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ERNÄHRUNG Gemüse im Futternapf

Eine fleischlose Ernährung liegt auch bei Hunden immer mehr im Trend. Tessa Zaune-Figlar und Valerie Henssen haben, zusammen mit Fachtierärzten, mit VegDog das erste vegane und glutenfreie Alleinfutter für Hunde entwickelt und helfen damit vielen Allergikern. DOGS traf die Gründerinnen zum Interview.

DOGS: Wie kam es zu der Idee, veganes Hundefutter herzustellen?
Tessa: Alles begann vor vier Jahren in München. Valerie und ich haben uns bei einem privaten Abendessen kennengelernt und hatten den ganzen Abend nur ein Thema: den Tierschutz und die Frage, warum unsere Gesellschaft Unterschiede zwischen Haus- und Nutztieren macht. Der Hund auf der Couch und das Schwein auf dem Teller? Das fühlte sich für uns nicht unbedingt nachvollziehbar an. Wir wollten beide jedoch nicht nur debattieren, sondern hatten die Vision, ein Unternehmen zu gründen, das Tierschutz und Tierliebe in einem Produkt vereint. Mit „Vegdog“, dem ersten veganen und hundert Prozent bedarfsdeckenden Alleinfutter für Hunde, ist uns das gelungen.

Waren Sie auch selbst betroffen als Hundehalterin?
Tessa: Die Idee zum Produktsortiment „Vegdog“ entwickelte sich aus meiner persönlichen Erfahrung und vor allem dem großartigen Erfolg, den ich mit der Futterumstellung bei meinem Hund Nelson erreicht hatte. Denn dieser litt unter einer starken Futtermittelunverträglichkeit und daher habe ich bereits vor rund sieben Jahren das Futter für Nelson nach Rezepten meines Tierarztes selbst zubereitet und dabei auf dessen Anraten gänzlich auf tierische Eiweiße verzichtet. Das zahlte sich aus: Nach vier Wochen war Nelson beschwerdefrei und ist es bis heute.

Welche Produkte werden besonders gern gekauft und gefressen?
Valerie: Verkaufsschlager ist aktuell unsere Neuprodukteinführung „Veggie Crunch“-Trockenfutter. Bei unserem Nassfutter gibt es tatsächlich keine genaue Tendenz. Allerdings spricht im ersten Moment die Sorte „Adult No. 1“ als allgemeine Sorte mehr Hundebesitzer an und wird von den Hunden super angenommen. Hundebesitzer von futtermittelallergischen Hunden greifen sofort nach dem „Sensibelchen No. 1“.

Woraus besteht das vegane Nassfutter?
Tessa: Für die perfekte Abstimmung auf die Bedürfnisse eines jeden Vierbeiners bieten wir mit „Vegdog“ verschiedene Futtersorten und Arten an. Jedes Produkt ist frei von tierischem Protein, Gluten und Soja und beinhaltet ausschließlich hoch qualitative regionale Zutaten, die zu schmackhaften Rezepturen in einer deutschen Manufaktur verarbeitet werden. Und unsere Produkte kommen natürlich komplett ohne Lock-, Farb- und Konservierungsstoffe aus. Für alle ausgewachsenen Hunde gibt es „Adult No. 1“ mit Linsen, Spinat, Erbsen und Chiasamen. Speziell zugeschnitten auf die Ansprüche sensibler Vierbeiner ist „Sensibelchen No. 1“ mit Karotten, Lupine, Amaranth und Kamillenblüten. Abgerundet wird das Nassfutterangebot von „Senior No. 1“ mit Lupinen, Erbsen, Zucchini und Brennnessel, das gezielt auf die Bedürfnisse älterer Hunde eingeht. Daneben bietet „Vegdog“ seit Neuestem durch das Trockenfutter „Veggie Crunch“ mit Süßkartoffeln, Erbsen, Algen und Roter Bete eine pflanzliche Alternative zum Nassfutter. So können Hundebesitzer ausprobieren, welches Futter ihrem Hund besonders gut schmeckt. 

Vertragen alle Hunde veganes Futter?
Tessa: Ja, sofern keine Grunderkrankungen oder Allergien auf unsere Inhaltsstoffe vorliegen. Man muss allerdings wie bei jeder Fütterungsart darauf achten, dass der Hund mit allem versorgt wird, was er zum Gesundsein braucht. Aus diesem Grund werden unseren Produkten auch die benötigten Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine hinzugesetzt, die durch die verwendeten Zutaten nicht komplett abgedeckt werden können. Um sicherzustellen, dass unser veganes Nassfutter als Alleinfuttermittel verfüttert werden kann, lassen wir von unseren Sorten Nährstoffanalysen anfertigen.

Valerie: Der Hintergrund: Hunde sind eher den omnivoren Säugetieren zugehörig. Aus ernährungsphysiologischer Sicht sind sie zudem an pflanzliche Nahrung adaptiert, denn im Laufe der Domestikation gestaltete sich das Hundefutter nicht selten als „Resteverwertung“ des Haushalts. Folglich waren schon immer vor allem pflanzliche Bestandteile im Futter zu finden. Erst jüngst wurde in einer Studie von Luis Pedro Coelho vom European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg nachgewiesen, dass die genetische Zusammensetzung der Darmflora von Hund und Mensch mehr Übereinstimmungen aufweist, als man bisher dachte.

Welche Bedenken haben Hundehalter bei der fleischlosen Fütterung?
Valerie: Sobald man über die Fütterung von Hunden spricht, denken viele automatisch an ihre wilden Vorfahren, den Wolf. Doch auch bei diesem stand nicht jeden Tag Fleisch auf dem Speisezettel. Das gilt umso mehr für Hunde, die bereits seit mehreren Tausend Jahren domestiziert sind. Sie haben sich an das Leben an der Seite des Menschen angepasst und haben das bekommen, was am Tisch übrig blieb. Da Fleisch Mangelware war, erschien es selten im Napf der Hunde. Aus diesem Grund passten sich ihr Verdauungstrakt und dessen genetische Anlage denen des Menschen an. Wichtiger als die Frage nach „Fleisch oder nicht Fleisch“ ist es, darauf zu achten, dass das Futter ausgewogen und vor allem bedarfsdeckend ist. Bei jeder Fütterung ist es wichtig, die Gesundheit des Hundes und die Verträglichkeit des Futters an erste Stelle zu stellen. Und das ist vegan sehr gut möglich.

Ist veganes Hundefutter nachhaltiger als anderes Futter?
Tessa: Ja, ist es. Denn jährlich werden Tonnen an Fleisch für die Tiernahrungsindustrie produziert. Daher lohnt es sich, genau wie bei unserem Konsum, die Häufigkeit des Fleischverzehrs zu überdenken. Bei 8,8 Millionen Hunden in Deutschland könnte man mit einer Dose „Vegdog“ pro Woche 176 Millionen Kilo fleischhaltiges Hundefutter pro Jahr sparen.

Gibt es Pläne für neue Produkte?
Valerie: Ja, als Nächstes werden wir unser Produktsortiment um Snacks, also Leckerlis und Kauartikel erweitern.

 

Mehr Informationen gibt es auf www.vegdog.de. Lesen Sie in der neuen DOGS den Bericht über zwei Manufakturen für Premium-Hundefutter!

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