein, entzündetes Zahnfleisch, abgebrochene oder lockere Zähne: Viele ältere Tiere leiden unter permanenten Schmerzen im Mund. Kleinere Rassen wie Yorkis oder Pudel neigen zu Zahnstein. Dieser entsteht aus Zahnbelag, einem Gemisch aus Essensresten und Bakterien, das nach Mahlzeiten an den Zähnen hängenbleibt. Mit der Zeit lagern sich dort Mineralien ein und zementartiger Zahnstein entsteht. Er stinkt furchtbar, verursacht schmerzhafte Entzündungen und kann durchaus gefährlich werden, denn Bakterien können aus der Maulhöhle in die Blutbahn gelangen und Herz- oder Nierenprobleme verursachen. Anzeichen für Zahnerkrankungen sind Mundgeruch, Kauunlust, Futterverweigerung, Speichelfluss, Verfärbung der Zähne, gerötetes Zahnfleisch, wackelige oder abgebrochene Zähne.

Wellnesstipp: Auch Hunden hilft tägliches Zähneputzen. Mit einem Tuch oder einer Hundezahnbürste und spezieller Hundezahnpasta geht das bei den meisten recht gut. Regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt und bei Bedarf eine Zahnsanierung in Narkose helfen, Schmerzen zu vermeiden. „Manche alten Hunde erleben nach einer Zahnbehandlung ihre zweite Jugend“, weiß Geriatrie-Expertin Thekla Vennebusch. Auch Kauknochen oder andere Zahnpflegemittel zum Kauen können sinnvoll sein.

Nagelstudio

Wenn Gassigänge im Alter kürzer werden, nutzen sich auch die Krallen weniger ab als früher. Das Krallenhorn wird brüchiger, es kommt leichter zu Krallenverletzungen und schmerzhaften Entzündungen. Wellnesstipp: Die tägliche Kontrolle der Pfotennägel ist sinnvoll. Wenn die Krallen im Stand den Boden berühren, sind sie zu lang. Die Maniküre der Krallen kann mit dem richtigen Werkzeug auch vom Hundehalter durchgeführt werden. Lassen Sie sich das Krallenschneiden vorher vom Tierarzt zeigen. Spezielle Krallenzangen verhindern, dass die Krallen gequetscht werden.

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