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Interview „Wir wollen Denkanstöße geben“

Anne Baum 03.11.2017

Kuratorin Viktoria Krason über die Ziele der Dresdner Ausstellung „Tierisch beste Freunde“, über den Hund als Beziehungsvermittler und die Freude an lustigen Tiervideos

© Oliver Killig

DOGS: Frau Krason, im Fokus der Ausstellung steht die Mensch-Tier-Beziehung. Warum ist das Thema gerade besonders aktuell?

Viktoria Krason: Tiere haben Konjunktur. Sie spielen in vielen Spielfilmen, in der Werbung und in der Magazinmedienwelt eine große Rolle. Andererseits beschäftigen wir uns derzeit viel mit tierrechtlichen Fragestellungen, besonders wenn es um Massentierhaltung geht. Typische Fragen zum Umgang mit Tieren werden diskutiert, und es spielt auch in der Forschung eine Rolle. Das fanden wir spannend und wollten uns deshalb auf das Haustier konzentrieren, auch weil es viel über den Menschen aussagt.

DOGS: Was denn?

Viktoria Krason: Wir leben beispielsweise sehr eng mit Hunden zusammen. Gerade Hunde sind Haustiere, die von uns mit bestimmten Methoden erzogen werden. Die Hundehalter haben sich im vergangenen Jahrhundert sehr verändert. Man hat früher zum einen sehr stark mit Strafen gearbeitet, zum Teil unter Androhung oder Nutzung von Gewalt, und im Lauf der Zeit hat sich die Erziehung gewandelt. Man ist dazu übergegangen, Hunde mit Belohnung zu erziehen und als verständige Wesen ernst zu nehmen. Dies weist eine Parallele zur Kindererziehung auf, die eine ähnliche Wendung genommen hat. Bis in die Fünfzigerjahre und auch noch später wurde auf Autorität gesetzt. Dies hat sich in den Siebzigerjahren komplett gewandelt hin zu einer freien und antiautoritären Erziehung. Man sieht anhand des veränderten Verständnisses in der Hundeerziehung und dem Umgang mit Hunden auch eine Parallelentwicklung im Umgang der Menschen untereinander.

DOGS: Würden Sie sagen, dass Menschen, die Haustiere haben, sozialer sind?

Viktoria Krason: So ganz eindeutig ist das aus meiner Sicht nicht zu beantworten. Einerseits bietet ein Haustier die Möglichkeit, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. Gerade Hunde sind dafür bekannt, einen Gesprächsanlass zu bieten, beim Spaziergang geht man ja aus dem Haus. Andererseits halten viele Menschen Tiere, die gerade geringen sozialen Kontakt haben, und diese Tiere können auch diesen sozialen Kontakt kompensieren.

DOGS: Wie sind Sie zur Konzeption der Ausstellung gekommen?

Viktoria Krason: Wir haben überlegt, welche Themen für uns interessant sein können, und uns dann in der Forschung umgeschaut. Es gab gerade sehr viele Konferenzen im wissenschaftlichen Bereich wie in den Kulturwissenschaften zum Thema Tier, dort sind wir auf Menschen gestoßen, die sich besonders intensiv damit beschäftigen. Zudem gab es eine tagesfüllende Sitzung mit diesen Experten, denen wir das Konzept vorgestellt haben.

DOGS: Was erhoffen Sie von der Ausstellung?

Viktoria Krason: Haustiere sind uns sehr vertraut und bestimmen unseren Alltag. Ich hoffe, dass die Ausstellung für Menschen Denkanstöße gibt und dass sie Dinge, die sie so noch nicht betrachtet haben, in einem neuen Zusammenhang sehen.

DOGS: Sie werden sicher Ihr Publikum finden, in sozialen Medien sind Videos mit Haustieren, insbesondere Katzenvideos ein Renner…

Viktoria Krason: Richtig. Generell üben Tiere eine große Anziehung auf Menschen aus. Tiervideos sind ja sehr häufig gerade dann für viele Menschen komisch, wenn die Tiere darin etwas Menschliches oder annähernd Menschliches tun. Diese Komik besteht neben dem süßen Tier an sich.

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