DOGS Logo Geschichten, die nur mit Hund passieren

Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Wann ist der richtige Zeitpunkt?

    Hallo,
    ich habe mich hier angemeldet und schon viel gelesen, da aber jeder Fall individuell ist, schreibe ich jetzt einen eigenen Beitrag. Ich brauche dringend Rat.
    Ich habe einen BernerSennenMischling, 10 Jahre alt, der bis vor 3 Monaten super fit war. Dann begann er irgendwann weniger zu fressen, kurzatmiger zu werden und traurig auszusehen. Ich habe das zunächst aufs Alter geschoben. Dann stellte er das Fressen aber völlig ein und konnte nicht mehr allein ins Auto, zudem begann er zu Husten und rasend schnell Gewicht zu verlieren. Beim Tierarzt dann die schlimme Diagnose: Krebs, Metastasen überall, insbesondere auch in der Lunge. Die größten Tumore in Prostata und Darm. Prognose des Arztes: maximal einige Wochen. Mit Medikamenten ging es ihm erst besser, er war wieder munterer, frass wieder, nahm zu.

    Dann plötzlich vor einer Woche wurde er inkontinent, er kann keinerlei Urin mehr halten und muss Windeln tragen, worüber er sehr unglücklich ist. Er frisst nur noch Wurst und die auch nur aus der Hand. Zwei kleine Spaziergänge am Tag schafft er. Er lässt sich gerne streicheln, hat aber die letzten Tage auch schon zweimal geknurrt, wenn wir ihn anfassen wollten. Wir haben die Medikamente nochmal gewechselt, das hat aber keine Besserung gebracht. Der Tierarzt sagt, seine Zeit sei noch nicht gekommen, Blutwerte und Allgemeinzustand seien noch zu gut.

    Ich habe da Zweifel. Manchmal wirkt er so verzweifelt und ängstlich. Gestern Abend hatte er einen schlimmen Hustenanfall und hat danach noch ewig schlimm gehechelt. Ich habe Angst, dass er große Schmerzen hat oder mir erstickt. Was soll ich tun?

  • #2
    hallo, erstmal willkommen im Forum!

    Was für eine traurige Zeit für euch … Letztendlich kannst das nur du entscheiden, du siehst deinen Hund täglich und siehst seine Reaktionen und seine Befindlichkeiten.

    Hast du das Gefühl, dass er gar keine Freude mehr am Leben hat? Daran würde ich die Entscheidung vermutlich festmachen (obwohl man das auch erst weiß, wenn man in der Situation ist).
    Mein Hund schläft in meinem Bett, weil es in seinem Körbchen spukt.

    Kommentar


    • #3
      Es ist so schwer, so eine Entscheidung zu treffen. Und, wie auch immer man sich entscheidet, es fühlt sich falsch an.

      In Deinem Fall würde ich es dran festmachen, wie fühlt sich der Hund. Jedenfalls soweit man das als Halter einschätzen kann. Unabhängig von Blut- oder sonstigen Werten.

      Wenn ein sonst freundlicher Hund beim anfassen knurrt, würde ich davon ausgehen, dass er Schmerzen hat. Wenn Schmerzmittel nicht helfen, wäre auch das für mich ein Punkt für Einschläferung.
      Ebenso wie das husten. Keine Luft zu bekommen ist so mit das Schlimmste, was man erleben kann.

      Und DU erlebst es, siehst, wie sich Dein Hund fühlt, nicht der TA. Der sieht oft nur Laborwerte und Hunde, die oft in der Praxis aus lauter Aufregung ihre letzten Kräfte zusammenraffen und deswegen fitter wirken, als sie eigentlich sind.

      Ich habe 2013 meine Lea einschläfern lassen, weil sie durch ihre Herzkrankheit und durch eine Krebserkrankung auch kaum noch Luft bekam. Im liegen kaum noch zur Ruhe kam, bis zur Erschöpfung hin und her gleaufen ist. Es ist mir unglaublich schwer gefallen. Und als die TÄ zu uns nahc Hause kam, hat Lea noch mal Kräfte mobilisiert, um sie zu begrüßen. Die Entscheidung fühlte sich in diesem Moment so falsch an. Im Nachgang war es aber doch richtig. Meinte auch die Tierärztin.

      Aber letzten Endes, entscheiden kannst nur Du. Ich wünsche Dir viel Kraft.
      LG Verena mit Rosie und Ali an meiner Seite, Lea, Hero, Cora
      und Erwin immer in meinem Herzen

      Hundebändigerin und Katzensklavin

      Kommentar


      • #4
        Ich kann mich nur anschließen, denn Mausilla hat alles Inhaltliche auf den Punkt gebracht.

        Hunde reißen sich zusammen, wenn man das pauschal so sagen kann, - das liegt in ihrer Natur, in ihrer Entwicklungsgeschichte.
        Bis gar nichts mehr geht werden Kräfte mobilisiert, die eigentlich schon kaum mehr zu mobilisieren sind...


        Wir Menschen fürchten uns nur oft so sehr, unseren Gefühlen, unseren Eingebungen zu vertrauen und danach zu handeln.
        Weil es nun mal so verdammt schwer und so unglaublich schmerzhaft ist.
        Und weil man sich einfach wünscht, jemand könne einem diese Entscheidung abnehmen...


        Aber du spürst, wann der richtige Zeitpunkt ist - allen Zweifeln zum Trotz.

        Mein aufrichtiges Mitgefühl und ganz viel Kraft für Euch
        Wenn wir behaupten, der beste Freund unseres Hundes zu sein, müssen wir die Art von Freund sein, den wir selbst gern hätten.
        (Suzanne Clothier)

        Kommentar


        • #5
          Zitat von mausilla Beitrag anzeigen
          Und DU erlebst es, siehst, wie sich Dein Hund fühlt, nicht der TA. Der sieht oft nur Laborwerte und Hunde, die oft in der Praxis aus lauter Aufregung ihre letzten Kräfte zusammenraffen und deswegen fitter wirken, als sie eigentlich sind.
          Das finde ich ganz wichtig und ich würde dem Tierarzt schildern wie sich dein Hund Zuhause wo er sich sicher und wohl fühlt verhält.
          Und so hart wie es klingt je nach Erkrankung , und Krebs besonders in der Lunge, gehört für mich dazu, würde ich meinen Hund lieber ein/zwei Tage ehr in Frieden gehen lassen als zu lange zu Warten und das Ende ist dann voller noch größerem Leid.
          Ich wünsche dir viel Kraft um deine Entscheidung zu Treffen .
          Manchmal lese ich über jemanden, der mit großer Autorität sagt, dass Tiere keine Absichten und keine Gefühle haben, und ich frage mich:" Hat der Typ denn keinen Hund?"
          (Frans de Waal)

          Lieben Gruß Melanie mit Blacky & Geordi im Herzen & Joran an meiner Seite

          Kommentar

          Lädt...
          X