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ZUCHT Film Eine eigene hündische Welt

04.09.2017

Das Licht der Öffentlichkeit fällt nicht gerade hell auf sie: Wenn von Hundezüchtern die Rede ist, werden sie eher belächelt oder kritisch betrachtet. Jetzt erkundet der Film „This is a dog’s world“ diese verborgene Welt: Regisseur Thomas Schwank lässt die Züchter zu Wort kommen und die Hundezucht aus ihrer Sicht erklären.

Mit „This is a dog’s world“ hat Drehbuchautor und Boston-Terrier-Züchter Thomas Schwank einen Dokumentarfilm über die Hundezucht in Deutschland gedreht, in dem vor allem die Züchter zu Wort kommen. Über neunzehn Monate hat er Hundeliebhaber in Europa begleitet und Eindrücke von deren Zusammenleben mit den Hunden, ihren Absichten und Zielen hinter der Zucht und Vorurteile, mit denen sie konfrontiert sind, gesammelt. Zuschauer bekommen so authentische Einblicke in eine Welt, die vielen Hundehaltern bislang verborgen ist.

„This is a dog’s world“ (Länge: 74 Minuten) ist ab 1. Oktober 2017 als DVD erhältlich oder über Internetportale wie Amazon und Vimeo zu streamen. Mehr zum Film unter:
www.this-is-a-dogs-world.de

„Niemand liegt faul auf dem Sofa“

Filmemacher Thomas Schwank gibt mit seiner Dokumentation „This is a dog’s world“ tiefen Einblick in die Welt zur Hundezüchter in Deutschland.

Interview: Sophie Prüfert

dogs: Herr Schwank, wie sind Sie dazu gekommen, den Film „This is a dog’s world“ zu machen?
Seit über zwanzig Jahren bin ich als Drehbuchautor tätig und dabei vor allem von ungewöhnlichen Menschen und Figuren fasziniert. Durch meine eigene Zucht bin ich in die Parallelwelt der Züchter eingetaucht, die mit großer Liebe und Hinwendung mit ihren Hunden umgehen. Es hat mich sehr geärgert, dass Züchter in Reportagen oft ganz falsch dargestellt werden: nur darauf aus, Geld zu machen und den Hund auszubeuten. Das liegt vielleicht daran, dass die Züchterwelt sehr abgeschlossen ist, in Showhallen oder zu Hause.

dogs: Sie haben viele verschiedene Hunderassen getroffen. Welche hat sie besonders berührt?
Thomas Schwank: Ich mag einige Rassen sehr gerne wie etwa Whippets, Pudel oder Affenpinscher. Ich selbst habe vier Boston Terrier, die ich auch seit über zwanzig Jahren züchte. Diese Rasse passt einfach gut zu meinem Lebensstil. Meine Hunde sind sehr sportlich und gehen mit mir joggen und fühlen sich trotzdem in der Stadt wohl. Besonders berührt hat mich während der Dreharbeiten ein Mastino Napoletano auf der World Dog Show in Mailand. Als der bestplatzierte Hund einlief, sah ich nur ein sehr schwerfälliges Wesen mit hängender Haut und Augenlidern und Liegegeschwüren. Ich wünsche mir, dass solche Hunde nicht prämiert werden. Diese Übertreibungen in der Zucht sollten nicht gefördert werden.

dogs: Hundezucht ist ein emotionales Thema, Ihr Film wirkt eher reduziert und sachlich. Warum?
Thomas Schwank: Wir haben absichtlich die Bilder des Films nicht kommentiert, da wir die Züchter selbst zu Wort kommen lassen wollten. Sie können die Welt der Hundezucht am besten erklären. In anderen Filmen werden Züchter oft veräppelnd dargestellt, wir wollten das viel neutraler machen. Die Filmvorschauen in den Zuchtvereinen haben gezeigt, dass auch Züchter viele Situationen mit Humor nehmen, zum Beispiel wenn der eigene Hund zur Betrachtung auf dem Wohnzimmertisch steht.

dogs: Was haben Sie über Züchter und deren Arbeitsweise erfahren?
Thomas Schwank: Züchter sind Menschen, die ihre Arbeit unbedingt machen wollen. Sie haben alle ein sehr klares Ziel vor Auge und brauchen dafür einen gesunden Ehrgeiz und Durchhaltevermögen, um es zu erreichen. Sie fahren Hunderte Kilometer für eine Paarung oder sind bei einem Wurf nächtelang wach. Da liegt niemand faul auf dem Sofa. Die Züchter sind mit großer Leidenschaft dabei und setzen sich ständig mit dem Thema Hund auseinander.

dogs: Wie steht es um die deutsche Hundezucht?
Thomas Schwank: Die Hundezucht steht vor großen Herausforderungen. Seriöse Züchter sind sehr darauf bedacht, die Merkmale der Rassen zu erhalten und dabei eine hohe Vitalität und Fitness der Tiere zu bewahren. Zum Glück arbeiten Züchter da immer enger mit Tierärzten und Forschern zusammen. Aber man hört leider immer wieder von Qualzucht und Züchtern, bei denen die Gesundheit zweitrangig ist. Ich bin froh, dass diese Extremzuchten nun sehr genau beobachtet werden, damit die Erhaltungszucht dem entgegenwirken kann. Diese Richtung schätze ich sehr positiv ein.

dogs: Haben Sie mit dem Verband für das Deutsche Hundewesen zusammengearbeitet?‘
Thomas Schwank: Für die Dreharbeiten habe ich mit den Vereinen vor Ort gearbeitet. Als der Film fertig war, habe ich den VDH kontaktiert und ihnen den Film vorgestellt. Die Reaktion war sehr positiv, da viele Hundeleute sich wiedererkennen konnten. Das ist wohl so, weil von einer bestimmten Welt aus erzählt wird und nicht von außen.

dogs: Was erhoffen Sie sich von Ihrem Film?
Thomas Schwank: Ich würde mir wünschen, dass die Zuschauer die Bilder auf sich wirken lassen und als Grundlage zur Diskussion nehmen. Wir haben versucht, neutral zu erzählen. Aber die Diskussion um die Qualzucht ist sehr erhitzt. Es wäre schön, wenn die Zuschauer den Film als Anlass für eine sachliche Auseinandersetzung nehmen.

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