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Wesens-Check Was das Aussehen über einen Mischling verrät

29.09.2011

Hängende Rute oder kleiner Ringelschwanz? Anhand von Körperteilen kann der bayrische Hundeexperte Anton Fichtlmeier ziemlich genaue Rückschlüsse auf das Grundwesen eines Mischlingshundes ziehen.

Die Rute

Eine langer Schwanz, der mit einem Schwung am Ende über den Boden reicht, weist beispielsweise bei einem Deutschen Schäferhund oder Hovawart auf einen Hund mit einem extremen Hüte- und Behüteverhalten hin. Terrier mit einem Ringelschwanz verhalten sich anders als Tiere mit hängender Rute. Gerade bei Tieren aus demselben Wurf kann man das sehr gut beobachten. Ein Terrier mit Ringelschwanz geht anders in Interaktionen, verhält sich imponierender, verspannter als einer mit hängender Rute.

Was das Aussehen über einen Mischling verrät
© Anne Geier/Tierfotoagentur/OKAPIA

Die Zunge

Ein blauer Zungenfleck weist bei hütehundartigen Mischungen auf einen nordischen Typ hin. Nordische Rassen kommunizieren klarer und kompromissloser, sie fordern in sozialen Begegnungen mehr Instinkthandlungen ein.

Die Augen

Ein helläugiger Hund innerhalb eines Wurfs brauner Labrador Retriever ist beispielsweise anders als seine Geschwister, die braune oder schwarze Augen haben. Ein Golden Retriever eines bestimmten Typus, nämlich weißer Farbschlag, pechschwarze Augen, massiger, kurzer, dreieckiger Schädel, oft mit leichten braunen Abzeichen hinter den Ohren, verhält sich eher wie ein Pyrenäenberghund, geht also in den Typus Herdenschutzhund. So ein Hund sondert sich schon als Welpe eher ab als seine Geschwister und beobachtet.

Die Ohren

Ein Hund mit Hängeohren ähnlich dem Weimaraner ist anders als einer, dessen Ohrform zum Beispiel dem Luzerner Niederlaufhund-Typus entspricht. Die Ohren von Laufhunden sind lang, schmal, schon im Ansatz gefältelt und liegen eng am Kopf. Die des Weimaraners sind eher fest und hoch angesetzt. Der Laufhund-Typus ist leichter erregbar, gibt schneller Sicht- und Spurlaut, zeigt eher Hetzverhalten, ist nicht so ruhig, hat weniger Schärfe und Härte.

Was ist deiner für einer?

Es sind urige Gestalten

Da scheint der Kopf einem Rottweiler zu gehören, aber der Körper erinnert verdächtig an einen Teckel. Könnte so eine Verpaarung tatsächlich stattgefunden haben? Dogge und Yorkshireterrier, das funktioniert anatomisch nicht, weiß DOGS-Expertin Dr. Brigitte Glöwing, „aber Dackel und Schäferhund soll schon vorgekommen sein“. Und, so führt die Tierärztin weiter aus: „Theoretisch können sich alle Hunde miteinander verpaaren“, auch Hund und Wolf. Das bewies der berühmte Kynologe Dr. Erik Zimen bereits vor vierzig Jahren. Er mixte für seine Doktorarbeit Pudel und Wölfe und nannte deren Nachkommen Puwos.

Die Wolfskralle

Sie ist ein Überbleibsel, eine Art fünfte Zehe an den Hinterläufen, gleich welcher Rasse. Hunde mit Wolfskralle sind ähnlich wie nordische Rassen oder Bracken ursprünglich und instinktgebunden, was sich in der Kommunikation mit Artgenossen zeigt sowie bei der Ausformung ihrer Talente, zum Beispiel Herdenschutzhund-Typ.

Die Kopfform

Vorstehhund-Typen mit Himmelfahrtsnase tendieren zum Hochwindsucher. Ein Hund mit einem sogenannten Downface dagegen verliert sich schneller in einer trieblichen Handlung, neigt zur unkontrollierten Verselbstständigung, ist aber der bessere Arbeitshund. Downface nennt man eine Kopfform, bei der Stirn und Nase eine gerade Linie bilden, wie zum Beispiel bei Bullterriern.

Wichtig zu wissen!

Eine klare Beurteilung über das Wesen eines Mischlings ist nur möglich, wenn alle Komponenten der körperlichen Ausformungen als Einheit gesehen werden. Die einzelnen Ausformungen ergeben ein Gesamtbild. Läufe, Fell usw. ergeben eine individuelle Bewegungskoordination und ein individuelles Muster, wie auf Reize des Umfelds reagiert werden kann.

Sie möchten wissen, was „drin ist“?

Ein Erbguttest, bei dem die Erbinformationen entschlüsselt werden, macht es möglich, sogar mit Zertifikat. Bekannt sind solche Verfahren aus der Kriminalistik, dort werden Speichel- oder Haarproben ausgewertet, um Täter zu bestimmen. Beim Mischlingstest läuft es ebenso. Etwa achtzig Prozent aller in Deutschland registrierten Rassehunde wurden inzwischen genetisch erfasst, ihre Daten liegen in den Laboren vor. Die DNA eines Mischlings wird mit den Daten der Rassehunde abgeglichen und es wird entsprechend der prozentualen Häufigkeit eine Rangliste erstellt. Die Speichel- oder Haarprobe kann zu Hause genommen werden und wird ins Labor geschickt. Die Unternehmen CaniVaris und CanisMix bieten die Analyse für rund 90 Euro an.

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