DOGS Logo Geschichten, die nur mit Hund passieren

IN DER AKTUELLEN DOGS Kläffer-Alarm: Wenn alte Hunde Neues lernen

Yvonne Adamek

Jack Russell Emma ist 13 und wird immer wunderlicher. Da fragt sich die Halterin: Lassen sich schlechte Angewohnheiten auf ihre alten Tage noch abgewöhnen? Ein Experiment mit Hundedame und Trainer.

Was, glauben Sie, passiert, wenn Ihr Hund allmählich alt wird? Vielleicht wird er ruhiger, vielleicht anschmiegsamer, auf jeden Fall irgendwie gemütlicher, oder? Tja, eine schöne Idee. Meine dreizehnjährige Hündin Emma ist dagegen garstig und bellt alles an, was sich bewegt. Einen Vogel, Leute, Schatten, völlig egal. Wäre sie ein Mensch, müsste man sie sich als kleine, renitente Ruhrgebietsoma mit festgesprayter Dauerwelle und buntem, geblümtem Arbeitskittel vorstellen. Mit dem größten Vergnügen würde sie den ganzen Tag mit einem Kissen unter den Ellenbogen im Fensterrahmen lehnen und jeden ermahnen, der entweder zu schnell, zu langsam oder zu laut an ihrem Haus vorbeigeht. Gemütlich ist das nicht gerade. Zumindest nicht für die anderen.

Mittlerweile kennen alle in unserem Ort den kleinen, kläffenden Hund. Kein Wunder, den ganzen Tag liegt Emma wahlweise auf der Terrasse oder der Sofalehne mit bestem Blick auf den Gartenzaun. Von dort aus kann sie in Ruhe ihrer Altersgarstigkeit frönen. Und bellt alles an, was sich bewegt. Die Nachbarskinder nehmen sie schon gar nicht mehr ernst und äffen sie nach, andere Hundebesitzer verdrehen die Augen, und mir tun langsam die Ohren weh. Doch besonders heikel wird es, wenn unsere Nachbarn nebenan in ihrem Garten sitzen. Angeblich haben sie sich beim Teetrinken vor Schreck schon mehrfach heißes Wasser auf Hemd oder Hose gekippt. Als Deeskalationsmaßnahme habe ich mich auf eine Mittagsruhe eingelassen. Egal wie schön es draußen ist, zwischen zwölf und fünfzehn Uhr bleiben bei uns die Türen zu.

Man darf also durchaus behaupten, dass die Situation momentan leicht angespannt ist, genau wie meine Nerven mittlerweile auch. Leider fehlt mir deshalb auch immer öfter die Selbstbeherrschung, um angemessen auf Emmas Gekläffe zu reagieren. Anstatt sie ruhig auf ihren Platz zu verweisen, brülle ich ihr ein hysterisches „Ruhe!“ entgegen. Das bringt natürlich rein gar nichts. Vermutlich denkt sie sogar, ich würde fröhlich mitbellen.

Anfangs glaubte ich noch, Emma würde einfach nur schlechter hören. So wie meine Großtante Matta (ja, die hieß wirklich so), die sich nach ihrem ersten Hörsturz und dem dadurch entstandenen Tinnitus immer mehr zurückzog. Weil ihr Gehör die vielen Stimmen nicht mehr filtern konnte, reagierte sie bei Begegnungen mit mehr als zwei Menschen meistens gereizt und schnippisch. Bei Kindern war es besonders schlimm. Aber die Tierärztin fand bei Emma nichts. Auch keine anderen Leiden, die ihr vielleicht Schmerzen bereiten und für ihre schlechte Laune verantwortlich sein könnten.

Wenn es also nichts Körperliches war, muss wohl oder übel ich irgendetwas an unseren Abläufen ändern, um ihr diese unschöne Marotte wieder abzugewöhnen. Aber soll ich so etwas einem dreizehnjährigen Hund wirklich antun? Hundeschule, Trainer, Tausend neue Kommandos…

Mehr über die Erfahrungen von Yvonne Adamek und die Ratschläge ihres Hundetrainers lesen Sie in der aktuellen DOGS!

Heft bestellen
Zum Vorteilsabo

Beitrag verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zum Seitenanfang

Mehr Lust auf DOGS?

News, Wissen, Gewinne – jetzt im Newsletter für Hundefreunde

  • Aktuelle Hunde-News
  • DOGS Video-Wissen
  • Tolle Gewinnspiele

Hier direkt kostenlos anmelden:

Sie verwenden einen sehr alten Browser. Um diese Website in vollem Umfang nutzen zu können, installieren Sie bitte einen aktuellen Browser. X